Die Verfügbarkeit des Netzes für den beabsichtigten Zweck ist die Grundlage für die fortschreitende digitale Transformation. Das ist sowohl für Konsumenten, wie auch für Unternehmen wichtig. Konsumenten benötigen ausreichend performante Zugänge sowohl zu Hause, als auch mobil. Unternehmen benötigen ebenfalls Zugänge zur Anbindung von Büros und Servern, sowie zusätzlich mobiles Breitband für mobile Mitarbeiter

Breitband Verfügbarkeit

Eine Studie der Wirtschaftskammer Wien im Jahre 2019 gaben über 40% der Unternehmen an, dass sie mit ihrem Internet Zugang unzufrieden sind. Diese Zahl ist besorgniserregend. Verfügbare Breitbandzugänge sind die Grundlage der digitalen Transformation. Wenn wir in Österreich Digitalisierungs-Musterland werden wollen, müssen wir als Erstes sicherstellen, dass sowohl für Kunden als auch für Unternehmen Internet Zugänge mit ausreichender Performance für die benötigten Anwendungen zur Verfügung stehen. Österreichs Politiker beschwören jedoch 5G als Zauberformel. 5G ist mobiles Breitband Internet. Mobiles Breitband kann zwar für viele Anwendungen ausreichend sein – jedoch für die Anbindung von Büros, Servern sowie Schulen ist es nicht brauchbar. Hier wird performantes Festnetz-Internet benötigt. Wirklich performantes Festnetz-Internet kann derzeit nur mittels Glasfaser hergestellt werden. Beim Glasfaserausbau ist Österreich weltweit leider beinahe an letzter Stelle und weit unter dem OECD Schnitt:

Resillienz

Resilienz ist die Widerstandsfähigkeit gegen Katastrophen. Da unsere “digitale Welt” immer stärker von der digitalen Infrastruktur abhängig ist, bedeutet Verfügbarkeit dieser Infrastruktur nicht nur, dass das Internet verfügbar ist. Die Verfügbarkeit des Internets bedingt vor allem auch die Verfügbarkeit von Strom. Denn ohne Strom geht gar nichts. Sowohl die Internet Provider funktionieren ohne Strom nicht, aber auch Handy Masten funktionieren ohne Strom nicht. Früher hatte jedes Telefonwählamt Akkus welche die telefonische Versorgung von Ärzten, Spitälern, Unternehmen aber auch privaten Kunden für einige Stunden sicherten. Auch die Telefonapparate der Kunden wurden vom Wählamt aus mit Strom versorgt. Wenn heute der Strom ausfällt, dann funktioniert im Internet so gut wie gar nichts mehr. Da viele Unternehmen mittlerweile ohne Internet nicht mehr funktionieren können (selbst wenn sie selbst über eine Notstromversorgung verfügen) wird ein Großteil des Landes still stehen.

Gleiches gilt auch, wenn große Cloud Service Provider (wie z.B. Google oder Microsoft) nicht erreichbar sind. Diese Service-Provider investieren sehr viel in Infrastruktur die möglichst ausfallsicher ist, aber es kann natürlich dennoch passieren. Es muss dabei auch nicht das Rechenzentrum ausfallen. Es reicht auch, wenn die Zubringer-Netzwerke zu den Rechenzentren ausfallen. Wie viel in einem Unternehmen noch funktioniert hängt dann von der Intensität der Nutzung ab. Wir wissen aber, dass in vielen Unternehmen auch ohne E-Mail oder der Dateiablage nicht mehr allzu viel gearbeitet werden kann.

Es ist also sehr wichtig sich Gedanken zu machen, dass die Infrastruktur nicht nur aus dem Internet besteht, sondern auch aus der Stromversorgung und möglichen Applikationen (wie Cloud-Services) die für die Arbeit benötigt wird. Wichtig ist es hier auch über Notfallpläne nachzudenken und zu analysieren, was noch funktioniert, wenn es wirklich zu einem größeren Ausfall kommt und auch in Unternehmen Pläne dafür zu machen. Aber auch für Konsumenten ist es empfehlenswert darüber nachzudenken, was man noch tun kann, wenn keine Daten oder Applikationen aus dem Netz zur Verfügung stehen.