Unternehmenskultur

Edgar Schein (Schein, 2016) beschreibt Kultur als Prozess: – dass Kultur Verhalten, Denkmuster und Werte aller Organisationsmitglieder bestimmen, wodurch in weiterer Folge auch Strategien, Ziele und Funktionsweisen durch Kultur bestimmt werden. Die Kultur als Ergebnis ist „die Summe aller gemeinsamen, selbstverständlichen Annahmen, die eine Gruppe in ihrer Geschichte erlernt hat.“

Unternehmenskultur

Eine Unternehmensstrategie kann nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie auch tief in der Unternehmenskultur verankert und gelebt wird. Nicht umsonst sagte Peter Drucker:

“Culture eats strategy for breakfast”

Wenn die Unternehmenskultur gegen die Strategie steht, statt sie zu unterstützen, dann wird jede Strategie scheitern. Es ist daher enorm wichtig, nach der gemeinsamen Entwicklung einer Unternehmensstrategie auch daran zu arbeiten, die Kultur des Unternehmens neu auszurichten. Dies kann jedoch nicht von heute auf morgen geschehen, das ist ein längerfristiger Prozess.

Moderne Unternehmenskultur besteht auf 8 Elementen:

  • Kundenorientierung
    Der Grund warum ein Unternehmen / eine Organisation existiert ist, dass sie ein Wertangebot an ihre Kunden stellt. Daher muss der Kunde und dessen Bedürfnisse ins Zentrum des Handelns gestellt werden. Nur zufriedene und motivierte Mitarbeiter werden auch kundenorientiert handeln.
  • Innovative und lernende Organisation
    Innovation – also die Anpassung an veränderte Bedürfnisse und das Lernen aus Fehlern – ist in unserer schnelllebigen Zeit wichtig. Es geht darum, Fehler rasch zu erkennen und früh zu verifizieren, ob der eingeschlagene Weg der Richtige ist. In unserem Kulturkreis werden Fehler oft mit scheitern gleichgesetzt. Um zu lernen, muss man aber Fehler machen. Es ist wie, wenn ein kleines Kind laufen lernt. Es fällt oft hin, steht wieder auf und versucht es weiter. Stellen Sie sich vor, das Kind würde beim ersten Mal hinfallen beschließen: „Das kann ich nicht – das lerne ich nie“ und aufhören es zu probieren.
  • Teamorientiert und kollaborativ
    Die Mitarbeiter arbeiten im Unternehmen zusammen, unterstützen sich gegenseitig und Abteilungsübergreifend. In vielen Betrieben gibt es immer noch die Meinung, dass es besser ist, Informationen zu horten und anderen Kollegen keinen Einblick in die eigene Arbeit zu geben. Das sichert den eigenen Arbeitsplatz. Mit so einer Einstellung kann aber das Unternehmen nicht im Sinne der Kunden agieren.
  • Situative Führung
    Eine digitale Organisation benötigt auch Führungskräfte, die den neuen Stil vorleben und nicht nur predigen. Dazu benötigt es grundlegendes Verständnis über die Themenbereiche der digitalen Transformation. Es braucht Empathie mit den eigenen Mitarbeitern und der Führungsstil muss sich ebenfalls verändern.
  • Entrepreneurship
    Mitarbeiter sollen sich verhalten, als ob das Unternehmen ihr eigenes wäre. Dazu gehört, dass sie sowohl Verantwortung, als auch die Möglichkeit Ideen einzubringen und umzusetzen bekommen. Viele Unternehmen tun sich schwer ihren Mitarbeitern diese Freiheiten zu geben. Es gibt hier hohe Ängste des Kontrollverlustes. Auf der anderen Seite ist es für Mitarbeiter extrem motivierend, wenn Sie Verantwortung bekommen und selbst in Teilbereichen die Geschicke des Unternehmens in ihrer Hand haben.
  • Offen und vernetzt
    Die Organisation soll auch nach außen durchlässig sein. Die Vernetzung soll nicht nur innerhalb des Unternehmens Standard sein, sondern auch zu den Partnern des Unternehmens, aber auch zu den Kunden. Kunden sollen im Sinne von „Co-Creation“ beispielsweise in die Entwicklung von Dienstleistungen und Produkten eingebunden werden.
  • Agil und flexibel
    Da sich Anforderungen rasch verändern, müssen auch Unternehmen und Organisation auf diese veränderten Anforderungen reagieren können. Das betrifft sowohl Prozesse im Unternehmen, als auch veränderte Anforderungen an Mitarbeiter. Die einzige Konstante in unserer Zeit ist die stetige Veränderung.
Zur Werkzeugleiste springen