• Creator
    Topic
  • #19350

    Erich Pekar
    Teilnehmer

    Die grüne Alternative zu Koks

    https://derstandard.at/2000077843477/Die-gruene-Alternative-zu-Koks

    Die Industrie soll künftig an der Steckdose hängen: Am Voestalpine-Standort in Linz entsteht die weltgrößte Wasserstoffpilotanlage

    Kann die Eisen- und Stahlindustrie, auf die gegenwärtig ein entsprechend großer Teil der industriellen Emissionen entfällt, künftig vollständig CO2-frei werden? Zumindest rein technisch bestünde die Möglichkeit, in Zukunft fossilen Brennstoffen eine Absage zu erteilen. Und der politische Druck ist entsprechend groß: Die Klima- und Energieziele der EU sehen bis 2030 eine Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent vor, die die energieintensive Industrie vor nahezu unlösbare Probleme stellt.
    Der Schlüssel zum grünen Stahlerfolg liegt im Wasserstoff. Anders als beim Koks bleibt bei der Eisenerzeugung mit Wasserstoff statt Kohlendioxid nur ein Restprodukt übrig: Wasser. Und der Strom für Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse soll im Idealfall aus erneuerbaren Energien genutzt werden.

    Für die Umsetzung des Projektes mit dem Ziel, grünen Wasserstoff in einer sogenannten Protonen-Austausch-Membran-(PEM-)Technologie zu produzieren und den Einsatz als Industriegas sowie den Betrieb der Anlage auf dem Regelenergiemarkt zu testen, stellt die EU rund zwölf Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Horizon-2020-Programm (“Joint Undertaking Fuel Cells and Hydrogen”) zur Verfügung.

    Das Herzstück der großindustriellen Zukunftsschmiede in der Stahlstadt ist das bereits erwähnte, weltweit größte, PEM-Elektrolysemodul mit sechs Megawatt (MW) Anschlussleistung. Damit können 1200 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Das von Siemens entwickelte Aggregat soll einen deutlich höheren Wirkungsgrad als bisherige vergleichbare Anlagen erreichen. Beim Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyseur wird Wasser mithilfe von elektrischer Energie – in Linz künftig mit Strom aus erneuerbaren Quellen des Verbund – in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.
    “Der gewonnene Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar, beispielsweise als Grundstoff in der Industrie, aber auch als Treibstoff in der Mobilität und als Energieträger bei der Strom- und Gasversorgung”, erläutert Wolfgang Hesoun, Generaldirektor von Siemens Österreich. Weltweit werden jährlich über 500 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff verbraucht, von denen bislang über 95 Prozent durch einen CO2-lastigen Gasreformierungsprozess hergestellt werden.

    Dem gegenüber steht natürlich, dass im Falle einer großflächigen grünen Stahlproduktion die Steckdose glüht: Steigt die Stahlindustrie in Österreich auf Wasserstoff um, würde man, so schätzen Experten, elektrische Energie in der Höhe von 35 Terawattstunden benötigen. Also mehr als die Hälfte der gesamten Stromproduktion Österreichs, was wiederum etwa einer Anzahl von 25 Donaukraftwerken entspricht – bei einer aktuellen Anzahl von zehn Kraftwerken in Österreich.

    Dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at

    Mal rechnen:

    eine Anlage futtert je 6MW, sind bei Dauerbetrieb:
    6MW *24h*365 = 52.56GWh pro Jahr

    Macht für 35TWh:
    35TWh/52.56GWh = 666 Anlagen!

    Gutes Omen!

    oder

    Dafür könnte man aber endlich Wind und Solarenergie sinnvoll nutzen. Man braucht halt Wasserstoffspeicher für Nacht /Windstille.

    oder

    Es kann nur als Ergänzung zu den Briketts gesehen werden. Für die Elektromobilisierung unserer österreichischen PKW Flotte bräuchte man zumindest ca. 10 TWh Strom im Jahr.
    Die gesamte Windkraft in Österreich erzeugt ca. 6TWh Strom pro Jahr.
    Die gesamte PV Stromerzeugung wird bei 1,5TWh liegen.

    Und 35TWh Strom würden unsere Hochöfen benötigen,…
    Wasserstoffelektrolyse kann nur ergänzend ein Thema sein, wenn die Strompreise aufgrund von Überproduktion im Keller sind. die Anlagenkosten sind enorm. Da muss man erst ein mal selbst bei kostenlosem Strom einen Fuß auf den Boden bringen.

    Bei aller durchaus noch angebrachten Skepsis – vor allem hinsichtlich der Erzeugung (und Speicherung) der benötigten Wasserstoffmengen – ist dies die einzige derzeit bekannte Möglichkeit, die zeitweise Überproduktion erneuerbarer Energie aus Windkraftwerken und Photovoltaikanlagen sinnvoll zu verwenden und vermutlich auch längere Phasen der Minderproduktion (Nacht, Schlechtwetter, Windflauten) – mit Brennstoffzellenkraftwerken – zu überbrücken.
    Abschätzungen hinsichtlich der benötigten Wasserstoffvolumina und der für dessen Erzeugung bzw. Verwendung in Brennstoffzellen (für Großkraftwerke) benötigten Anlagen habe ich bisher aber leider noch nicht gefunden.
    Gleichzeitig bieten sich diese Elektrolyseanlagen und Brenstoffzellenkraftwerke auch als – vermutlich – geeignetes Mittel an, um das öffentliche Stromversorgungsnetz auch gegen kurzfristige Belastungs- bzw. Erzeugungschwankungen zu stabilisieren.
    Wenn sich das Mengenproblem (bzw. die Größe der für die Erzeugung dieser Mengen benötigten Flächen) als lösbar heraustellen sollte, dann könnte das tatsächlich das Konzept der Zukunft für erneuerbare Energie sein.
    Ohne massive Energieeinsparungen (besonders im Verkehr und bei Raumwärme) und Beschränkung des jährlichen Mehrverbrauches (idealerweise Null-Wachstum des Energieverbrauchs) wird aber auch dieses Konzept für erneuerbare Energien nicht auf Dauer umsetzbar sein.

Replies
  • Erich Pekar
    Teilnehmer
    Post count: 586
    #19370 |

    Wasserstoff-Lokomotive im Kleinformat wird in Wien getestet

    https://derstandard.at/2000078264804/Wasserstoff-Lokomotive

    Schmalspur-Lok dreht auf dem Betriebsgelände der Wiener Liliputbahn im Prater ihre Runden

    Der erste wasserstoffbetriebene Personenzug Österreichs ist auf Schiene – er dreht allerdings vorerst buchstäblich nur im kleinen Rahmen seine Runden: Die im Rahmen der Verkehrsforschungskonferenz Transport Research Arena (TRA) präsentierte Schmalspur-Lokomotive “HydroLilly” kurvt derzeit auf dem Betriebsgelände der Wiener Liliputbahn im Prater herum.
    Die mit einer Wasserstoffbrennstoffzelle als Energielieferant ausgestattete Lokomotive wurde in knapp zweimonatiger Arbeit auf Initiative des Ingenieursteams der traditionsreichen Liliputbahn im Wiener Prater gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern entwickelt und gebaut. Mit an Bord war neben der TEMO GmbH, eine Tochterfirma des Bahnbetreibers, etwa die Entwicklungsabteilung der ÖBB-Infrastruktur AG. Die Leitung des Ingenieursteams hatte die Grazer RCC Railway Competence & Certification GmbH inne.

    Die ÖBB Rail Cargo Austria startete bereits im Vorjahr Versuche mit einer Güterzuglokomotive mit einer zusätzlichen Brennstoffzelle zur Stromversorgung. Von dem nunmehrigen Tests mit dem Prototypen im kleinen Maßstab erhoffen sich auch RCC Railway und die ÖBB “wertvolle Erkenntnisse für Folgeprojekte”.

    siehe auch iLint (Triebzug mit Elektromotoren, die über wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen mit elektrischer Energie versorgt werden, als Ersatz für Dieselantrieb) https://de.wikipedia.org/wiki/Alstom_Coradia_LINT#Kritik_und_Probleme

  • Erich Pekar
    Teilnehmer
    Post count: 586
    #19372 |

    Eigenschaften von Wasserstoff

    Wasserstoff reagiert in der Brennstoffzelle mit Sauerstoff, wodurch Strom erzeugt wird. Das Brennstoffzellenfahrzeug ist somit ein Elektroauto mit Reichweitenvorteil im Vergleich zu rein batterieelektrischen Fahrzeugen.

    Beim Einsatz von Wasserstoff entstehen keine lokalen CO2-Emissionen, sondern lediglich Wasserdampf.
    Regenerativ erzeugt, leistet Wasserstoff einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

    Energiegehalt von Wasserstoff (unterer Heizwert)

    je Volumen (m3, gasförmig bei Normaldruck) 3,00  kWh/Nm3     10,8     MJ/Nm3
    je Volumen ( l, flüssig )                                          2,359 kWh/l LH2     8,495 MJ/l LH2
    je Masse (kg)                                                          33,33  kWh/kg       120,0     MJ/kg

    Daten zu Energieträgern

    Wasserstoff       3,00 kWh/Nm3           33,33 kWh/kg
    Rohöl       ca.     1        toe/t               ca.  11,6    kWh/kg
    Diesel      ca.   10        kWh/l            ca.  11,9    kWh/kg
    Benzin    ca.     8,8     kWh/l            ca. 12,0    kWh/kg

    Der Energiegehalt von
    1 Nm3                    Wasserstoff           entspricht 0,34 l Benzin,
    1 l flüssiger           Wasserstoff           entspricht 0,27 l Benzin,
    1 kg gasförmiger Wasserstoff            entspricht 2,75 kg Benzin.

    Wasserstoff ist das leichteste uns bekannte Element – etwa 14-mal leichter als Luft.
    Wasserstoff ist farb- und geruchlos.
    Wasserstoff brennt mit unsichtbarer Flamme, die sehr wenig Wärme abstrahlt.
    Wasserstoff ist:
    .                             nicht explosiv im Freien
    .                             nicht selbstentzündlich
    .                             nicht oxidierend, nicht brandfördernd
    .                             nicht giftig
    .                             nicht radioaktiv
    .                             nicht wassergefährdend
    .                             nicht krebserzeugend

    Wasserstoff kondensiert bei einer Temperatur von -252,87° C zu einer farblosen Flüssigkeit.
    Der Schmelzpunkt von Wasserstoff liegt bei -259,14° C
    – nur bei Helium liegt dieser noch niedriger.
    Wechselt Wasserstoff vom gasförmigen in den flüssigen Zustand durch extrem niedrige Temperaturen,  wird sein Volumen um 99,9 % reduziert.

    Quelle : https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/wasserstoff-bewegt-minifolder.pdf
    Deutschland – Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

     

  • Erich Pekar
    Teilnehmer
    Post count: 586
    #19918 |

    Gasspeicher als Gelddruckmaschine
    https://derstandard.at/2000085286748/Gasspeicher-als-Gelddruckmaschine

    Betreiber von Gasspeichern könnten Nutznießer der Energiewende werden, falls gelingt, was im Kleinen versucht wurde: aus Solarenergie gewonnenen Wasserstoff in Methan umzuwandeln

    Grund dafür sind die erneuerbaren Energien, die nach dem Willen der Politik bis 2050 die klimaschädliche Produktion von Strom mittels Öl und Kohle fast vollständig ersetzen sollen. Prognosen sagen, dass das geht, sofern auch der Energieverbrauch gesenkt wird. Und sofern es gelingt, den in Wind- oder Solarparks erzeugten Strom zu speichern. Denn nur selten scheint dann die Sonne oder weht der Wind, wenn Industrie und Haushalte den meisten Strom brauchen.
    Eine vielversprechende Möglichkeit zeichnet sich nun in Form der Gasspeicher ab, von denen Österreich überproportional viele besitzt (siehe Grafik). Die Zauberformel heißt “power to gas” und bezeichnet die Umwandlung von Strom in Erdgas. Mittels Elektrolyse könnten Überschussmengen an Wind- oder Solarstrom in Wasserstoff umgewandelt und in Gasspeicher eingebracht werden. …
    Das Projekt, das weltweit erste dieser Art, lief unter der Bezeichnung Underground Sun Storage und wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie sowie vom Klimafonds finanziell unterstützt. In einem Folgeprojekt namens Underground Sun Conversion soll gezeigt werden, wie Erdgas in einer Kaverne durch Einbringung von Wasserstoff und einen gezielt initiierten mikrobiologischen Prozess natürlich erzeugt und gleich dort gespeichert werden kann.

    Noch einen Vorteil sieht Eigenbauer in der Power-to-Gas-Technologie: Man könne auf die bestehende, bereits bezahlte Erdgasinfrastruktur zurückgreifen, statt mit teurem Geld Stromleitungen quer durchs Land zu bauen – meist gegen heftigen Widerstand betroffener Anrainer.

    Gashändler gingen inzwischen davon aus, dass mittel- bis längerfristig zumindest der Gasbedarf der Haushalte in Europa durch grünes Gas abgedeckt werden könne.

    Auch die OMV hat die Umwandlung von erneuerbarem Strom in Wasserstoff zur Speicherung und zum Transport im Erdgasnetz in einem Pilotprojekt untersucht. Technisch sei die flexible Nutzung von erneuerbarem Strom zur Produktion von grünem Wasserstoff machbar. Wirtschaftlich und rechtlich müsse allerdings noch an einigen Stellschrauben gedreht werden, heißt es in dem Abschlussbericht. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen sei die Wirtschaftlichkeit noch nicht gegeben.

    Österreich gehört zu den Top-Vier-Gasspeicherländern in Europa. Die RAG verfügt über eine Speicherkapazität von insgesamt rund sechs Milliarden Kubikmetern Erdgas. Die OMV hat in ihren Speichern Platz für 2,3 Milliarden Kubikmeter. Zum Vergleich: Der Jahresverbrauch Österreichs liegt bei acht bis neun Milliarden Kubikmetern.

    https://www.underground-sun-storage.at/das-projekt/kurzbeschreibung.html

  • Erich Pekar
    Teilnehmer
    Post count: 586
    #20046 |

    Weltweit erste Wasserstoff-Züge fahren im deutschen Nahverkehr

    https://derstandard.at/2000087486638/Weltweit-erste-Wasserstoff-Zuege-fahren-im-deutschen-Nahverkehr

    Langfristig sollen die mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Züge den Diesel als Antriebsmittel auf den Schienen ersetzen

    Im deutschen Nahverkehr rollen die weltweit ersten Brennstoffzellen-Züge. Ab heute Montag wird an der emissionsfreie Regionalzug “Coradia iLint” die Städte Bremervörde, Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude verbinden. Auf der knapp 100 Kilometer langen Strecke sollen zwei der Züge im regulären Linienverkehr Fahrgäste transportieren. Langfristig sollen die mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Züge den Diesel als Antriebsmittel auf den Schienen ersetzen.

    Sie haben auf dem Dach einen Wasserstofftank und die Brennstoffzelle sowie Batterien im Boden des Zugs. Damit können sie bis zu 140 Stundenkilometer fahren. Statt Dieselruß geben sie Wasserdampf und Kondenswasser ab.

     

    dazu eine Meinung aus dem Forum im derStandard.at:

    Übrigens wird auch die Zillertalbahn ab 2020 auf H2 umgestellt. Als erste Schmalspurbahn der Welt.

    Der benötigte Wasserstoff wird in Mayrhofen mit Strom der „ansässigen“ Kraftwerke Schlegeis, Stillupp und Durlaßboden direkt vor Ort durch die TKW erzeugt, mit H2-Tankstelle für Strassenfahrzeuge.

    Es ist gut dass hier in neue Technologien investiert wird, auch wenn die Energieeffizienz und Ökologie aktuell schlechter als die Alternativen sind.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Zillertalbahn

  • Erich Pekar
    Teilnehmer
    Post count: 586
    #20072 |

    Europa fährt auf Wasserstoff ab

    https://derstandard.at/2000087597239/Europa-faehrt-auf-Wasserstoff-ab

    Nach dem Willen der EU-Energieminister wird in Europa ein Tor zur grünen Wasserstoffzukunft aufgestoßen. Alte Kohlekraftwerke soll schließen


    Zu besprechen gab es mehr als genug. Von einem neuen Strommarktdesign, mit dem ein Zurückdrängen von Subventionen für umweltschädliche, fossile Energien wie Öl und Kohle, aber auch von klimaneutralen, aber dafür riskanten Technologien wie Atomkraft einhergehen soll, bis hin zur Stimulierung neuer Technologien rund um Wasserstoff.

    Auf dem Betriebsgelände der Voestalpine entsteht derzeit die weltweit erste Pilotanlage zur Herstellung von Stahl mittels Wasserstoff. Und keine 40 Kilometer weiter, in Thalheim bei Wels, steht auf dem Firmengelände von Fronius eine Pilotanlage zur Gewinnung von Wasserstoff aus Sonnenenergie kurz vor der Eröffnung. Der Solh2ub kann maximal 4,35 Kilogramm Wasserstoff pro Tag erzeugen. Die Anlage ist modular erweiterbar, wird nur für interne Zwecke genützt und soll zeigen, wie mittels Elektrolyse aus Solarenergie gewonnener Wasserstoff (H2O) in Unternehmen eingesetzt werden kann – zum Auftanken einer eigenen Flotte oder zur Wiederverstromung in Zeiten eines Versorgungsengpasses.

    In den Tank eines Pkws passen rund fünf Kilogramm dieser hochkonzentrierten Energieform. Martin Hackl, Leiter des Geschäftsbereichs Solar Energy bei Fronius, zeigte sich im STANDARD-Gespräch zuversichtlich, dass der Preis für “grünen” Wasserstoff, erzeugt in dezentralen Anlagen, bis 2020 auf ein ähnliches Niveau wie jener von Diesel gedrückt werden kann. Nachsatz: “Für internen Gebrauch, ohne Steuern und Gewinnmarge. Sonst sind wir noch sehr weit von der Wirtschaftlichkeit entfernt.”

    Zu Ende gedacht könnte der breite Einsatz von Wasserstoff als Ersatz fossiler Energieträger dereinst zu Einsparungen von zig Millionen Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) führen.

    Auch wenn nicht alle Staaten die von Österreich lancierte Wasserstoffinitiative am Dienstag unterschrieben haben – Norwegen, Slowakei und Großbritannien beispielsweise folgten der Einladung nicht -, zeigte sich Köstinger in einer Pressekonferenz zuversichtlich, noch weitere Länder dafür gewinnen zu können. In der Deklaration verpflichten sich die Unterzeichner, darunter auch das Efta-Mitglied Schweiz, stärker in Wasserstofftechnologie zu investieren.

    Was die Subvention großteils alter, zum Einsatz bei Dunkelflaute betriebsbereit gehaltener Kraftwerke betrifft, zeichnet sich ebenfalls eine Neuerung ab. Energiekommissar Miguel Arias Cañete sprach davon, dass künftig nur noch Kraftwerke Geld für Reservekapazitäten bekommen sollten, die weniger als 550 Gramm CO2 je Kilowattstunde Strom emittieren.

    Wenn man diese Formulierungen hier im Artikel so liest –

    • wird in Europa  e i n   T o r  zur grünen Wasserstoffzukunft  a u f g e s t o ß e n
    • bis hin zur  S t i m u l i e r u n g   neuer Technologien rund um Wasserstoff
    • Der Solh2ub kann maximal  4 , 3 5   Kilogramm Wasserstoff pro Tag erzeugen.
    • Sonst sind wir noch s e h r  w e i t  von der Wirtschaftlichkeit entfernt.
    • … d e r e i n s t  zu Einsparungen von zig Millionen Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) führen.
    • Auch wenn  n i c h t  a l l e   Staaten die von Österreich lancierte Wasserstoffinitiative am Dienstag unterschrieben haben

    könnte man ja fast den Eindruck gewinnen, wie wenn wir noch mehr als 100 Jahre Zeit hätten, auf Wasserstoff als allgemein üblichen Energieträger warten zu können und den derzeitigen Wasserstoffinititativen bzw.Pilotprojekten keine Chance auf Erfolg eingeräumt werden.
    Es dürfte aber viel mehr Tatsache sein, dass Wasserstoff als Energieträger spätestens in 10 Jahren eingeführt sein muss und sicher und verlässlich funktionierene Anlagen zu dessen Herstellung, Verteilung und Nutzung  spätestens ab 2025 bereits für allgemeine Nutzung (auch durch Private) leistbar zur Verfügung stehen müssen, wenn wir das Ziel, bereits ab 2030 unsere dann benötigte elektrische Energie ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern (insbesondes auch ohne Weiterverwendung der Brückentechnologie von fossil befeuerten thermischen Kraftwerken zur Überbrückung von lang anhaltenden Dunkelflauten) erzeugen zu wollen, tatsächlich erreichen wollen.
    Um dieses Ziel wenigstens annähernd erreichen zu können, müssten allerdings die Bauordnungen sofort angepasst werden, um in allen neu zu errichtenden Gebaüden wenigstens den Platz bzw, die Leitungstrassen für (auch wasserstofftaugliche)  Gasinfrastrukturen vorzusehen. Dazu gehören dann nicht nur die Leitungstrassen bis in die Wohnungen, um dort Heizen bzw. Kochen – z.B. mit Synthesegas – in Zukunft zu ermöglichen, sondern auch Speicher- und Verdichtungs-Anlagen, um mit der elektrischen Energie aus der Fotovoltaikanlage am Hausdach bzw. im Garten selber Wasserstoff erzeugen und auch für den Eigengebrauch und als Teilspeicher eines größeren regionalen Speichers für Dunkelfklauten bereit halten zu können.
    Irgendeine Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen/Maßnahmen ist aber tatsächlich erst nach (sicherlich bald zu erwartenden) stark steigenden Preisen für elektrische Energie -spätestens nach dem ersten massiven Blackout- zu erreichen.
    Unabhängig davon ob bzw. wann Wasserstofftechnologien auch für breiten (privaten) Einsatz wirtschaftlich zur Verfügung stehen werden, ist die Verwendung von Wasserstoff als Energieträger – zumindest nach den mir verfügbaren Informationen und meiner Einschätzung zufolge –  derzeit die einzige Möglichkeit, um unsere Energieversorgung auch in  Zukunft allein aus erneuerbaren Energiequellen überhaupt sicherstellen zu können.
    Um die derzeitige “Wirtschaftlichkeit” daher beurteilen zu können, müsste erst wirtschaftlich bewertet werden, was es bedeuten würde – welche wirtschaftlichen Schäden in Zukunft durch längere und wiederholte Totalausfälle unsrere Versorgungsnetze für elektrische Energie zu erwarten wären – wenn wir wegen derzeitiger “Unwirtschaftlichkeit” Wasserstofftechnologien nicht einsetzen und weiterentwickeln würden.

    Unabhängig von der Diskussion über die Machbarkeit der Wassserstofftechnologie, bleibt allerdings die Frage – zumindest aus meiner Sicht – weiterhin offen, ob es uns bei Beibehaltung unseres derzeitigen Lebensstils – gerade in Zusammenhang mit unsererem weiterhin stark steigenden Energieverbrauch ( für 2030 werden für Österrich  88 TWh Bedarf an elektrischer Energie erwartet, ca. 20 TWh mehr  als derzeit)  – überhaupt gelingen wird,  aus erneuerbaren Energiequellen in Zukunft über ausreichende Mengen elektrischer Energie zu verfügen.
    Ohne drastische Einschränkung unseres Energieverbrauches (als nicht weiter begründbare  “Bauchschätzung” bzw. “Gefühl” : z.B. auf 1/10 des heutigen Verbrauches) wird’s vermutlich nicht gehen. Wenn dieses “Gefühl” sich als möglicherweise richtig erweisen sollte, dann hätte das aber schwerste Konsequenzen auf unser aller tägliches Leben und unser heutiges Verständnis von Wirtschaft.
    Selbst über Gedankenmodelle – wie eine Gesellschaft bzw. “die Wirtschaft” bei drastischer Einschränkung des Energieverbrauches funktionieren könnte – scheint sich aber heute noch niemand den Kopf zerbrechen zu wollen.

You must be logged in to reply to this topic.