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    Erich Pekar
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    http://derstandard.at/2000062060472/Forscher-zweifeln-am-Erreichen-des-Zwei-Grad-Ziels

    Die Wahrscheinlichkeit liegt laut einer neuen Studie unter fünf Prozent. Prognostiziert wird das Szenario eines Anstiegs um 3,2 Grad

    Rechtzeitig zum Augustbeginn zeigt sich der Sommer von seiner heißesten Seite. Denn der Juli war vergleichsweise wenig rekordhitzeverdächtig. Er lag zwar um ein Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel, schaffte es damit aber “nur” unter die 20 wärmsten der Messgeschichte. Aber der nächste Monat mit Rekordhitze kommt bestimmt – vielleicht wird es der August. Im Alpenraum sind die Durchschnittstemperaturen seit Beginn der Industrialisierung im weltweiten Vergleich besonders stark gestiegen: Seit 1850 ist es um rund 1,5 Grad Celsius wärmer geworden, rund um den Globus betrug die Erwärmung etwa 1,2 Grad Celsius. Und geht es nach der internationalen Klimapolitik, dann soll es bis zum Ende des 21. Jahrhunderts nur mehr um 0,8 Grad wärmer werden – oder eben um zwei Grad seit 1850.

    Selbst das Erreichen des Zwei-Grad-Ziels ist eine Herausforderung: Die weltweiten Treibhausgasemissionen müssten bis 2050 um mindestens die Hälfte sinken, in den Industrieländern um 80 bis 95 Prozent, in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts wären die weltweiten Emissionen von CO2 zwingend auf null zu reduzieren.

    Das Ergebnis der statistischen Analysen ist ernüchternd: Laut den Autoren beträgt die Wahrscheinlichkeit, die 1,5-Grad-Grenze zu erreichen, unter einem Prozent. Das Zwei-Grad-Ziel sei machbar – freilich nur mit erheblichen Anstrengungen auf allen Ebenen: bei der Bevölkerungsentwicklung ebenso wie bei der Reduktion der Treibhausgase. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Menschheit dazu aufraffen kann, liege bei fünf Prozent. Umgekehrt sei eine Erwärmung bis zum Jahr 2100 von zwei bis 4,9 Grad Celsius zu 90 Prozent wahrscheinlich. Am ehesten scheint aus heutiger Sicht eine Erwärmung um 3,2 Grad Celsius.

    Es geht also – eigentlich schon lange nicht mehr – nur um Apelle an die “Vernunft der  Verbraucher”, sondern um drastische  – und hoffentlich richtige – Maßnahmen.
    Das Fahrverbot von Diesel-Kraftfahrzeugen bzw. Verbot aller Verbrennungsmotoren ist da erst der Anfang , aber vermutlich auch schon zu spät. Es geht aber  nicht nur um den  (auch weltweiten)  Straßenverkehr sondern auch um den Schiffsverkehr und den Flugverkehr. Und wer glaubt, dass das keine gravierenden Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft und unser aller tägliches Leben haben wird , der kann wohl nur mehr als “Träumer” bezeichnet werden.
    Und trotzdem verhalten wir uns (nicht nur in Österreich) so , wie wenn einschneidenede Maßnahmen nicht notwendig wären und wir weiter so tun könnten, wie wenn wir keine Umwelt- /Klimaprobleme hätten und wir immer erst auf “international akkordierte” Maßnahmen warten – und selbst nicht zu deren Entwicklung beitragen müssten.

    Die derzeitigen Flüchtlingsprobleme  und Auswirkungen der Radikaliserung von Menschen  sind da nur ein erster,  noch schwacher,  Hinweis darauf,  was uns in Zukunft – auch zufolge überhand nehmender Klimaflüchtlinge ( selbst innerhalb der EU ! ) –  noch erwarten wird.

     

     

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  • Erich Pekar
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    #16696 |

    Neue Methode soll Treibstoffgewinnung aus CO2 billiger machen

    http://derstandard.at/2000062344857/Neue-Methode-soll-Treibstoffgewinnung-aus-CO2-billiger-machen

    Linzer Forscher präsentieren eine Alternative zum Einsatz teurer und seltener Metalle als Katalysatoren

    Eine effiziente Umwandlung des Treibhausgases Kohlendioxid in Treibstoff wäre ökologisch wünschenswert, erfordert jedoch bisher den Einsatz edler und seltener Metalle. Eine Forschergruppe der Universität Linz hat im Fachjournal “Science Advances” nun eine Methode vorgestellt, die kostengünstigere Materialien einsetzt und dennoch eine ähnliche Effizienz aufweist.
    Kohlendioxid gilt als Hauptursache für den Klimawandel. Das Gas, das bei jeder Verbrennung freigesetzt wird, trägt entscheidend zum Treibhauseffekt und damit zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei. Neben einer Reduktion des von Menschen verursachten Ausstoßes wird auch die Umwandlung des Gases in Treibstoff als eine Möglichkeit gehandelt, das Problem in den Griff zu bekommen.

    Unter den derzeitigen Prognosen zu Klimaentwicklung wäre die flächenhafte Einführung dieser Methode zur synthetischen Erzeugung von Treibstoffen  ( z.B. für den weiteren Betrieb von Verbrennungsmotoren in privaten PKW ) ein Kuhhandel.
    Vor 50 Jahren hätte uns diese Methode als Ersatz für Benzin und Diesel aus fossilen Quellen – möglicherweise – noch helfen können.
    Durch derartige Treibstoffe würde der Atmosphäre durch die Verbrennungsprozesse in den Motoren weiterhin CO2 – und  vermutlich auch NOx bzw. andere Schadstoffe zugeführt werden  – auch wenn das benötigte CO2 direkt aus der Atmosphäre an den Produktionsstätten entnommen werden würde.
    Als einziges “Abgasprodukt” ist aber nur mehr Wasserdampf oder noch besser – sind gar keine Abgase mehr zulässig !
    Und großtechnische Prozesse zum  E n t z u g  von CO2, Methan  und anderer klimaschädlicher Gase aus der Atmosphäre werden wir zusätzlich brauchen. Denn wenn die Permafrost-Böden alle aufgetaut sind und das Methaneis in vielen Meeresböden durch steigende Meerestemperaturen auch noch aktiviert wird, dann werden noch mehr klimaschädliche Gase aus den Böden/Meeren in die Atmospäre entweichen und dann wird’s noch rascher noch heisser.
    Wir werden  also nicht umhin kommen, unsere gesamte Wirtschaft von der Ressourcengewinnung bis zur Abfallentsorgung und inklusive aller Energie- und Verkehrs-Technologien  auf  vollkommene Abgasfreiheit umzustellen und zusätzlich großtechnische Prozesse zum nachhaltigen Entzug klimaschädlicher Gase aus der Athmosphäre zu betreiben – ohne diese Gase bald wieder freizusetzen.
    Da haben wir (nicht nur in Österreich) noch sehr viel zu tun und fast keine Zeit mehr.

    https://www.cnbc.com/2017/07/30/siberian-craters-big-releases-of-methane-could-pose-broad-problems.html

     

     

     

     

  • Erich Pekar
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    #16850 |

    Klimawandel: Vor lauter Millionen sehen wir die Milliarden nicht

    http://derstandard.at/2000063121369/Klimawandel-Vor-lauter-Millionen-sehen-wir-die-Milliarden-nicht
    Userkommentar von Josef Spitzer (Außerordentlicher Universitätsprofessor und Lehrbeauftragter an der TU Graz im Fach Energiewirtschaftslehre)

    Nur ordnungspolitische Maßnahmen, die eine Verteuerung fossiler Energieträger zur Folge haben, sind zielführend

    An die regelmäßigen Nachrichten über den bevorstehenden Klimawandel und an die regelmäßigen Einwände, dass es Klimaschwankungen schon immer gegeben habe, haben wir uns gewöhnt. Daran werden vermutlich auch Ereignisse wie das Abbrechen riesiger Eismassen in der Antarktis oder Hitzewellen und Unwetter wie im heurigen Sommer nichts ändern. Ebenso gewöhnt haben wir uns an die regelmäßigen Aussagen hochrangiger Persönlichkeiten zum Thema Klimaschutz, wie jüngst wieder beim R20-Kongress in Wien: “Der Klimawandel bedroht das Leben auf der Erde, wir müssen dringend etwas dagegen tun.” So weit, so gut. Aber hören wir das nicht schon seit nunmehr 25 Jahren – seit der Weltklimakonferenz in Rio de Janeiro 1992 –, und müssen wir nicht feststellen, dass wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel bis heute ausgeblieben sind?

    Das langfristige Ziel ist also die Reduktion der Emissionen auf 4,3 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr.
    Bis zum Jahr 2016 sind die jährlichen Emissionen aber auf 33,5 Milliarden Tonnen angestiegen!

    Wo stehen wir heute? Seit Mitte der 1970er-Jahre laufen – ausgelöst durch die Ölpreiskrise Ende 1973, später intensiviert wegen des erkannten Klimaproblems – Forschungsarbeiten, die schon sehr bald zwei klare Erkenntnisse lieferten: Erstens, seit Anfang der 1980er-Jahre wissen wir, dass erneuerbare Energie in ausreichendem Maße verfügbar ist und mit heute einsetzbaren Techniken gewonnen werden kann, um das 20-Prozent-Ziel zu erreichen. Zweitens, seit Anfang der 1990er-Jahre wissen wir, dass die Kosten des Einsatzes erneuerbarer Energie für die Verbraucher auf absehbare Zeit höher sein werden als jene der fossilen Energie – aus heutiger Sicht inflationsbereinigt etwa doppelt so hoch. Das heißt, solange die fossilen Energieträger vergleichsweise billig verfügbar sind – die Kohlereserven reichen für mehrere Jahrhunderte, die Preise für Erdöl und Erdgas könnten noch gesenkt werden –, wird die notwendige breite Markteinführung der erneuerbaren Energie nicht stattfinden, was man als “Marktversagen” bezeichnet. Die Markteinführung wird also nur mit einschneidenden ordnungspolitischen Maßnahmen erreichbar sein, zum Beispiel mit Steuern auf die fossilen Energieträger oder mit vorgeschriebenen Einsatzquoten für erneuerbare Energie. Der Zeitpunkt, diese Perspektive auch nur anzudeuten, scheint für die Politik noch nicht gekommen zu sein.

    Günter Pilch brachte es kürzlich in der “Kleinen Zeitung” auf den Punkt: Die Regierung produziert ein Wohlfühlpapier zum Klimaschutz nach dem nächsten und duckt sich eilig weg, sobald es wirklich ernst zu werden droht.

    Was Österreich unternehmen wird, steht im Arbeitsprogramm der Bundesregierung vom Jänner 2017: “Bis Sommer 2017 wird die gemeinsame integrierte Energie- und Klimastrategie der Bundesregierung fertiggestellt und im Ministerrat beschlossen. Ziel ist eine Strategie, die aus volkswirtschaftlicher Sicht das Optimum für Österreich bringt … Das Zielquadrat Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Leistbarkeit, Versorgungssicht sowie EU 2030 & Pariser Klimaziele bilden den Rahmen …”. In diesem “Zielquadrat” sind allerdings bereits jene Hintertüren (Wettbewerbsfähigkeit, Leistbarkeit) genannt, die es ermöglichen sollen, auf den wichtigsten Schritt zu verzichten: ordnungspolitische Maßnahmen, die eine Verteuerung der fossilen Energieträger zur Folge haben.

    Vor dem Hintergrund der aktuellen Prioritäten in der Europa- und Weltpolitik ist nicht zu erwarten, dass die für eine einschneidende Neuorientierung der Energieversorgung notwendigen Maßnahmen zur Erreichung des 20-Prozent-Ziels in absehbarer Zeit gesetzt werden können.

    Aber klar dürfte auch sein, dass ein politischer “Wunderwuzi”,  der genau wüsste, welche Maßnahmen in welchem Umfang gesetzt werden müssten,  um die erforderlichen Klima-/Umwelt-Ziele zu erreichen – und diese Maßnahmen auch ernstlich umsetzen wollte, spätestens nach den nächsten Wahlen  aus allen Entscheidungfunktionen geworfen werden würde und sich mit seinen Parteianhängern bestenfalls als Oppositionspartei im Parlament – falls dort überhaupt noch – wiederfinden würde.
    Die erforderlichen Maßnahmen  – zum Umbau unserer Gesellschaft bzw. unserer technischen Umwelt – wären so weitreichend, umwälzend, folgenreich und (zumindest zunächst) auch schmerzlich, dass ein solcher “Wunderwuzi” nur mit härtestem Widerstand und kaum bis gar nicht mit Unterstützung  aus anderen politischen Gruppierungen und schon gar nicht aus Unternehmen und der “breiten” Bevölkerung  rechnen könnte.

    Eigenvorsorge für weiter steigende Temperaturen  ist also angesagt :
    z.B.: ist ihre Wohnung
    wirklich sicher vor Hochwasser ( bestehende –  auch erst neu errichtete Anlagen – werden vermutlich bald  nicht mehr ausreichend Schutz bieten ),
    könnte sie vielleicht durch Waldbrände oder Tornados bedroht werden,
    könnte sie durch zunehmenden Steinschlag oder häufigere Felsstürze gefährdet sein,
    könnten Sie ihre Wohnung auch bei längeren Stromausfällen noch benützen, könnten Sie ihre Wohnung dann überhaupt noch erreichen bzw. verlassen  … ?

     

     

  • Erich Pekar
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    #16857 |

    Austretendes Methan: Forscher warnen vor Rückkopplung
    http://derstandard.at/2000063042158/Austretendes-Methan-Forscher-warnen-vor-verhaengnisvoller-Rueckkopplung

    Forscher versuchen Zusammenspiel von Klimawandel und Methanfreisetzung in Feuchtgebieten zu quantifizieren

    Methan ist ein 25 Mal so starkes Treibhausgas wie Kohlendioxid. In die Atmosphäre gelangt es auf verschiedene Weisen: Reisanbau, der Verbrauch fossiler Brennstoffe und die Abgase massenhaft gehaltener wiederkäuender Tiere wie Rinder oder Schafe zählen zu den Faktoren, für die der Mensch verantwortlich ist. Aber es gibt auch natürliche Quellen. Zu Letzteren zählen Feuchtgebiete und seichte Gewässer, wo biologische Abbauprozesse das Gas freisetzen – und diese Gebiete befinden sich in einer verhängnisvollen Rückkopplung mit der Erderwärmung: Die Erwärmung erhöht den natürlichen Methan-Ausstoß aus Feuchtgebieten, das so freigesetzte Treibhausgas wiederum heizt den Klimawandel noch zusätzlich an.

    Selbst wenn – was mittlerweile als unrealistisch gilt – die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens umgesetzt werden, die auf eine Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit abzielen, werde der Rückkopplungseffekt der Feuchtgebiete den Klimawandel weiter anheizen, so die Forscher.

    http://www.pnas.org/content/early/2017/08/16/1618765114

  • Erich Pekar
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    #16859 |

    Die Autoindustrie unter Strom setzen

    http://derstandard.at/2000063262561/Autoindustrie-unter-Strom-setzen

    Die EU und Europas Industrie müssen bei emissionsfreier Mobilität in die Gänge kommen. Die Technologieführerschaft darf dabei nicht den Amerikanern und Chinesen überlassen werden

    “Das Ende des Diesel- und des Benzinmotors ist in Sicht.” Diese Aussage stammt nicht aus dem Pamphlet einer radikalen grünen Organisation, sondern ist der Titel einer Analyse im wirtschaftsliberalen Economist vom 12. August. Sie folgt ähnlichen Erkenntnissen der deutschen Wirtschaftswoche und des englischen Guardian.

    Europa hat im Vertrag von Paris unterschrieben, die Klimaerwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten. Dafür ist bis 2050 eine Reduktion der Emissionen um mindestens 80 Prozent notwendig. Da die verbleibenden 20 Prozent für Industrie, Notfälle und einkommensschwache Regionen reserviert werden müssen, darf der Verkehrssektor dann nichts mehr emittieren. Heute ist der Verkehr für mehr als ein Viertel der Emissionen verantwortlich, und sie steigen im Unterschied zu anderen Sektoren deutlich.
    Weder auf europäischer Ebene noch bei den Mitgliedsländern der Europäischen Union sind Konzepte verfügbar, die der Radikalität der notwendigen Veränderungen entsprechen.

    Zwei Extrempositionen sind zu vermeiden: erstens die Behinderung von Mobilität. Und zweitens die Leugnung des Klimaproblems. Am wichtigsten ist es, falsche Preissignale und Sackgassen zu vermeiden und offen für neue Lösungen zu sein.

     

  • Erich Pekar
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    #16862 |

    Stromengpass: Österreich mit zu wenig Reserven

    http://derstandard.at/2000063318708/Stromengpass-Oesterreich-mit-zu-wenig-Reserven

    Care Energy ist als erster Stromlieferant seit Öffnung des Marktes in Österreich pleitegegangen. E-Control-Chef Andreas Eigenbauer macht sich keine Sorgen

    Dass man bei einem Wechsel des Strom- oder Gaslieferanten bares Geld sparen kann, ist mittlerweile nicht nur Insidern bekannt. Sorgen, plötzlich im Dunkeln sitzen zu müssen, weil der neue Anbieter aus welchem Grund auch immer seine Lieferzusage nicht einhalten kann, sind seit Ende der Vorwoche wohl auch ein Stück weit verflogen.
    Letzten Freitag hat die Regulierungsbehörde E-Control Kunden von Care Energy, die Insolvenz angemeldet hat, per Losentscheid Ersatzlieferanten zugeteilt.

    Der Großteil hat dem Vernehmen nach den vorgeschlagenen Ersatz akzeptiert.

    E-Control-Chef Andreas Eigenbauer macht sich deshalb aber keine Sorgen. “Es ist doch beeindruckend, dass es bei uns selbst für diese Fälle eine gesetzliche Regelung gibt, die das Prozedere eindeutig klärt”

    Deutlich beunruhigender seien da schon die fehlenden Kraftwerksreserven in Österreich.

    Das hätten die kalten Wochen im heurigen Jänner und Februar gezeigt. Die Stromversorgung habe nur dank massiver Importe aus Deutschland und Tschechien über den gesamten Zeitraum sichergestellt werden können. “Bis zu diesem Winter waren wir der Meinung, die Versorgungssicherheit sei gegeben, das ginge sich mit der nationalen Leistung aus”, sagte Eigenbauer. “Wir wurden eines Besseren belehrt.”
    Stromseitig ist Österreich stark abhängig von den Pumpspeichern. “Das sind aber Tages- und Wochenspeicher”, sagte Eigenbauer. “Bei einer dreiwöchigen Kälteperiode, wie wir sie heuer hatten, sind die Pumpspeicher vorzeitig erschöpft. Damit hat das Land plötzlich keine Leistung mehr außer dem, was an kalorischer Leistung da ist – sprich Gas- und alte Kohlekraftwerke.”
    Österreich stehe mit dieser Problematik nicht allein da. “Die meisten Mitgliedsstaaten der Union rüsten parallel zum Energy-only-Markt Kapazitätsmechanismen nach. Energy-only-Markt bedeutet, dass Kraftwerksbetreibern nur die bereitgestellte Energiemenge (Stromproduktion in Kilowattstunden, kWh) bezahlt wird. Für die Vorhaltung von Erzeugungskapazitäten – sprich Kraftwerksleistung in Kilowatt – erfolgt keine direkte Vergütung.

    Die Aussage

    “Bis zu diesem Winter waren wir der Meinung, die Versorgungssicherheit sei gegeben, das ginge sich mit der nationalen Leistung aus”

    ist  aber nicht gerade ein Hinweis auf besondere fachliche Kompetenz der E-Control !
    Denn schon in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts war unter Kritikern des unbegrenzten Wachstums und garade auch in der Diskussion um die Nutzung der Atomenergie in Österreicheinen immer wieder  zu hören, dass ständig wachsender Energiebedarf nicht durch auch ständig wachsenden Zuwachs an Produktionskapazitäten befriedigt werden kann  bzw. darf. Und dass es  nur eine Frage der Zeit ist, bis jener Punkt erreicht sein wird, an dem alle bekannten (und realisierbaren – allenfalls noch zusätzlich zu errichtenden) Produktionskapazitäten ausgeschöpft sein werden.
    So “überraschend”  ist es daher nicht, dass wir offenbar jetzt diesen Zeitpunkt bereits erreicht haben – er war jedenfalls “irgendwann” zu erwarten.
    Wir werden daher vielleicht  schon  im nächsten Winter  oder in der nächsten Hitzeperiode (mit noch mehr elektisch betriebenen Klimananlagen als heute und vielleicht extremem Niederwasser in ganz Europa) unsere Stromversorungsnetzte ganz massiv entlasten müssen, indem viele Verbraucher ( bzw. Abnehmer ) zwangsweise vom Netz genommen werden –  elektrischer Strom rationiert werden wird müssen, wenn wir nicht unkontrollierte Netzzustände und damit vielleicht auch größere Schäden am unseren Energieverteilnetzen vermeiden wollen.

    Dass wir dann – allein für die vollständige Umstellung aller  Privat-PKW  auf Elektrofahrzeuge – “ohnehin nur” 8 zusätzliche Großkraftwerke ( >= 1 GW ) benötigen – für die aber nicht einmal geplante Standorte bereits bekannt sind – und mindestens nochmal soviel Produktionskapzität für den Ersatz fossiler Energieträger im Bereich  Raum- und Prozesswärme  benötigen  und in Zukunft vermutlich alle Wohnungen in den Ballungsräumen mit Klimageräten ausgestattet werden müssen, um die kommenden Hitzewellen dort ohne gesundheitliche Folgeschäden überstehen zu könnene , wird nicht gerade zur Entspannung der Energie- Verorgungslage beitragen.

    Und auch unsere Kommunikationsnetze tragen nicht gerade dazu bei,  diese Energiesituation zu entschärfen : So wird zwar mit jeder neuen Generation von Funktechnologien pro übertragenem Bit – vielleicht sogar tatsächlich – weniger elektrische Energie benötigt – die je Anwendung (vor allem für Unterhaltung)  erforderliche Bitraten (und transportierten Datenmengen)  “explodieren” aber geradezu.

    Siehe dazu auch folgender Artikel  aus teltarif.de  über  die Greenpeace-Studie “Clicking Clean” zu diesem Thema:

    https://www.teltarif.de/internet-energieverbrauch-greenpeace-studie/news/66989.html

    und hier zur Originalstudie “Clicking Clean” von Greebpeace :
    https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20170110_greenpeace_clicking_clean.pdf

  • Erich Pekar
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    #16869 |

    Wie wir uns die Klimakrise schönreden – und was zu tun ist
    http://derstandard.at/2000063372110/Wie-wir-uns-die-Klimakrise-schoenreden-und-was-zu-tun

    Wie wir über die Erhitzung der Erde sprechen, beeinflusst unser Denken massiv, sagt Elisabeth Wehling

    Seit Donald Trump Präsident der USA ist, dürfen Mitarbeiter der Umweltagentur EPA das Wort Klimawandel nicht mehr verwenden. Der Immobilienmagnat hält die Erhitzung der Erde nicht für menschengemacht und will so die Debatte umlenken. Dass das funktionieren kann, bestätigen Arbeiten der Neurolinguistin Elisabeth Wehling, die sie am Mittwoch beim Forum Alpbach vorstellte.
    Wie wir sprechen, beeinflusst, wie wir denken. Spricht ein Politiker von einer schlechten Steuer, dann wird im Gehirn nichts ausgelöst. Ist aber von einer widerlichen Steuer die Rede, dann wird eine Region im Hirn aktiviert, die mit Ekel verbunden ist, sagt Wehling. Ähnlich verhält es sich mit der Klimakrise. Dazu brauche es nicht einmal Trump, der eine neue Diktion durchsetzen will. Auch die Art und Weise, wie in den Medien und von progressiven Politikern über das Thema gesprochen wird, verzerrt die Debatte.
    ….
    Ähnlich kritisch sieht sie den Begriff “Klimawandel”. Ein Wandel könne etwas Positives oder Negatives sein, die Dinge würden sich ständig ändern, “das ist nichts Bedrohliches”. Laut Wehling haben die Republikaner in den USA sogar aktiv daran gearbeitet, dass sich der Begriff Klimawandel verbreitet. Ihr Vorschlag: Man solle von der Klimakrise, -katastrophe oder -verschlechterung sprechen. Aber der nächste Begriff ist schon dabei, sich zu verbreiten, sagt Wehling. Die Leute hinter Trump würden den Begriff “Wetterextreme” forcieren, das gehe aus geleakten E-Mails hervor.
    ….

     

  • Erich Pekar
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    #16884 |

    EU verbraucht Ressourcen außerhalb Europas schonungslos

    http://derstandard.at/2000063498203/EU-laesst-Ressourcen-ausbeuten

    Schonender Verbrauch von Ressourcen ist der EU ein Anliegen, aber nur zuhause – anderswo sieht es schlechter aus

    Wenn es um die eigenen Treibhausgasemissionen oder den Rohstoffabbau geht, hat Europa einiges in Bewegung gesetzt, um die Umwelt zu schonen. Doch derartige Ambitionen lassen einen Faktor außer Acht: den importierten Ressourcenverbrauch. In einer neuen Studie der Wirtschaftsuniversität Wien wurde nun der ökologische Fußabdruck der EU unter Einbeziehung der eingeführten Güter untersucht. Das Ergebnis: Während Europa beim Verbrauch eigener Materialien stark auf die Bremse gestiegen ist, sind die direkt und im Zuge der Verarbeitung indirekt eingeführten Rohstoffe sprunghaft angestiegen.
    Das hängt mit dem wachsenden Bedarf an Lebensmitteln, Baustoffen und Produkten mit hohem Metallanteil zusammen, beispielsweise Autos, Haushaltsgeräte und Elektronikprodukte. Und: In vielen Branchen hat sich die Erzeugung dieser Güter im Zuge der Globalisierung aus Europa wegverlagert – in manchen Bereichen sogar zu 100 Prozent, erklärte Stefan Giljum. Er leitet die Forschungsgruppe “Nachhaltige Ressourcennutzung” an der WU Wien und analysiert in einem vom Europäischen Forschungsrat geförderten fünfjährigen Projekt die Import-Export-Relationen der Rohstoffgewinnung.
    Das Ziel des Unterfangens: Verschiedene Importe haben höchst unterschiedliche Umweltfolgen. Klimawandel, Wasserknappheit oder Rodungen hängen auch davon ab, wo und wie der Ressourcenabbau erfolgt. Giljum nennt ein Beispiel: “Für die ökologischen Auswirkungen unseres Konsums, etwa auf die Wasserknappheit, macht es einen großen Unterschied, ob importierte Metalle aus sehr trockenen Regionen wie etwa der Atacama-Wüste in Chile stammen oder aus gemäßigten Klimazonen, in denen Wasser ausreichend vorhanden ist.”
    ….
    Derzeit werden Rohstoffe in armen Ländern ausgebeutet und in reiche Staaten geliefert. Der Handel verstärke somit globale ökologische Ungleichheiten. Wollten unterentwickelte Regionen wie Subsahara oder Südasien aufholen, müsste der Konsum von Ressourcen dort ansteigen. Und, so Giljum weiter: “In einer Welt, die ökologisch bereits an ihre planetaren Grenzen stößt, kann dieses Wachstum nur erreicht werden, wenn gleichzeitig der Rohstoffkonsum in den Hochverbrauchsregionen wie etwa Europa sinkt.”
    ….
    Unterteilt man die großen Gruppen in Produktbereiche, verursacht der Bausektor mit seinen Vorprodukten den größten importierten ökologischen Fußabdruck in der Union. Dahinter folgen der Gesundheitssektor, zu dem auch Pharmazeutika gerechnet werden, und Lebensmittel.

    dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at

    Unser Konsum ist das wichtigste Instrument die Welt zu retten.
    Es ist die Wahl die wir täglich treffen. Sie bestimmt was morgen am Markt zu finden ist.

    Und die Kommunikations- bzw. Werbe-Möglichkeiten der Dgitalen Welt stellen einen ganz bedeutenden Faktor für die Beibehaltung oder Änderung unseres Konsumverhaltens dar.
    Aber auch der immense Elektronikschrott der überaus kurzlebigen Geräte der Digitalen Welt trägt zu wesentlichem Müllexport – mit allen damit verbundenen Problemen  für die Umwelt der Zielländer und die Gesundheit der in diesen Ländern mit der “Verarbeitung” dieses Schrotts in Berührung kommenden Bevölkerung – bei.
    Gleichzeitig werden auch durch die Rohstoffgewinnung ( und Gerätefertigung) für den Ersatz der oft vorzeitig verschrotteten Geräte ähnlich große Umwelt- und Gesundheits- und Sozial-Probleme in den Ländern der “3. Welt” verursacht.
    Hauptsache, wir in Europa können uns “rühmen”, unsere  Umwelt wenigstens manchmal zu schützen und immer weniger Energie je transportiertem Bit in unseren Breitbandnetzen zu verbrauchen.

     

  • Erich Pekar
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    #16894 |

    Deutschland : Mobilitätsfonds bei Dieselgipfel auf eine Milliarde Euro erhöht
    http://derstandard.at/2000063549840/Merkel-beraet-mit-30-Staedten-ueber-weniger-Diesel-Abgase

    Bund und Kommunen trafen sich – E-Mobilität und Öffi-Verkehr sollen gefördert werden


    Mit dem Geld sollen von Stickoxid-Emissionen stark betroffene Kommunen die Infrastruktur für E-Mobilität verbessern und öffentliche Nahverkehrsangebote attraktiver machen.
    Vier Wochen nach einem ersten Dieselgipfel mit der Autoindustrie sollte es am Montag um stärkere kommunale Aktivitäten gehen. Dazu gehören zum Beispiel eine Umstellung von Bussen und Müllwagen auf alternative Antriebe sowie bessere Angebote im öffentlichen Nahverkehr und für Radfahrer.

    Das Treffen zum Thema Dieselabgase hilft nach Einschätzung von Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt nicht gegen Fahrverbote. “Was hier beschlossen wird, sind Investitionen für die Kommunen. Die sind mittelfristig, die sind langfristig, die werden kein Fahrverbot verhindern.”
    Nötig seien kurzfristige Nachrüstungen von Diesel-Pkw, die verbindlich und nachprüfbar sein müssten, sagte die Fraktionschefin der Grünen

    Die Kanzlerin betonte, dass “wir noch Jahrzehnte Verbrennungsmotoren brauchen werden”.

    Insgesamt wurden jedoch im abgelaufenen Monat mit 253 679 Pkw 3,5 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen als vor einem Jahr, was auch an einem kräftigen Plus bei den Stadtgeländewagen (SUV) lag. Nach acht Monaten liegt der deutsche Markt bei den Pkw-Neuzulassungen mit 2,9 Prozent im Plus.
    ….

    Für  die Regierung in Deutschland scheint  es somit gar klein Klima-Problem  und auch keien schweren gesundheitliche Folgen für die von Feinstaub und Stickoxiden besondersd stark betroffene Bevölkerung zu geben.
    Das wird wirklich spannend, ob das die Gerichte in Deutschland  – zumindest hinsichtlich der gesundheitlichen Folgen – dann genau so sehen.

    Tatsächlich aber sollten wir alle die “Notwendigkeit” unseres derzeitigen Mobilitätsverhaltens  ( Pendlerverkehr. Wirtschaftsverkehr aber auch Flugverkehr ) ernsthaft hinterfragen und den Zwang zu imer noch mehr Mobilität mit geeigneten Maßnahmen (die jedenfalls nicht nur technischer Natur sein dürfen)  entgegenzutreten.

    Mit jährlich noch mehr Fahrzeugen  auf den Straßen und noch mehr  Flugkilometern werden wir die erforderlichen Ziele zur Einbremsung der weiteren Temperatursteigerungen – gerade auch in unseren Städten – sicher nicht erreichen.

    Und es scheint sogar so zu sein , wie wenn die Digitale Welt – z.B. auch durch viel “effektivere” Werbemaßnahmen – selbst auch erheblich zu dieser Entwicklung beitragen würde.

     

  • Erich Pekar
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    #16930 |

    Nach Dieselskandal: Benzinmotoren sind in Österreich gefragter denn je
    http://derstandard.at/2000063916713/Nach-Dieselskandal-Benzinmotoren-sind-in-Oesterreich-gefragter-denn-je

    Höchster Augustabsatz an Pkws seit 49 Jahren – von der Umweltprämie sind Kunden enttäuscht, sie fällt mickriger aus als in Deutschland

    Die Nachfrage nach Autos ist trotz des Dieselskandals ungebrochen. Im August wurden 26.058 Pkws neu zugelassen, das ist laut Erhebung der Statistik Austria ein Zuwachs um zehn Prozent im Vergleich zum August des Vorjahres.

    Mit 122.036 neu zugelassenen Diesel-Pkws liegt der Dieselanteil in Österreich nach den ersten acht Monaten 2017 noch immer bei 50,8 Prozent. Ende August des Vorjahres waren es noch 57,5 Prozent oder 127.888 Fahrzeuge.
    ….

    Ein Ausstieg aus fossilen Energieträgern schaut jedenfalls anders aus – und damit meine ich noch gar nicht das gesetzliche Verbot von Verbrennungsmotoren oder großflächigere   Fahrverbote.

    Es gibt ja offenbar noch nicht einmal im Ansatz Konzepte,  wie in Zukunft der heute übliche Verkehr ohne motorisierten Straßen-Verkehr überhaupt bewerkstelligt werden könnte. Mit einzelnen Verlängerungen von bestehenden Straßenbahn-/Lokalbahnlinien oder lediglich Modernisierung von Bahnhöfen oder Zugsgarnituren und Hochgeschwindigkeitsstrecken werden wird das sicher nicht zu schaffen sein.
    Vollkommen übersehen wird dabei, dass der Mobilitätsbedarf in der Fläche – selbst innerhalb userer Ballungsräume –  damit  nur ungenügend bis gar nicht  gedeckt wird.

    Es scheint auch  niemand daran zu denken, dass auch für den privaten Individual- Transport von Gütern/Gepäck (auf Ladeflächen/ in Kofferräumen von PKW) ,  für den Straßengüter- /Liefer-Verkehr (sowohl  regional als auch international) und  auch den Schiffs- und Flugverkehr entsprechende  Umstiegs- und Ersatzkonzepte erforderlich sind – um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern demnnächst (das heißt innerhalb der nächsten 30 Jahre) wirklich vollständig zu schaffen.
    Ein “einfaches” Verbot von Verbrennungsmotoren wird dafür sicher nicht genügen.

     

     

  • Erich Pekar
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    #16958 |
    Was die USA aus Harvey und Co lernen können
    Kommentar der anderen : Joseph E. Stiglitz
    Die USA werden von einem Hurrikan nach dem anderen heimgesucht, und die Klimaleugner und Staatskritiker rufen nach Hilfe aus Washington. Ein Aufruf zur schlüssigen Sicht auf die Dinge
    Was Amerika nicht hat, ist eine in sich schlüssige Sicht des Staates bei jenen auf der Rechten, die mit Sonderinteressen zusammenarbeiten, welche von ihrer extremen Politik profitieren, und die weiter ein doppeltes Spiel spielen. Vor einer Krise widersetzen sich die meisten von ihnen der Regulierung und opponieren gegen staatliche Investitionen und Planung; nach einer Krise verlangen – und erhalten – sie Milliarden-Beträge als Entschädigung für Verluste, die sich leicht hätten vermeiden lassen.
    Man kann nur hoffen, dass die USA – und andere Länder – nicht noch mehr Überredungsarbeit seitens der Natur bedürfen, um sich die Lehren von Hurrikan Harvey zu Herzen zu nehmen.
    Gewinne und Vorteile privatisieren, Schäden  und Nachteile verstaatlichen und dann auch noch auf (angeblich) schlecht wirtschaftende, inkompetente, den Fortschritt behindernde, staatliche Einrichtungen schimpfen (“Weniger Staat – mehr Privat” ).
    Das gilt leider auch in Europa.
  • Erich Pekar
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    #17122 |

    Autonomes Auto gegen Eisenbahn

    http://derstandard.at/2000065530375/Autonomes-Auto-gegen-Eisenbahn

    Die Eisenbahn hat einen gravierenden Nachteil – wenig Privatsphäre – eine Schwäche, die das autonome Auto nicht hat

    Es ist nicht zu leugnen, dass der Transport von Menschen und Gütern mit der Eisenbahn um ein Vielfaches umweltfreundlicher ist als in Lkws respektive Autos und erst recht im Flugzeug. Trotz punktueller Klimmzüge, die Eisenbahn attraktiver zu machen, verliert sie stetig an Bedeutung. Das ist kein Zufall, sondern hinter Lkw-Verkehr und Flugverkehr stecken für einzelne private Unternehmen lukrative Geschäftsmodelle, während die Eisenbahn von ihrer Konkurrenz gern als Steuergeldverschwendungsmaschinerie dargestellt wird.

    Das Problem für die umweltfreundlichste und insgesamt effektivste Transportmöglichkeit namens Eisenbahn ist, dass sie ohne vernünftigen politischen Rückhalt das Rennen gegen stark umweltbelastende Verkehrsmittel – abgesehen von Nischenangeboten – verlieren wird. Jetzt droht nämlich noch einmal neue Konkurrenz: das autonome Auto.

    Das Problem “wenig Privatsphäre” in der Bahn wurde aber auch erst mit Einführung der Großraumabteile – nicht nur für den Nahverkehr, sondern auch im Fernverkehr – und des Feelings “wie im Flugzeug” besonders akut. Bis dahin hat es im Fernverkehr der Bahn in der Regel 6-er Abteile gegeben, die mit etwas Glück über die Dauer einer mehrstündigen Reise von einer Familie auch allein belegt werden konnten.

    Gerade die Modernisierung der Bahn hat teilweise mit dazu beigetragen, dass ihre Akzeptanz gegenüber dem Auto – zumindest in Österreich – weiter abgenommen hat. Wen ich schon ein Auto brauche, um überhaupt zu einem Bahnhof zu kommen, warum soll ich dann überhaupt noch in die Bahn umsteigen, wenn dann auch mein eigentlicher Zielort der Reise mit der Bahn gar nicht erreichbar ist.

    Wenn nun auf “modernen” Bahnhöfen keinerlei Hilfe beim Transport von Gepäckstücken (vom öffentlichen Verkehrsmittel bzw. Taxistandplatz / Park and Ride-Platz  ) zum Zug – weder in Form von Form von Gepäckwägelchen noch als Gepäckträger zur Verfügung stehen, wird auch älteren Personen die Benützung der Bahn vollkommen unmöglich gemacht.

    Wenn in modernen Bahnhöfen (z.B. Hauptbahnhof Wien) die Bahnsteige so gebaut bzw. (nicht) ausgestattet werden, dass man dort schon bei etwas stärkerem Wind glaubt, sich in einem Windkanal zu befinden, und daher die Wartebereiche ein Stockwerk tiefer vorgesehen sind, dann haben ältere geh-schwache Personen vielleicht gar keine Gelegenheit mehr, rechtzeitig in ihren – vielleicht nur kurz haltenden – Zug überhaupt einsteigen zu können.

    Wenn dann Buchungen von Reiseplätzen in Zügen oft gar nicht mehr kurzfristig – weil vielleicht vom Ausflugswetter abhängig – möglich sind, und Zugsgarnituren gar nicht mehr – wie früher möglich gewesen  – recht kurzfristig einfach mit einigen zusätzliche Wagen verstärkt werden können (weil nur mehr komplette Triebwagengarnituren fahren), dann wird die Bahn auch für den wetterabhängigen Ausflugsverkehr uninteressant.

    Wenn dann Selten-Fahrer (wie es mir vor ca. 2 Jahren passiert ist) erleben müssen, dass von 2 benötigten Zügen (in Deutschland) einer wegen technischen Gebrechens vollkommen ausfällt und alle Fahrgäste dann den nächsten planmäßigen Zug, dort vielleicht trotz bezahlter Platzkarte stehend, benützen müssen, der 2. Zug dann während der Fahrt auch noch defekt wird und dann in Österreich nicht über die Hochgeschwindigkeitsstrecke geführt werden kann, dann wird sich wohl der Drang, solch “hochqualitatives” Angebot nochmals nutzen zu wollen,  eher in Grenzen halten.

    Trotz all dieser derzeit anzubringenden Vorbehalte ist es aber unbestritten, dass aus Sicht des Energieverbrauches aber auch des Platzbedarfes Schienenverkehrsmitteln die Zukunft gehört.

    Umso unverständlicher ist die Gebarung der Bahnen (nicht nur in Österreich), die praktisch alle ihre derzeit nicht genutzten Flächen verkaufen, diese in Folge massiv verbaut werden und damit als Verkehrsflächen in Zukunft sicher nicht mehr nutzbar sein werden.

    Obwohl eigentlich bekannt sein sollte, dass Schienenverkehrsmittel (bzw. Personen- und Güterverkehr der Bahnen) in Zukunft die einzige Verkehrstechnologie sein werden, die wir uns unter dem Gesichtspunkt des sparsamen Umganges mit Energie und der geringsten Umweltbelastung überhaupt noch leisten werden dürfen, wird immer noch so getan, wie wenn Schienenverkehrsmittel lediglich ein “Überbleibsel” aus vergangenen Jahrhunderten wären.

    Leider ist zu befürchten, dass zufolge der erwarteten Absatzchanchen, nicht nur für die Hersteller von (teil-autonom) fahrenden Elektro-Fahrzeugen , für Batterie-Hersteller, für Produzenten und Dienstleistungsanbieter für Straßeninfrastrukturen,  sondern auch für die IKT-Industrie – und zufolge der damit verbundenen politisch/wirtschaftlichen Interessen – Schienenverkehrsmittel (auch Straßenbahnen, Lokalbahnen, Regionalbahnen, … )  weiterhin nicht die Aufmerksamkeit, Verbreitung und Akzeptanz   finden werden, die ihnen eigentlich – auch zur Erreichung der Klimaziele – zukommen müsste.

     

  • Erich Pekar
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    #17134 |

    Seit 1995 weniger Treibhausgase und Schadstoffe
    http://derstandard.at/2000065898206/Seit-1995-weniger-Treibhausgase-und-Schadstoffe

    Die Statistik Austria präsentierte ihre neuen Daten die Luftqualität betreffend. Demnach senkten vor allem die privaten Haushalte den Ausstoß von Luftschadstoffen und Treibhausgasen. Die Emission des klimawirksamen Kohlenstoffdioxids ist hingegen gestiegen.

    Österreich hat von 1995 bis 2015 weniger Schadstoffe in die Luft geblasen. Das geht aus Daten der Statistik Austria hervor, die am Donnerstag vorgestellt wurden. Basis für die Berechnungen ist die österreichische Luftschadstoff- und Treibhausgas-Inventur des Umweltbundesamts. Schwefeldioxid wurde um zwei Drittel reduziert. Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan gingen um 43,2 Prozent zurück. Und der Ausstoß von Kohlenmonoxid konnte um 41,6 Prozent gesenkt werden. Methan wurde um fast ein Drittel weniger ausgestoßen.

    Weiters wurde Lachgas um mehr als ein Fünftel reduziert, Stickoxide sanken um 15,7 Prozent und Ammoniak wurde um 3,7 Prozent reduziert. Auch Feinstaub in Form von PM10 konnte um 16,9 Prozent und in Form von PM2.5 um 25,5 Prozent reduziert werden.

    Laut Bericht senkten vor allem Privathaushalte den Ausstoß der Luftschadstoffe und Treibhausgase bis auf “CO2 aus sonstigen Quellen”. Auch die Wirtschaft verbesserte einige Werte, aber 2015 stiegen Stickoxide um 4,3 Prozent und CO2 um 15,8 Prozent über die jeweiligen Werte von 1995.

    Von 1995 bis 2015 nahmen die CO2-Emissionen um insgesamt 4,6 Prozent zu, wobei 2015, nach Rückgängen in den Jahren 2010 bis 2014, erstmals wieder ein Anstieg bei den CO2-Emissionen verzeichnet wurde.

    Die Emissionen durch erneuerbare Energieträger nahmen im gemessenen Zeitraum um 213 Prozent zu.

  • Erich Pekar
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    #17148 |

    Australien will Förderung für erneuerbare Energien streichen

    http://derstandard.at/2000066185544/Australien-will-Foerderungen-fuer-erneuerbare-Energien-streichen

    Kohle, Gas und Wasserkraft sollen wieder im Zentrum stehen

    Die australische Regierung hat eine teilweise Wende in ihrer Energiepolitik angekündigt und will in Zukunft wieder verstärkt auf Kohle, Gas und Wasserkraft setzen. Förderungen für erneuerbare Energien wie Solarenergie oder Windkraft sollen wegfallen, wie Regierungschef Malcolm Turnbull am Dienstag bekannt gab.
    Mit dieser sogenannten Nationalen Energiegarantie verwirft die Regierung die Empfehlungen von Australiens Chefwissenschafter Alan Finkel, wonach Stromversorger einen fixen Anteil ihres Stroms aus erneuerbaren oder emissionsarmen Quellen beziehen müssen. Nach massiven Stromausfällen im vergangenen Jahr hatte Finkel dies nach einer Analyse des Strommarkts empfohlen.

    Was Stromausfälle so alles bewirken können ….
    Leider sind auch bei uns Stromausfälle (wegen Netzüberlastung zufolge exorbitanter Verbrauchssteigerungen)  nur eine Frage der Zeit und  können in Zukunft leider nicht ausgeschlossen werden.

    In den Niederlanden dürfte aber bereits eine – vielleicht –  mögliche Lösung für die auf die Bewohner von Küstenrregionen zukommenden Herausforderungen gefunden worden zu sein : schwimmende Einfamilienhäuser.

     

  • Erich Pekar
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    #17153 |

    Spanien geht das Wasser aus
    http://derstandard.at/2000066258841/Spanien-geht-das-Wasser-aus

    Die spanische Wirtschaft fußt auf wasserintensiven Branchen wie Landwirtschaft und Tourismus. Das kann nicht mehr lange gutgehen. Jetzt fehlt sogar schon im regenreichen Norden und Nordwesten das Wasser. Auch die Gefahr von Waldbränden steigt

    Brücken stehen auf dem Trockenen. Wanderer marschieren in sandigen Flussbetten und auf rissigen Lehmböden von Stauseen. Ruinen romanischer Kirchen und verfallene Dörfer tauchen auf, nachdem sie jahrzehntelang überflutet waren. Die Bilder der Trockenheit in Spanien schockieren deshalb, weil sie in der Nord- und Nordwesthälfte des Landes aufgenommen wurden: Die Regionen Asturien, Kantabrien sowie Kastilien und León sind eigentlich wasserreich. Das Wasser ihrer Flüsse wird gestaut oder in den Süden und Südosten Spaniens umgeleitet, wo von jeher chronische Wassernot herrscht. Und die nordwestspanische Provinz Galicien wird aktuell von Waldbränden verwüstet.

    Sieben von zehn europäischen Flüssen, denen mehr Wasser entnommen wird als nachfließt, fließen durch Spanien. Seit 1970 ist Spaniens Wasserbedarf um mehr als 50 Prozent gestiegen. Sollte es diesen Herbst nicht ausreichend regnen, wird zuerst den Landwirten das Wasser rationiert, dann den Haushalten.

    Und für 2018 erwartet das Land, in dem gut 46 Millionen Menschen leben, 80 Millionen Touristen: Die verbrauchen im Durchschnitt drei- bis viermal so viel Wasser wie Einheimische …

    “Wir können weiterhin Regentänze aufführen oder endlich Verantwortung für die Lage übernehmen”, sagt er und wirft auch die Frage auf, wie man Spanien künftig mit nachhaltiger Energie versorgen wolle. Knapp 20 Prozent stammen aus Wasserkraftwerken. Doch die Stauseen sind derzeit nur zur Hälfte gefüllt. Deshalb konnten sie 2017 nur halb so viel Energie produzieren wie im Vorjahr.

    Offensichtlich kann oder will “die Digitale Welt” hier keinen Beitrag zur Linderung der Probleme liefern.
    Auch die so umweltfreundliche Elektromobilität (mittels elektrisch aufladbarer Energiespeicher) wird daher in Spanien wohl kaum die gewünschten Wirkungen entfalten können.
    Bleibt nur zu hoffen, dass den Spaniern noch genügend Kühlwasser für die 7 Reaktorblöcke ihren 5 Atomkraftwerken (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_kerntechnischen_Anlagen_in_Spanien) übrigbleibt.

    Und spannend bleibt auch die Frage, welche weiteren Staaten in Europa demnächst vor ähnlichen Problemen stehen wereden.

     

  • Erich Pekar
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    #17172 |

    Warum Klima bei Koalitionsfindung keine Rolle spielt

    http://derstandard.at/2000066726366/Warum-Klima-bei-Koalitionsfindung-keine-Rolle-spielt

    Umfragen zeigen, dass die Veränderung des globalen Klimas die Menschen nicht kaltlässt. In der Politik wird das Thema hingegen lieber ausgespart

    Knapp zwei Jahre ist es her, dass bei der Klimakonferenz von Paris ein Durchbruch geschafft wurde; die Weltgemeinschaft hat sich verpflichtet, Maßnahmen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs unter zwei Grad Celsius zu setzen, besser noch bei 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Wie die meisten Nationen haben Österreich und Deutschland das Abkommen im Vorjahr ratifiziert. Bei der Umsetzung der Beschlüsse sind aber sowohl Berlin als auch Wien säumig. Auffallend war und ist, dass Klimaschutz weder im deutschen Bundestags- noch im österreichischen Nationalratswahlkampf eine Rolle gespielt hat. Auch bei den laufenden Verhandlungen zur Bildung einer Koalition zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen in Deutschland sowie Schwarz-Blau in Österreich blieb das Thema ausgespart – zumindest bis jetzt. Beobachter sind skeptisch, dass kurzfristig noch große Ansagen kommen.
    “Es gibt eine gesellschaftliche Übereinkunft, dass man über Klima und über das, was auf uns zukommt, nicht spricht,” sagt Werner Lampert, einer der Pioniere in Sachen Nachhaltigkeit und einer, der Bioprodukte erstmals Diskontern schmackhaft gemacht hat. “In der Sekunde, wo du über das Klima redest, redest du über Verantwortung – persönliche, politische, gesellschaftspolitische Verantwortung. Wer will das?”

    “Weder Deutschland noch Österreich halten die in Paris eingegangenen Verpflichtungen zur Senkung der CO2-Emissionen ein. Ich halte das für einen Riesenfehler, weil ein vernünftiger Klimaschutz enorme wirtschaftliche und unternehmerische Potenziale hat.” (Ein Politologe aus Deutschland)

    “Die deutsche Autoindustrie ist, so wie sie ist, zum Sterben verurteilt.” Tesla habe als Quereinsteiger mit seinem Konzept eines emissionsfreien Elektroautos alle aufgeweckt. Nun herrsche allenthalben Panik, auch weil China die Elektromobilität forciert.

    Allerdings belügen wir uns selbst, wenn wir glauben,
    die Ablöse aller fossilen Energieträger “einfach” durch den Austausch dieser Energieträger durch elektrische Energie – trotz aller damit realisierbaren Steigerung der Wirkungsgrade – erreichen zu können und
    sonst weiter – so wie bisher – leben/wirtschaften zu können.

    Sicher werden wir allerdings in Zukunft noch größere Flüchtlingsbewegungen als heute zu erwarten haben und uns dann wundern, woher denn die alle “so überraschend” gekommen sind.
    Und wir übersehen dabei, dass wir selbst – mit unseren heutigen (bzw. gestrigen) Entscheidungen – mit dazu beigetragen haben, dass diese Menschen nicht in in Würde und Zufriedenheit (und mit ausreichendem Erwerbseinkommen) in ihren Heimatländern verbleiben konnten.
    Sind doch selbst die heutigen Fluchtbewegungen bereits auch mitverursacht durch immer häufigere und länger werdende Trockenperioden, immer unetträglicher werdende Tageshöchsttemperaturen, immer länger ausbleibende Regenfälle, gleichzeitig häufiger werdende und länger andauernde Überschwemmungen und Kriege um Rohstoffe.

  • Erich Pekar
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    #17768 |

    Bisherige Entwicklung läuft auf eine Klima-Katastrophe hinaus

    http://derstandard.at/2000066960100/Bisherige-Entwicklung-laeuft-auf-eineKlima-Katastrophe-hinaus

    Zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens müssten Maßnahmen sehr schnell umgesetzt werden

    Wenn alle Länder wie bisher weitermachen, werden die Ziele des Pariser Klimaabkommens mit großem Abstand verfehlt. Selbst bei Einhaltung aller bereits vorgelegten Klimaschutzziele wird sich die Erdtemperatur laut UN-Umweltprogramm (UNEP) um mindestens drei Grad erhöhen im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung. Wollte man das Zwei-Grad-Celsius-Ziel einhalten, müssten bis zum Jahr 2030 um ein Drittel weniger klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen werden, als in den vorliegenden Klimaschutzplänen der einzelnen Staaten angedacht. Das geht aus dem am Dienstag in Genf vorgestellten “Emissions Gap Report” hervor.

    http://www.unenvironment.org/news-and-stories/press-release/emissions-gap-report-2017-governments-non-state-actors-must-do-more

    http://www.unenvironment.org/resources/emissions-gap-report

     

  • Erich Pekar
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    #17769 |

    Umweltexperten appellieren an künftige österreichische Regierung
    http://derstandard.at/2000066964628/Experten-appellieren-an-kuenftige-Regierung

    Maßnahmen quer durch alle Ressorts für Pariser Klimaziele notwendig
    Mit dem Appell, quer durch alle Ressorts Maßnahmen gegen den Klimawandel zu setzen, hat sich am Dienstag eine Expertenrunde an die zukünftige österreichische Bundesregierung gewandt. “Die Auswirkungen sind schon heute gravierend”, sagte Risikoforscher Reinhard Mechler bei einem Medientermin anlässlich der kommenden Klimakonferenz in Bonn nächste Woche. Phänomene wie Felsstürze würden dies zeigen. In Österreich würden die Folgekosten durch Unwetter und dergleichen bereits jetzt rund eine Milliarde Euro pro Jahr betragen, erläuterte Mechler, der am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) forscht, bei dem vom Climate Change Centre Austria (CCCA) veranstalteten Termin. Bereits bis zum Jahr 2030 könnten die durch den Klimawandel verursachten Schäden dann bei zwei bis drei Milliarden liegen – und das bei einer vorsichtigen, konservativen Schätzung, so der Ökonom und CCCA-Vorstandsmitglied.

    Österreich muss demnach im Nicht-Emissionshandelsbereich, also beispielsweise im Straßenverkehr, seinen CO2-Ausstoß von 2021 bis 2030 um 36 Prozent gegenüber 2005 zu reduzieren. Zudem habe man sich durch die Ratifizierung des Pariser Abkommens auch zu einem weitgehenden Verzicht auf fossile Energie bis Mitte des Jahrhunderts bekannt.

    In der nahen Zukunft werde die Klimaflucht ein Thema werden, prophezeite Wotawa. “In 30 bis 40 Jahren wird es die Frage sein, wo man im südlichen Teil der Erde noch leben kann – und der Süden beginnt im Mittelmeerraum”. Und nicht zuletzt sei “Klimastress” auch in der Vergangenheit Ursache für Revolutionen oder politische Umstürze gewesen, so der Experte. Diese, wenn sie sich zukünftig etwa im Nahen Osten abspielen, würden dann infolge der daraus resultierenden Fluchtbewegungen auch für Europa relevant werden.

  • Erich Pekar
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    #17796 |

    Frankreich verabschiedet sich von Energiewende
    http://derstandard.at/2000067530115/Frankreich-verabschiedet-sich-von-Energiewende

    Die französische Regierung lässt ihr Ziel fallen, den Atomstromanteil bis 2025 von 75 Prozent auf die Hälfte der nationalen Produktion zu senken

    Das Jahr 2025 sollte für die französische Energiepolitik ein Meilenstein werden: Zu diesem Zeitpunkt sollte der mächtige AKW-Park nicht mehr 75 Prozent der Elektrizität im Land liefern, sondern nur noch die Hälfte. Für das Atomstromland Frankreich ein fast so gewaltiger Schritt wie für andere ein kompletter Ausstieg. Der Wert von 50 Prozent wurde vor zwei Jahren sogar in einem Energiewendegesetz schriftlich festgehalten.
    Jetzt gilt er nicht mehr. Umweltminister Nicolas Hulot erklärte am Mittwoch, es werde “schwierig sein, das Datum 2025 einzuhalten – es sei denn, wir steigern die Stromproduktion durch fossile Brennstoffe. In diesem Fall müssten wir sogar neue thermische Kraftwerke in Betrieb nehmen.”

    Der neue Präsident Emmanuel Macron hatte im Frühjahr Hollandes Vorgaben ausdrücklich übernommen. “Ich schließe mich dem Ziel von 50 Prozent im Jahr 2025 an. Es ist nicht gut, wenn unser Land zu 75 Prozent von der Nuklearproduktion abhängt”, erklärte er im Präsidentschaftswahlkampf.
    Der grüne Abgeordnete Yannick Jadot übte scharfe Kritik: “Es fehlt in diesem Land an politischem Mut gegenüber der Atomindustrie.” Hulot mache sich sogar zu ihrem “Sprecher”, übernehme er doch einen Bericht des Stromnetzbetreibers RTE. Dieser kommt zu dem Schluss, dass Frankreich vier Kohlekraftwerke behalten und 20 neue Gasturbinen bauen müsste, um die Senkung der Atomstromproduktion von 75 auf 50 Prozent zu kompensieren. “In Wahrheit ist Frankreich bei der Umstellung auf die erneuerbaren Energien mehr als alle anderen Länder im Rückstand”, meinte Jadot.

    Das Netzwerk Sortir du nucléaire erinnerte daran, …
    Und dass Frankreich nicht nur Fessenheim stilllegen müsste, sondern 16 weitere Reaktoren, um den Atomstromanteil an der nationalen Produktion wirklich auf die Hälfte zu senken.

    Wenn dann eines Tages Atomkraftwerke ungeplantermaßen – z.B. wegen schwerer technischer Störungen – vom Netz genommen werden müssen, dann wird die Energiesituation für Frankreich – und möglicherweise auch für Teile Europas – noch wesentlich unangenehmer werden, als sie – wie geplant – vom Netz zu nehmen.
    Wenn nun überhaupt kein geplanter Außerbetriebnahmetermin für diese AKWs   mehr vorgesehen sein sollte, dann werden sie wohl zufolge technisch nicht mehr behebbarer  Störungen irgendwann – aber in vermutlich eher näherer Zukunft – ungeplant von Netz genommen werden müssen. Bleibt nur zu hoffen dass der Zustand  der heissen (strahlenden) Bereiche dieser Kraftwerke  dann nicht zu ernsten Bedrohungen der Bevölkerung  führen wird.
    Hinzu kommt, dass Atomkraftwerke im Landesinneren ihr Kühlwasser aus Flüssen beziehen und daher bei klimabedingt immer häufiger auftretendem  Niedrigwasser  deren  Leistung dann reduziert  oder sie sogar ganz abgeschaltet werden müssen. Daher muss für diese Fälle dann auch ausreichend Ersatzenergie durch herkömmliche (nicht nukleare) thermische und/oder alternative Kraftwerke bereitstehen.

    Die ursprünglich zur Sicherung der Stromversorgung für “alle Zukunft” errichteten Atomkraftwerke  enpuppen sich auf diese Weise ( dem offenbar zeitlich unbeschränkten weiteren Betrieb  bis zu einem großen Störfall ) nun auf  dreifache Weise als unkalkulierbares  Risiko :
    Für die Stabilität der Stromversorgungsnetze selbst ,
    weil zu einem noch unbekanntem aber grundsätzlich jederzeit zu erwartenden Zeitpunkt ihre ausgefallenen Leistung durch andere Kraftwerke ersetzt werden sollte,
    für die Umwelt und Bevölkerung
    durch steigende Gefahr der mögliche Verstrahlung als Folge des finalen großen Störfalles jedes  weiter in Betrieb gehaltenen  Atomkraftwerkes und
    letzlich auch durch die immer größer werdende Gefahr von Cyberangriffen, die gerade bei altersschwachen Atomkraftwerken hinsichtlich ihrer möglichen Auswirkungen für potentielle Angreifer besonders interessant sein könnten.

     

     

     

     

  • Erich Pekar
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    #17817 |

    Klimawandel auf Kiribati: Eine Nation vor dem Untergang
    http://derstandard.at/2000067123298/Klimawandel-auf-Kiribati-Eine-Nation-vor-dem-Untergang

    Vergiftetes Trinkwasser, zerstörerische Sturmfluten: in Kiribati sind die Folgen der Klimaerwärmung keine Theorie, sondern existenzbedrohende Realität

    Kiribati (sprich: Kiribas), mit 118 000 Einwohnern, liegt etwa auf halbem Weg zwischen Fidschi und Hawaii. Es besteht aus 33 Korallatollen und Inseln, verteilt über eine Meeresfläche so groß wie Vereinigen Staaten von Amerika. Laut dem australischen Institut für Meteorologie ist der Meeresspiegel in Kiribati seit 1992 durchschnittlich um 7.2 Millimeter gestiegen – eine von vielen Folgen der globalen Erwärmung. In Kombination mit immer häufiger vorkommenden, stärkeren Zyklonen, mit Sturmfluten, ist für die tiefliegenden Inseln des Pazifik‘ bereits ein Anstieg des Pegels um wenige Millimeter eine existenzielle Bedrohung. Die meisten Atolle von Kiribati liegen gerade mal einen bis drei Meter über dem Meeresspiegel.
    Das Land droht, noch in diesem Jahrhundert vom Meer verschluckt zu werden, glauben Wissenschaftler.

    Das Land sei eines der ärmsten der Welt, sagt die UNO, eine sogenannte “Least Developed Nation”. Experten vergleichen den Entwicklungszustand mit der Situation in Afghanistan und Haiti. Kinder sterben an Durchfallerkrankungen und Ruhr. Die Kindersterblichkeitsrate ist höher als in Bangladesch. Ohne Entwicklungshilfe aus Australien, Neuseeland und der EU sähe die Situation noch düsterer aus.

    Es habe sich um eine “Königswelle” gehandelt, eine “King Tide”, die direkt nach dem Vollmond entstehen kann, wenn der Unterschied zwischen Ebbe und Flut am größten ist. “‘King Tides‘ gab es schon immer”, sagt Abi. “Aber früher waren sie nicht so stark”. In Minuten sei das Wasser ins Krankenhaus eingedrungen. “Es war, als ob uns das Meer fressen wollte”, erinnert sich Abi. Die Krankenbetten wurden vom Wasser an die Wand gedrückt. Frauen mussten durch kniehohen Schlamm waten, ihr Baby an die Brust gepresst.

    Eine Fahrt durch Tarawa zerschmettert das Klischee der lieblichen Südseeinsel. Absterbende Palmenplantagen zeugen von der zerstörerischen Kraft des Salzwassers. Schon bei leichtem Wind dringt Meerwasser in die Felder, in die Gärten. Der Prozess des Sterbens beginnt. Brotfruchtbäume und Kokospalmen haben nur eine beschränkte Toleranzschwelle, wenn es um den Salzgehalt im Boden geht. Bald werden ihre Blätter braun. Dann ist die Pflanze tot. In einem Tümpel aus Meerwasser steht das Skelett eines verlassenen Hauses.

    Das Atoll ist schon heute eines der am dichtesten besiedelten Orte auf dem Globus – dichter als New York und Hongkong. Konservativen Prognosen zufolge soll die Zahl der Bewohner in Süd-Tarawa von heute 50 000 auf 80 000 im Jahr 2050 steigen. Die Mehrzahl dieser Menschen sind Klimaflüchtlinge aus anderen Teilen des Archipels. Vom Meer Vertriebene.

    Haben tiefliegende Länder wie Kiribati überhaupt eine Chance, langfristig überleben zu können? Tong will fest daran glauben. “Die Alternative wäre, dass unser Land verschwindet. Das ist nicht eine Option, die ich erwäge”. Trotzdem bereitet er Kiribati zur Flucht vor. Seine Regierung kaufte im benachbarten, mehrheitlich höher gelegenen Fidschi Land, wo sich sein Volk niederlassen könnte, wenn das Leben zuhause nicht mehr möglich ist. Sogar den Bau künstlicher Sandinseln – mit Dubai als Vorbild – hat Tong erwogen. Zu teuer.

    dazu auch folgender Artikel vom 26.11.2013 :

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/neuseeland-mann-aus-kiribati-darf-nicht-erster-klimafluechtling-sein-a-935623.html

    Er hätte der erste anerkannte Klimaflüchtling der Welt werden können: Weil der steigende Meeresspiegel seine Heimat bedroht, hatte Ioane Teitiota in Neuseeland gegen seine Abschiebung geklagt. Jetzt hat ein Gericht gegen ihn entschieden: Der 37-Jährige muss zurück nach Kiribati.
    ….

    Steigender Meeresspiegel “keine individuelle Verfolgung”

    Das wirtschaftliche Umfeld sei in Kiribati womöglich weniger attraktiv als in Neuseeland, schrieb Richter John Priestley in seinem Urteil. “Aber der Antragsteller wäre bei einer Rückkehr individuell keiner Verfolgung ausgesetzt.”

  • Erich Pekar
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    #17820 |

    “Warnung an Menschheit”: 15.000 Forscher unterstützen dramatischen Umwelt-Appell
    http://derstandard.at/2000067737827/15-000-Forscher-unterstuetzen-dramatische-Warnung-an-die-Menschheit

    In acht von neun entscheidenden Problemfeldern für den Umweltschutz hat es seit 1992 Rückschritte gegeben

    Es ist genau 25 Jahre her, dass 1.700 Wissenschafter – darunter etliche Nobelpreisträger – neun besonders drängende Problemfelder für die Zukunft unseres Planeten benannten: Dazu gehörten damals unter anderem der Klimawandel, die Abholzung der Wälder, die Geburtenexplosion oder das Schwinden der Artenvielfalt. Diese damalige Initiative für besseren Umweltschutz hat nun eine Version 2.0 erhalten. Und die fällt ernüchternd aus. Wenig Grund für Optimismus Der Zeitpunkt des neuen Aufrufs kommt nicht zufällig: Bei der Weltklimakonferenz in Bonn soll dieser Tage entschieden werden, wie das Pariser Klimaabkommen umgesetzt werden kann. Und die neuesten Daten in Sachen CO2-Ausstoß geben wenig Grund zu Optimismus: Nach Jahren der Stagnation erreicht der globale Ausstoß von Treibhausgasen heuer voraussichtlich ein Rekordhoch. Nun sind es mehr als 15.000 Forscher aus 184 Ländern, die diese noch eindringlichere “Warnung an die Menschheit” unterzeichnet haben, zumal sich die Lage unseres Planeten seit 1992 zum Teil dramatisch verschlechterte, wie das Autorenteam um Thomas Newsome (Universität Sydney) im Fachblatt “BioScience” berichtet.

    Vereinzelt gebe es immerhin auch Fortschritte, schreiben die Forscher. So werde inzwischen vielerorts auf Chemikalien verzichtet, die die Ozonschicht schädigen. Erneuerbare Energien seien im Aufwind. Und in Regionen, in denen in Bildung von Mädchen und Frauen investiert werde, sinke die Geburtenrate. Für mehr Veränderungen brauche es eine breite Welle des öffentlichen Drucks auf die Politik, sind die Autoren der Warnung überzeugt. Mögliche Maßnahmen seien eine Ausweitung der Schutzgebiete, Programme für Familienplanung und Bildung von Frauen sowie die Förderung einer Ernährung, die stärker auf Pflanzen basiert.

    http://scientistswarning.forestry.oregonstate.edu/sites/sw/files/Ripple_et_al_warning_2017.pdf

     

  • Erich Pekar
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    #17821 |

    Experten beklagen Versäumnisse in Österreichs Klimapolitik

    http://derstandard.at/2000067741469/Experten-beklagen-Versaeumnisse-in-Oesterreichs-Klimapolitik

    Heimisches Energiesystem auf Kollisionskurs

    Die Kohlendioxid-Emissionen sind in Österreich – trotz der Vereinbarungen im Pariser Klimaabkommen – in den vergangenen drei Jahren gestiegen. “Der Trend setzt sich fort”, sagte die Umweltökonomin des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo, Angela Köppl am Montag in einem Pressegespräch. Auch der Energieverbrauch wird heuer in Österreich voraussichtlich erneut steigen. Die Emissionsproblematik könne langfristig nicht nur durch erneuerbare Energien gelöst werden, warnt Köppl. Diese Meinung teilt auch Wifo-Experte Stefan Schleicher: “Das österreichische Energiesystem befindet sich auf Kollisionskurs.” Er hält ein “kräftiges Reset” für notwendig.

    Die Wifo-Experten sehen es als Aufgabe des öffentlichen Sektors, relevante Informationen in puncto Klimaschutz und Energieeffizienz zu verbreiten. Dass Märkte bisher noch nicht sensitiv für Innovationen, wie multifunktionale Häuser sind, liegt laut Scheicher an einem Informationsproblem. Um das Level 2.0 zu erreichen, werde die Bereitstellung öffentlicher Mittel nicht ausreichen, warnt Köppl. Auch das Setzen von Standards sei notwendig.

     

  • Erich Pekar
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    #17825 |

    Bis 2040 weltweit 30 Prozent mehr Energie nötig

    http://derstandard.at/2000067753668/Bis-2040-Weltweiter-Energiebedarf-steigt-um-weitere-30-Prozent

    World Energy Outlook: In den Industrienationen wird der Bedarf sinken, in Indien und China deutlich steigen

    Trotz Sparmaßnahmen dürfte der Energiebedarf der Welt bis 2040 um 30 Prozent zulegen.
    Der Zuwachs entspricht dem heutigen Bedarf von China und Indien zusammen, heißt es im World Energy Outlook, den die Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag veröffentlicht hat. Während in Europa, den USA und Japan der Energiebedarf sinkt, gibt es vor allem in Indien und China einen massiven Mehrbedarf. Indien alleine wird knapp 30 Prozent des Mehrbedarfs an Energie verantworten (1.000 Mio. Tonnen Erdöläquivalente/Mtoe). Dahinter folgen China (790 Mtoe), Afrika (485 Mtoe), Nahost (480 Mtoe) und Südostasien (420 Mtoe). Asiatische Länder kommen damit auf zwei Drittel des zusätzlichen Energiebedarfs.

    Ohne Sparmaßnahmen würde der Anstieg doppelt so steil ausfallen.

    Und auch für Atomstrom sind die Aussichten schlechter als noch vor einem Jahr,

    Bis 2040 sollten 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen, wobei Investitionen in China und Indien dazu führen dürften, dass Strom aus Sonnenenergie (Fotovoltaik) den größten Anteil unter den Erneuerbaren erzielt. In Europa dürfte hingegen Windkraft den größten Teil des erneuerbaren Stroms sicherstellen.

    Auf Strom entfallen 40 Prozent des erwarteten weltweiten Zuwachses im Energieverbrauch.

    Die IEA geht im wahrscheinlichen Szenario von 280 Millionen E-Autos im Jahr 2040 aus – heute sind es erst 2 Mio. Das wären allerdings immer noch nur etwa 14 Prozent der dann voraussichtlich 2 Milliarden Pkw.

    “…Während in Europa, den USA und Japan der Energiebedarf sinkt, gibt es vor allem in Indien und China einen massiven Mehrbedarf….” :

    Allerdings müssen diese “Erfolge” vermutlich stark relativiert werden : Gibt’s doch in diesen Regionene kaum mehr ein Produkt aus Massenfertigung, das nicht in China oder Indien produziert wurde.
    Es ist daher die Vermutung nicht ganz aus der Luft gegriffen , dass auch der mit dieser Massenfertigung einhergehende ( aber durch die Verbrauchsgewohnheiten in Europa, USA, Japan.. ausgelöste ) Energiebedarf – und weitere negative Folgewirkungen im Sozial- bzw. Umweltbereich – möglicherweise zu einem erheblichen Anteil Europa und anderen – “hochentwickelten” – Regionen zuzurechnen sind.
    Mit der “weißen Weste” Europas hinsichtlich des zukünftigen (und derzeitigen) Energieverbrauches schaut’s  daher vermutlich lang nicht so gut aus, wie es reine Statistikwerte oder Hochrechnungen vielleicht erscheinen lassen, wenn Zusammenhänge nicht näher hinterfragt werden.

     

     

  • Erich Pekar
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    #18704 |

    Umweltministerin Köstinger will Klimaziele ohne Verbote erreichen

    http://derstandard.at/2000071150479/Umweltministerin-will-Klimaziele-ohne-Verbote-erreichen

    Für Ministerin Elisabeth Köstinger sind Schneekanonen und Umweltschutz kein Widerspruch. An der dritten Flughafenpiste hält sie fest, Tempo 140 findet sie vertretbar


    Gerade hat der Europäische Gerichtshof einer Umweltschutzorganisation das Recht eingeräumt, bei einem Umweltverfahren Parteienstellung einzunehmen. Freut Sie das?

    Nur weil etwas sehr bürokratisch ist und lange dauert, heißt das noch lange nicht, dass der Umweltschutz davon profitiert. Wir wollen, dass solche Verfahren einfacher werden.

    Die Slowakei ist auch bekannt dafür, weniger Auflagen zu haben. Was dann der große Nutzen für Österreich sein soll, erschließt sich mir nicht.

    wir haben ein klares Bekenntnis, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 36 Prozent zu senken. Aber das bedeutet eine große Anstrengung und wird auch nicht ohne Einschränkungen funktionieren. Jeder hat den Wunsch, dass die Welt besser wird, aber niemand will wirklich auf etwas verzichten.

    Soll die niedrigere Besteuerung von Diesel, ein umweltschädlicher Anreiz, fallen?

    Unser Ziel heißt Entlastung. Das bedeutet, dass wir nirgendwo Steuern anheben.

    Speziell im urbanen Bereich wollen wir auf alternative Antriebstechnologien setzen.

    Hier sind zu jedem Thema jene – neuerlich bestätigten – Gründe zu finden, warum wir die Klimaschutz-Ziele so nicht erreichen werden.

    Wir wollen z.B. neue Antriebstechnologien, die unausweichlich zu drastischer Zunahme des Verbrauchs an elektrischer Energie – notwendigerweise nicht nur aus erneuerbaren Energieträgern – führen wird und importieren bereits heute ca. 15% unseres Bedarfes aus dem Ausland – in der naiven Hoffnung, dass andere schon dafür sorgen werden, dass wir in Österreich immer über genug elektrische Energie verfügen werden.

    Dass der gesamte Energieverbrauch – über alle Bedarfsträger gesehen – drastisch sinken muss, ist mittlerweile hoffentlich schon allgemein bekannt. Dass dies nicht ohne Verbote mit gleichzeitig wirksamen Kontrollen und Sanktionen (mit der dafür erforderlichen Bürokratie) und steuerliche Maßnahmen – Anreize zur Belohnung gewünschten Verhaltens durch geringere Steuern aber auch höhere Steuern zur Reduzierung unerwünschten Verhaltens (“Ökosteuern”) und zur Gegenfinanzierung der Steuersenkungen – möglich sein wird, dürfte den neuen Regierungsmitgliedern offenbar noch niemand “verraten” haben.

    Im Bereich von Energie- und Umwelt-Verbrauch (z.B. “unbegenztes Wachstum” – sogar als Staatsziel ?) nur an die Vernunft bzw. den guten Willen aller zu apellieren, entspräche in etwa, von einem Süchtigen zu verlangen, auf seine Suchtmittel zu verzichten.
    Und die Aussage von Betroffenen, sie könnten ja jederzeit damit aufhören, wenn sie nur wollten – nur jetzt (aber auch nicht in den nächsten Jahren) wollen sie gerade nicht aufhören – verschleiert ihnen ja nur die Erkenntnis, dass sie gar nicht mehr aufhören können, weil ihr Körper ohne dieses Suchtverhalten gar nicht mehr überleben könnte. Entwöhnungskuren verlaufen aber selten bequem und gemütlich.

    Auch wenn es vielleicht so scheinen sollte, wie wenn das kein Thema für (bzw.in) der Digitalen Welt wäre, so bleibt das tägliche Leben – trotz Digitaler Welt – doch weiterhin “analog”:
    Wenn Menschen nachts – z.B. wegen gestörter Nachtruhe infolge von Lärm – keinen Schlaf mehr finden und wegen schädlicher Abgase und Staub durch Folge-Krankheiten ihre Aufgaben in der Digitalen Welt nicht wahrnehmen können und dann eines Tages – hoffentlich zunächst nur über einige wenige Stunden – wirklich wegen Überlastung unserer Stromversorgungsnetze nicht nur die Lichter ausgehen sollten,  dann gäbe es während dieses Ausfalles recht schnell bald überhaupt keine “Digitale Welt” mehr. Dann könnten uns die Errungenschaften der Digitalen Welt auch nicht mehr helfen.

  • Erich Pekar
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    #18716 |

    Dieselverbrauch erreichte 2017 in Österreich Rekordwert

    http://derstandard.at/2000071295330/Dieselverbrauch-erreichte-2017-in-Oesterreich-Rekordwert

    Im Vorjahr wurden 8,3 Milliarden Liter Diesel und 2,2 Milliarden Liter Benzin verbraucht

    Der Heizölverbrauch ist – nach einem Minus von 0,4 Prozent 2016 – wieder um 5 Prozent gestiegen.

    Ist das etwa der österreichische Weg zur Reduktion des CO2-Ausstoßes ?

    Umgerechnet auf Energiemengen ergibt das

    für  den Benzinverbrauch:
    2,2 Mrd Liter = 2,2 * 10^9 [l]   Volumen  bzw. 2,2 *10^9 [l]*0.75 [kg/l]= 1,65*10^9 [kg] Masse
    ergibt 1,65*10^9[kg] * 11,4 [kWh/kg] = 18,8 TWh = 67,7 PJ  Energie

    für den Dieselverbrauch :
    8,3 Mrd Liter = 8,3 * 10^9 [l] Volumen  bzw. 8,3 * 10^9 [l] * 0,83 [kg/l] =  6,89 * 10^9 [kg] Masse
    ergibt 6,89 * 10^9 [kg] * 12,0 [kWh/kg] = 82,7 TWh = 297,6 PJ Energie

    Im Jahr 2017 wurden insgesamt über Diesel- und Benzin ( vermutlich nur für Zwecke des Straßenverkehrs)

    18,8 + 82,7  = 101,5 TWh  =  365 PJ       Energie  verbraucht.

    Wenn der Ersatz dieser fossilen Energieträger bis zum  Jahr 2050 (in schon 32 Jahren ! ) abgeschlossen sein sollte, so müssten in dieser Zeit – bei Annahme von 50 % Einsparungsmöglichkeit ( allein durch höhere Effizienz von Elektronabtrieben + deren Energieversorgung )   101,5 TWh  / 2 = ca 51 TWh durch   erneuerbare ( bzw. elektrische ) Energie ersetzt werden und die Produktionskapazitäten für elektrische Energie  um diesen Betrag – bzw. um 51/32 = 1,6 TWh pro Jahr ( entsprechend der jährlichen Inbetriebnahme eines Kraftwerkes in der Größe des 3.-grössten Donaukraftwerkes – Aschach !!)  –  aufgestockt werden.
    Dass dies nicht nur aus Gründen der fehlenden politischen Entscheidungen, sondern insbesondere auch aus technischen Gründen  ( nicht vorhandene ausbauwürdige  Standorte, fehlende Planungen und Baukapazitäten, fehlende Finanzierungsmöglichkeiten )  gar nicht  realisierbar ist, dürfte wohl  unbestritten ein.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Erich Pekar
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    #18723 |

    Kein Wasser: Kapstadts Angst vor dem “Tag null”

    http://derstandard.at/2000071371178/Innovationsexperte-Erfinden-ist-wie-Klavierspielen

    Schaffen es die Behörden nicht, die Bewohner zum drastischen Sparen zu bewegen, wird es ab Ende April kein fließendes Wasser mehr geben

    Das Wasser vor den Dämmen droht auf ein dramatisches Niveau zu sinken: Bei 13,5 Prozent Wasserstand wird der “Tag null” ausgerufen – dann dreht die Stadt alle Wasserhähne zu.

    Schon vor mehr als einem Jahr ist die Wasserknappheit am Kap erkannt worden.

    Doch jetzt schrillen die Alarmglocken: Die Infotafel auf der Website der Stadt zeigt den 29. April als “Day Zero” an. Der Wert wird aus dem Tagesverbrauch der Vorwoche errechnet. Tritt dieses Szenario ein, müssen Kapstädter an 200 geplanten Stellen in ihrer Stadt anstehen, um Wasserrationen zu erhalten. Polizei und Militär sollen für Ordnung sorgen.

    Die Wasserpreise haben sich verdoppelt.

    “Kapstadt könnte die erste bedeutende Stadt der Welt werden, die kein Wasser mehr hat – und das kann in den nächsten vier Monaten passieren”, sagt Anthony Turton, Professor am Umweltzentrum der University of Free State.

    http://www.capetown.gov.za/Family%20and%20home/residential-utility-services/residential-water-and-sanitation-services/Residential-water-restrictions-explained

     

  • Erich Pekar
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    #18741 |

    Klimaziel der Luftfahrt ohne Subventionen in Gefahr

    http://derstandard.at/2000071590574/Klimaziel-der-Luftfahrt-ohne-Subventionen-in-Gefahr

    Verbandschef Michael Gill fordert staatliche Anreize für Kauf nachhaltigen Flugzeugbenzins

    Für die zivile Luftfahrt läuft ein Countdown: Die Branche hat sich verpflichtet, ab 2020 nur noch CO2-neutral zu wachsen. Trotz eines Ausbaus von Kapazitäten soll kein zusätzliches klimaschädliches Kohlendioxid produziert werden, bis 2050 sollen die CO2-Emissionen der Luftfahrt verglichen mit 2005 sogar halbiert werden.

    Nach Gills Angaben bieten erst vier Flughäfen weltweit nachhaltigen Treibstoff regulär an: Los Angeles, Stockholm, Oslo und Bergen. Brisbane und Genf folgten demnächst. Derartiger Treibstoff wird etwa aus Algen, Pflanzen oder immer öfter aus Abfall hergestellt. “Auf dem Gebiet ist sehr viel drin. Seit dem ersten Flug 2009 mit solchem Treibstoff dauerte es sechs Jahre bis zum 5000. Flug, aber nur drei weitere Jahre bis zum 100.000. Flug”, sagte Gill.
    Das sei angesichts von rund 100.000 Flügen täglich aber deutlich zu wenig.

    Gut 70 Länder, die mehr als 85 Prozent des internationalen Flugverkehrs abdecken, hätten sich verpflichtet, ab 2021 Verschmutzungszertifikate für zusätzlichen CO2-Ausstoß zu kaufen, sagte Gill. Mit dem Geld werden zum Beispiel CO2-Speicher wie Wälder aufgeforstet.

    Dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at:

    Grünes Fliegen – Eine Heuchelei
    Von nachhaltigen Treibstoffen kann noch lange nicht die Rede sein… Subventioniert wird der Flugverkehr heute schon mehrfach: Der Kerosinverbrauch wird nicht besteuert, die meisten Flughäfen zahlen keine Grundsteuern, Fugtickets sind in Ö nicht besteuert …
    Und die Verschmutzungszertifikate? Greenwashing und Heuchelei: Mehr dazu hier
    https://stadtfruchtwien.wordpress.com/2018/01/06/gruenes-fliegen-eine-heuchelei/

    Da wird offenbar wiedereinmal mit falschen Zahlen gespielt :

    Wenn es so einfach ( bzw. leistbar )  wäre, die erforderlichen Mengen an Biotreibstoffen (… etwa aus Algen, Pflanzen oder immer öfter aus Abfall…) herzustellen, dann wäre ein derartiges Verfahren doch wohl schon länger für für Treibstoffe im Straßenverkehr verwendet worden. Im Gegenteil ist sogar das Projekt des Zusatzes von nur wenigen Prozent Biosprit zu herkömmlichem Diesel schon gescheitert, weil einfach nicht genug biogene Abfallstoffe für die Erzeugung dieser Zusätze zur Verfügung gestanden sind und diese Maßnahme sogar zu gegenteiligen Effekten geführt hat; Der verstärkten Rodung von Regenwäldern, um noch mehr Anbauflächen – z.B. für Ölpalmen – zur Verfügung zu haben und zunehmend sogar Maisernten der Verarbeitung zu (lokalen) Nahrungsmitteln entzogen wurden, um gewinnbringender für die Erzeugung von Biotreibstoffen verarbeitet zu werden.

    Und welche Wälder wollen die Fluggesellschaften mit den Geldern für die CO2-Zertikate denn – zusätzlich zur ohnehin erfolgenden Bewirtschaftung von Forstgebieten – aufforsten lassen, wenn es in den landwirtschaftlich bzw. forstwirtschaftlich bereits “entwickelten” Regionen gar keine Brachflächen mehr gibt, auf denen eine Aufforstung möglich bzw. zulässig wäre ? Es wäre ja schon ein Gewinn wenn bestehende Waldflächen (z.B. Regenwälder bzw. Wald-Schutzgebiete) nicht stärker abgeholzt werden würden, als überhaupt lokal nachwachsen kann bzw. durch strenge Anwendung der Schutzbestimmungen auch zulässig wäre.

    Und die Auswirkungen der Flughäfen selbst – als Wirtschaftszonen mit entsprechender Anzahl von Arbeitplätzen – zumeist weit abseits der Wohngebiete gelegen, daher verbunden mit längerne An- und Abreisewegen für die dort Beschäftigten, die nicht vorhandene Möglichkeit des Transportes des oft auch umfangreicheren Reisegepäcks der Flugreisenden in heute üblichen Massenverkehrsmitteln (Bahnen, Straßenbahnen, U-Bahnen, Bussen .. ) und der mit zunehmendem Flugverkehr daher auch zunehmende Verkehr mit Privat-PKW für die Zu- bzw. Abreise zu/von den Flugplätzen, wird als direkte Auswirkung des steigenden Flugverkehrs und des damit synchron ansteigenden Verkehrs von/zu den Flugplätzen von den Vertretern der Flugverkehrswirtschaft in dieser Diskussion geflissentlich übersehen. An diesem Umstand – den direkten und indirekten Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Luftschadstoffe und die weiter steigenden Maximaltemperaturen – könnten selbst vollkommen schadstoffrei betreibbare Antriebsaggegrate der Flugzeuge nichts ändern. Und nicht zu vergessen sind auch gravierende indirekte Auswirkungen z.B. auch auf den lokalen Wasserbedarf in jenen Regionen wo sich Massentourismus überhaupt erst durch viel zu billige Flugtickets entwickeln konnte oder wasserintensive landwirtschaftliche Produkte überhaupt erst in solchen – die lokalen Wasservorräte bedrohenden – Massen angebaut werden konnten, weil erst die viel zu billige Luftfracht deren gewinnbringenden Absatz in weitentfernten zahlungskräftigen Regionen gestattet hat.

    Das “Problem” der zu teuren alternativen Treibstoffe für die Luftfahrt, würde gleich in anderem Licht erscheinen, wenn alle bestehenden staatlichen Subventionen gestrichen werden würden und damit gleichzeitig der Staat auch die ohnehin immer (und schon wieder) angesagten Einsparungziele auch etwas leichter erreichen könnte oder/und damit auch leichter weitere Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele finanzieren könnte.

    Vielleicht könnte sich die Republik Österreich aber wenigstens  dazu durchringen, die bisherigen Subventionen der Flugverkehrswirtschaft nur mehr in jenem Umfang anteilig  weiter zu gewähren, in dem auch der Anteil der Verwendung von “klimaneutralen”  Treibstoffen ( bzw. Antriebstechnologien)  nachgewiesen wird und dies von neutraler Stelle auch bestätigt (überprüft) werden kann.

  • Erich Pekar
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    #18768 |

    Der Abgesang auf Erdöl ist deutlich verfrüht

    http://derstandard.at/2000071720007/Der-Abgesang-auf-Erdoel-ist-deutlich-verfrueht

    Die Hoffnung, dass mit zunehmender Elektrifizierung der Antriebe der Ölverbrauch rasch sinken wird, ist unrealistisch. Der Öldurst verlagert sich von den Industrie- in Schwellenländer

    25 Fass pro Kopf und Nase. Das sind fast 4000 Liter Rohöl, die jeder Einwohner der USA pro Jahr verprasst. Länder wie Singapur (66 Fass; je 159 Liter), Kuwait (50) und die Vereinigten Arabischen Emirate (45) kommen auf einen noch höheren Verbrauch. Österreich liegt gleichauf mit Deutschland bei zwölf Fass pro Kopf und Nase.
    Für die Entwicklung der Ölnachfrage sind künftig aber ganz andere Länder ausschlaggebend, allen voran China und Indien. Dort liegt der Pro-Kopf-Ölkonsum bei einem Bruchteil: Etwas mehr als zwei Fass sind es in China, nicht ganz ein Fass in Indien. Mit zunehmendem Wohlstand und einer breiter werdenden Mittelschicht wird trotz Effizienzverbesserung bei neuen Motoren der Ölverbrauch stark steigen.

    Die IEA, die im Auftrag der Industriestaaten eine strategische Ölreserve verwaltet, die im Bedarfsfall eine kurzfristige Ölknappheit überbrücken helfen soll, rechnet in ihrem jüngsten World Energy Outlook mit einer Zunahme der globalen Ölnachfrage auf knapp 119 Millionen Fass am Tag bis 2040.

    Selbst die in Europa vorangetriebene Energiewende, die einen Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare wie Sonne, Wind und Biomasse vorsieht, hatte bisher keinen durchschlagenden Erfolg. Wegen der guten Konjunktur nimmt sogar der Verbrauch von Selbstzünderkraftstoff zu, trotz VW-Dieselskandals.
    Sollten Elektroautos tatsächlich zum Verkaufsschlager werden, wie von vielen Regierungen gewünscht, würde das den Ölverbrauch nicht schlagartig drücken, vor allem nicht global. Dazu seien die Investitionen in die für E-Autos nötige Infrastruktur zu hoch, sagt Waghorn von Guinness Global Energy. Er geht davon aus, dass die 2025 auf der Straße verkehrenden Elektroautos die Weltölnachfrage um eine Million Fass am Tag drücken wird. “Bei vielleicht 105 Millionen Fass Gesamtnachfrage fällt das kaum ins Gewicht,” sagte Waghorn.

    Wir werden daher  auch in unseren Breiten mit noch mehr Flüchtlingen – Klimaflüchtlingen – zu rechnen haben. Wir sollten daher unsere Fähigkeiten für (und unsere Solidarität mit) den derzeitigen Flüchtlingen bereits ordentlich einüben, da die zukünftigen Flüchtlingsmassen alles bisher Gekannte in den Schatten stellen werden.
    Möglicherweise – je nach Ort des gewählten Wohnsitzes – werden dann vielleicht auch unsere Kinder und Enkelkinder vor immer unerträglicher werdenden Auswirkungen der ungebremst steigenden Temperaturen des Weltklimas flüchten müssen; Mit etwas “Glück” haben wir selbst auch schon gewisse Chancen unseren Lebensabend als Flüchtling vor immer höher steigenden Temperaturen und/oder Wassermassen zu verbringen.

  • Erich Pekar
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    #18791 |

    Dokumentarfilm : Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen
    Länge: 1h 52min
    gesehen auf ORF1 DOKeins am Mitwoch, 10.1.2018, 20:15 Uhr

    http://tv.orf.at/program/orf1/20180110/827835801/story

    Fairtrade-Produkte, Secondhand-Shops und biologische Ernährung sind nur der Anfang von dem, was die beiden Filmemacher – der politische Aktivist Cyril Dion und die Schauspielerin Mélanie Laurent – in ihr Abenteuer treibt. Die Konzepte dahinter sind klar, aber sie scheinen nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein zu sein. Was also ist es, das uns vor dem Zusammenbruch der Ökosysteme wirklich retten kann?
    Laurent und Dion machen sich auf den Weg zu Projekten, bei denen erstaunlich progressiv wirkende Ideen bereits in die Realität umgesetzt worden sind und die nur darauf warten, mehr Menschen zu mobilisieren.

    Das Filmteam besucht etwa Rob Hopkins von der Bewegung “Cities in transition”. Das Ziel: die Abhängigkeit vom Erdöl bis zum Jahr 2050 zu reduzieren.

    Aufgeteilt in fünf Kapitel, behandelt die filmische Reise die großen Themenfelder Landwirtschaft, Energie, Geldwirtschaft, Demokratie und Bildung anhand von Gesprächen mit ausgewählten Personen, die anschaulich Auskunft über das Wesen diverser Vorzeigemodelle geben.

    Besonders hervorzuheben :
    Die Idee und Umsetzung von lokalen Währungen, die außerhalb der jeweiligen Community keinerlei Wert haben.

    Und die Unterrichtspraxis in finnischen Grundschulen am Beispiel einer konkreten Klasse :
    Innerhalb von Finnlanbd gibt es keine Rankings, um Schulen untereinander zu vergleichen. Auch dort gibt es Klassen mit 50% Anteil von Schülern mit anderen Muttersprachen. Ein wesentlicher Faktor in Finnland dürfte das Prinzip “Vertrauen und Respekt” auch innerhalb der Hierarchie der Schulverwaltung sein.
    Und auch der Umstand, dass je 15 Schülern 2 Lehrer zu Verfügung stehen und offenbar auch auf ausreichende pädagogische Unterstützung darüber hinaus zurückgegriffen werden kann.

    Und als oberstes Motto gilt offenbar:
    Wenn w i r nichts ändern, wird sich nichts ändern – und werden wir auf uns zukommende ökologische Katastrophen wohl kaum vermeiden können.

    Zu diesen erforderlichen Änderungen sollte auch die “Digitale Welt” konstruktive Beiträge leisten – ohne aber selbst die Probleme (z.B. durch Energieverbrauch, durch Berge von Geräteschrott, durch Förderung “problematischen Verhaltens” der Nutzer digitaler Services … ) noch zu verschärfen.

    http://www.tomorrow-derfilm.at/
    http://www.tomorrow-derfilm.at/download/tomorrow_video_trailer_1280x0720.mp4

  • Erich Pekar
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    #18835 |

    Auch Süßwasserseen werden durch CO2 immer saurer
    http://derstandard.at/2000072021805/Auch-Suesswasserseen-werden-durch-CO2-immer-saurer

    Veränderungen beim pH-Wert in vier deutschen Stauseen gefährden die Nahrungskette in dem Lebensraum

    Die Versauerung der Meere aufgrund des steigenden CO2-Gehaltes in der Atmosphäre stellt eine große Bedrohung der marinen Ökosysteme dar. Insbesondere Kalkschalen-tragende Tiere müssen regelrecht zusehen, wie sich ihre Gehäuse allmählich auflösen. Nun haben Biologen der Ruhr-Universität in Bochum festgestellt, dass auch Süßwasserseen immer saurer werden. Anhand von Langzeitdaten konnten die Wissenschafter nachweisen, dass sich der Kohlendioxid-Gehalt in vier Talsperren in Nordrhein-Westfalen innerhalb von 35 Jahren verdreifacht hat.

    Bekannt ist laut Weiss, dass auch in Seen in anderen Ländern steigende CO2-Werte gemessen wurden, so in den USA.

     

  • Erich Pekar
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    #18854 |

    Klimasensitivität: Forscher präzisieren Prognosen zur Erderwärmung

    http://derstandard.at/2000072470658/Klimasensitivitaet-Forscher-praezisieren-Prognosen-zur-Erderwaermung

    Forscher konnten den Unsicherheitsfaktor eines der wichtigsten Parameter der Klimaforschung deutlich einschränken

    Die Klimasensitivität ist eine zentrale Größe in der Forschung zum Klimawandel. Sie dient als Maßzahl, um aus dem Anstieg von Treibhausgasen wie Kohlendioxid in der Atmosphäre einen künftigen Temperaturanstieg zu berechnen.

    Sollten Folgestudien das Ergebnis bestätigen, ließen sich künftige Klimamodelle durch die geringere Unsicherheit verbessern. Für die internationale Klimapolitik ergeben sich aber keine großen Änderungen, sagen Experten: Denn die Studie schließt nicht nur die schlimmsten bisher angenommenen Szenarien aus, sondern auch die besten. Insofern bestätigen Cox und Kollegen einmal mehr die Notwendigkeit, CO2-Emissionen massiv einzuschränken. Ihre mittlere Schätzung der Klimasensitivität liegt bei 2,8 Grad Celsius und damit in einem sehr ähnlichen Bereich wie das vom Weltklimarat angenommene Mittel (drei Grad). Riese sieht darin eine Bestätigung dafür, “dass die Annahmen, auf denen die internationale Klimapolitik beruht, auf einer soliden Basis stehen.”

     

  • Erich Pekar
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    #18858 |

    Wifo: CO2-Steuer würde Emissionen um sieben Prozent pro Jahr senken
    http://derstandard.at/2000072481432/Wifo-Studie-CO2-Steuer-wuerde-Emissionen-um-sieben-Prozent-pro

    In der Studie wurde von einer Steuer in der Höhe von 120 Euro pro Tonne ausgegangen

    Der Ausstoß von Treibhausgasen ist in Österreich das dritte Jahr in Folge gestiegen, einer der Hauptverursacher war der Verkehr. Damit entfernt sich die Republik weiter von dem Ziel, den Treibhausgasausstoß (außerhalb des Emissionshandels) bis 2030 um 36 Prozent gegenüber 2005 zu senken. Eine Methode, künftig mehr Emissionen einzusparen, wäre laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) die Einführung einer CO2-Steuer. Dadurch könnten die Emissionen um bis zu sieben Prozent gesenkt werden.
    Österreich gehört laut der Erhebung zu den EU-Ländern mit den niedrigsten Energiesteuersätzen. Bei Abgaben auf Diesel liegt die Republik auf Platz 16, bei Benzin auf Platz 17 der EU-28. Lediglich in osteuropäischen Ländern, Griechenland, Spanien und Portugal sind die Abgaben niedriger.

    Während die Bundesregierung sich wiederholt gegen neue Abgaben und Belastungen ausgesprochen hat, sind CO2-Steuern in einigen europäischen Ländern wie Schweden und Frankreich bereits im Gesetz verankert. Dabei könnten einmalige und wiederkehrende Steuern dazu beitragen, Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, heißt es in der Studie.

    Die Ergebnisse der Studie hätten jedoch auch offenbart, dass die Emissionsreduktion von sieben Prozent nicht ausreichen werde, “um die mittelfristigen sowie langfristigen Klimaziele zu erreichen”. Dafür wäre ein effektives Maßnahmenbündel nötig, das alle Sektoren umfasst, meint Kettner. Dazu würden unter anderem die Förderung des öffentlichen Verkehrs und ein Umdenken in der Raumplanung zählen.
    “Ein angehobenes Tempolimit wird aber wahrscheinlich nicht dazu beitragen, Emissionen im Verkehrsbereich zu reduzieren.”

  • Erich Pekar
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    #18861 |

    2017 war unter den drei wärmsten Jahren seit Messbeginn

    http://derstandard.at/2000072549741/2017-war-unter-den-drei-waermsten-Jahren-seit-Messbeginn

    2015, 2016 und 2017 waren die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast 170 Jahren, berichtet die Weltorganisation für Meteorologie

    In die Berechnungen der WMO wurden Datensätze von fünf meteorologischen Institutionen einbezogen, darunter die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten, das Goddard Institute for Space Studies der Nasa sowie die Climatic Research Unit der University of East Anglia. Das sei ein klares Zeichen für den Klimawandel, ausgelöst durch die steigende Konzentration der klimaschädlichen Treibhausgase in der Atmosphäre, sagte Petteri Taalas, Generalsekretär der WMO. 2017 sei die Temperatur ebenso wie 2015 rund 1,1 Grad Celsius über derjenigen der vorindustriellen Zeit gelegen. Der Unterschied zwischen den beiden Jahren sei statistisch nicht signifikant. 2016 waren es nach neuesten Daten rund 1,2 Grad Celsius.

    Relevanter als die Rangliste einzelner Jahre sei allerdings der langfristige Trend, so Taalas. Und der sei deutlich: 17 der 18 wärmsten Jahre seien im 21. Jahrhundert registriert worden. “Die Erwärmung in der Arktis ist besonders ausgeprägt.

  • Erich Pekar
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    #18896 |

    Klimawandel: Physiker zweifelt am Ausmaß der menschlichen Schuld
    https://derstandard.at/2000072884861/Klimawandel-Energieexperte-zweifelt-am-Ausmass-der-menschlichen-Schuld

    Nach Ansicht des Energieexperten Steve Koonin sei die Datenlage unzureichend. Heute, Mittwoch, spricht er in Wien

    Mag auch das Eis der Arktis stetig schwinden und allein an Europas Küsten dutzende wärmeliebende Tierarten nordwärts wandern – der Klimawandel wird mancherorts heftig abgestritten. US-Präsident Donald Trump ist derzeit der prominenteste Kopf in der Riege der Skeptiker. Schwere Schneefälle an der Ostküste reichen ihm schon als Argument gegen eine globale Erwärmung. Kritik an der Klimaforschung kommt aber auch von Experten, denen man keine populistische Intention unterstellen kann: Steven Koonin ist einer von ihnen. Der Physiker kann auf eine abwechslungsreiche Karriere zurückblicken. Schon 1992 wurde er von der US-Regierung als Berater in Klimafragen berufen.

    Ein zentrales Problem seien die Klimamodelle. Über 50 verschiedene davon sind allein bei der internationalen Klimaschutzkommission IPCC in Gebrauch. Der Hintergrund: Für die Modellierung werden Erde und Atmosphäre in Raster mit 100 Kilometern unterteilt. Viele klimarelevante Prozesse finden jedoch in kleinerem Maßstab statt.

    Der Physiker kritisiert die Zeitspannen diverser Betrachtungen. Der Meeresspiegel zum Beispiel steige nicht erst seit 70 Jahren an, sondern schon seit Mitte des 19.Jahrhunderts.  Damals war der menschliche Einfluss auf das Klima viel geringer, betont er.

    Der Kritiker selbst erntet für seine Einwände natürlich ebenfalls Kritik. Man hält Koonin vor, Klimawandelleugner mit Pseudoargumenten zu beliefern. Allen offenen Fragen zum Trotz sei die globale Erwärmung schließlich real und messbar.

    Den flächendeckenden Einsatz solcher neuer Technologien würde der Physiker noch verschieben wollen – um zehn Jahre, “bis wir ein klares anthropogenes Signal im Chaos erkennen können.” Vielleicht spiele der Mensch ja gar keine so große Rolle, und der schnelle Verzicht auf fossile Brennstoffe wäre voreilig.

    “… Damals war der menschliche Einfluss auf das Klima viel geringer, betont er…” :
    Umgekehrt könnte das aber auch ein Hinweis darauf sein, das schon der damalige – noch kleine – Einfluss des Menschen ausreichend gewesen sein könnte, doch schon großen Einfluss auf das Klima zu haben.

    “… Viele klimarelevante Prozesse finden jedoch in kleinerem Maßstab statt…” :
    Auch diese Aussage des Physikers könnte ein Hinweis darauf sein, dass sehr wohl viele lokale Maßnahmen – wie z.B. die Stillegung bzw. der Umbau von Kohlekraftwerken oder die großräumige Reduktion des Verkehrsvolumens – negative Entwicklungen hinsichtlich klimarelevanter Prozesse reduzieren könnten.

    “…Den flächendeckenden Einsatz solcher neuer Technologien würde der Physiker noch verschieben wollen – um zehn Jahre…”
    Er selbst bezweifelt aber gar nicht, dass die durchschnittlichen Temperaturen steigen. Das bedeutet aber in weiterer Folge, dass immer mehr Gebäude/Wohnungen  auf “irgendeine Weise” klimatisiert (gekühlt) werden müssen, um darin in Zukunft überhaupt noch überleben zu können. Jedes Zuwarten mit Maßnahmen, wird daher in eine noch stärker steigende Anzahl von zukünftigen Hitzetoten münden. Zufolge dieser Aussage des Physikers zu glauben, im Bereich des Hochbaues mit Wärmedämmungsmaßnahmen und generell leistbarer Verfügbarkeit von “Nullenergie-Häusern” zuwarten zu können, würde sich jedenfalls noch als schwerer Fehler herausstellen.

    Auch sollten wir unseren Umgang mit Flüchtlingen ernsthaft überdenken, da auch wir bzw. unsere Kinder in Zukunft ganz schnell selbst zu Flüchtlingen werden könnten, wenn unsere jeweiligen Heimatorte dann durch immer häufiger werdende Überschwemmungen, Bergstürze oder einfach nur durch zu hohe Temperaturen und/oder fehlendes Trinkwasser unbewohnbar werden könnten.

  • Erich Pekar
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    #18968 |

    Autofahrer zahlten 13,5 Milliarden an Steuern, Gebühren

    https://derstandard.at/2000073735828/Autofahrer-zahlten-13-5-Milliarden-an-Steuern-Gebuehren

    Drei Viertel davon oder 10 Milliarden Euro kommen vom Pkw-Verkehr, um 12,4 Prozent gestiegen sind die NoVA-Einnahmen

    Die heimischen Autofahrer haben im Vorjahr rund 13,5 Mrd. Euro an Steuern und Gebühren an das Bundesbudget und die Asfinag gezahlt. Rund drei Viertel davon – 10 Mrd. Euro – stammten allein aus dem Pkw-Verkehr, schätzt der ÖAMTC. Berücksichtigt sind dabei neben den 7,3 Mrd. Euro aus MöSt, NoVA und motorbezogener Versicherungssteuer auch Vignettenerlöse, Umsatzsteuern, Parkgebühren und so weiter.

    Laut Mineralölindustrie-Fachverband blieb 2017 der Benzinverbrauch trotz gestiegener Benzinfahrzeug-Zahl unverändert. Der Dieselverbrauch legte dagegen um 3,4 Prozent zu, womit der Verbrauchsspitzenwert von 2016 nochmals übertroffen wurde. “Generell sind Diesel-Pkw nur für rund ein Drittel des Gesamtverbrauchs an Diesel verantwortlich”, so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Nikola Junick: “Der überwiegende Teil wird von Nutzfahrzeugen verbraucht, und hier zur Hälfte vom sogenannten Tanktourismus.”

    Wenn nun aber Fahrzeug-Sharing und Verzicht auf eigene (private) Fahrzeuge weiter zunehmen sollte, und die je Fahrzeug zurückgelegten Kilometer trotz gemeinsamer Nutzung drastisch reduziert werden müssen  ( um die vorgegebenen Ziele zum Schutz unseres Klimas wenigstens halbwegs erreichen zu können bzw. durch die allmählich größer werdenden elektrisch angetriebenen Fahrzeugflotten unsere Stromversorgungsnetze nicht zusammenbrechen zu lassen), bedeutet dies, dass auch die korrespondierenden Steuereinnahmen des Staates dramatisch fallen werden.

    Da gleichzeitig auch die Besteuerung manueller Arbeit weitestgehend abgeschafft werden wird müssen, werden fast alle staatlichen Steuer-Einahmen in absehbarer Zukunft (wahtscheinlich aber schon recht bald) nahezu vollständig ausfallen.

    Es verbleiben somit vermutlich nur mehr Verbrauchs- und Wertschöpfungsabgaben:

    “ordentliche” flächendeckende Mautgebühren für die Nutzung öffentlicher Straßenflächen (nicht nur der Autobahnen und Schnellstraßen) mit privaten Fahtrzeugen – nahezu unabhängig von deren Antriebsart,
    massive zusätzliche Umweltabgaben
    für den Verbrauch nicht erneuerbare Energieträger,
    für den Verbrauch von Rohstoffen (z.B. auch Trinkwasser ) ,
    für die Widmung von Bauland bzw. Versiegelung von Böden,
    für die Entsorgung von Müll,
    für die Verwendung von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln ( … )

    drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer für nicht nachhaltig erzeugte/transportierte Produkte (ohne geprüfte Zertifikate zum Nachweis der Einhaltung von Mindestbestimmungen im Sozial- und Umweltbereich der involvierten Produktions- und Handels-Ketten bzw. in den jeweiligen Herkunftsländern )
    ordentliche Wertschöpfungsabgaben (z.B. “Maschinensteuer”, Wertsteigerungsabschöpfung bei Grund- und Immobilien-Verkäufen, … )

    Dieser erforderliche Umbau unseres Steuersystems enthält zumindest die gleiche “gesellschaftliche Sprengkraft”, wie die von uns allen erst noch zu bewältigenden Folgen durch die immer noch weitergehende Digitalisierung und die bald wöchentlich zu beobachtenden Wetterkapriolen als Folge der sich immer deutlicher abzeichnenden Klimakatastrophe.

    Öffentliche Diskussion zu diesem Themenkreis scheint es aber so gut wie gar nicht zu geben.
    Wenn das einzige “Zukunftsprogramm” nur in immer noch mehr “Einsparungen und Bürokratieabbau” bestehen sollte, wird es bald Bildung , Forschung , das Gesundheitswesen ( …. ) und schließlich unseren Staat bald gar nicht mehr geben.

  • Erich Pekar
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    #19080 |

    Immer mehr Menschen fliegen, für 2036 fast acht Milliarden erwartet

    https://derstandard.at/2000075518693/2017-war-eines-der-sichersten-Luftfahrtjahre

    4,1 Milliarden Menschen reisten im Vorjahr mit dem Flugzeug – und ihre Zahl wächst weiter….

    Immer mehr Menschen fliegen, und fliegen wird immer sicherer. 2017 waren 4,1 Milliarden Passagiere mit dem Flugzeug unterwegs, heuer sollen es 4,3 Milliarden sein und im Jahr 2036 ganze 7,8 Milliarden.

    Und dabei hat es einst einmal geheissen : Wenn die Kommunikationstechnik bzw. Digitalisierung “einmal so weit sein wird”,  dann wird es nicht mehr notwendig sein, aus beruflichen Gründen so viel zu reisen.
    Offenbar konnte die “Digitale Welt” die in sie gesteckten Erwartungen hier nicht annähernd erfüllen.
    Nachdem mittlerweile die Einkommens-Schere zwischen (sehr) gut Verdienenden und schlecht bis gar nicht Verdienenden (weltweit) gesehen auch immer mehr zunehmen dürfte, bleibt als einzige Erklärung für diese prognostizierte Zunahme der Fluggastzahlen eigentlich nur mehr, dass die sehr gut verdienende Oberschicht immer häufiger und auf immer mehr (auch kurzen) Strecken Flugreisen antreten werden.

    Und diese Entwicklung findet im Bewusstsein statt, dass spätestens bis zum Jahr 2050 die Ablöse der fossilen Energieträger – und damit auch des Kerosins – durch erneuerbare Energieträger erfolgt sein soll.
    Gleichzeitig gibt es aber für Kerosin noch keinen praktikablen Ersatz – obwohl bereits an synthetischen Kraftstoffen für die Flugindustrie gearbeitet wird und ein Flugunternehmen sogar bereits ein Elektroflugzeug für Kurzstrecken angekündigt hat.

    Wenn hier die Flugindustrie tatsächlich an akzeptablen und – in Anbetracht der erforderlichen Mengen – auch praktikablen Lösungen für synthetisch aus erneuerbaren Quellen mit vertretbarem Energieaufwand hergestellten Treibstoffen arbeiten sollte, stellt sich dann nur die Frage, warum ähnliche Lösungen dann nicht auch für Straßenfahrzeuge anwendbar sein sollten ?

  • Erich Pekar
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    #19082 |

    Zukunftsszenarien: Wie das 1,5-Grad-Ziel noch zu halten wäre

    https://derstandard.at/2000075526209/Szenarien-Wie-das-1-5-Grad-Ziel-noch-zu-halten

    Der Ausstoß von Treibhausgasen müsste spätestens ab 2030 rasch sinken, zwischen 2055 und 2075 müssten die Netto-Emissionen bei Null liegen, berichten Forscher

    Das Ziel ist ambitioniert und für die kommenden Generationen überlebensnotwendig: Bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 einigte sich die Staatengemeinschaft darauf, dass die globale Erwärmung im Laufe dieses Jahrhunderts nicht mehr als um 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau steigen sollte, um die Folgen des Klimawandels erträglich zu halten.
    Klimaforscher Joeri Rogelj und sein Team vom IIASA in Laxenburg haben nun im Fachblatt “Nature Climate Change” die möglichen Entwicklungswege durchgerechnet, ob und wie die 1,5-Grad-Grenze tatsächlich erreichbar ist.
    Bei allen Modellszenarien, die zu diesem Ziel führen, müssen die Treibhausgase spätestens ab dem Jahr 2030 rasch sinken und zwischen 2055 und 2075 die Netto-Emissionen bei Null liegen. Nötig sei außerdem, Kohlendioxid mit technischen Methoden aus der Atmosphäre zu entfernen sowie eine Wiederaufforstung, damit auch die Wälder dies vermehrt tun.

    Die Forscher berücksichtigten dabei neben den klassischen Maßnahmen gegen Erderwärmung aber auch Faktoren, die auf den ersten Blick nicht unbedingt mit Klimapolitik zu tun haben: So würden starke soziale und ökonomische Unterschiede die Erreichung der Klimaziele verhindern.

    Aber es besteht leider keinerlei realistische Aussicht, dass auch nur eine einzige dieser Maßnahmen aus obiger Liste der Wissenschaftler rechtzeitig durchgesetzt – und dann auf Dauer auch beibehalten – werden könnte.
    Da nutzt dann die – wohl nur von wenigen verstandene – Erkenntnis über den bremsenden Faktor der “zu starken sozialen und ökonomischen Unterschiede” auch nicht mehr.

  • Erich Pekar
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    #19186 |

    Klimaforscher: “Werden Pariser Abkommen so nicht einhalten”

    https://derstandard.at/2000076370423/Klimaforscher-So-werden-wir-Pariser-Abkommen-nicht-einhalten

    Ohne Konsumverzicht wird es kaum möglich sein, die Erderwärmung einzudämmen, sagt Stefan Rahmstorf

    Ohne Einschränkung des Lebensstils, sprich Verzicht auf Konsum, werde es kaum möglich sein, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit zu beschränken, meint Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Manches lasse sich technologisch lösen, aber eben nicht alles. Ein Mindestpreis für Kohlendioxid (CO2) im europäischen Emissionshandel könne zu richtigen Investitionsentscheidungen etwa im Strombereich führen und umweltschädigende Kohlekraftwerke aus dem Markt drängen.

    Aus wissenschaftlicher Sicht wäre es theoretisch noch immer möglich, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, allerdings mit so einschneidenden Maßnahmen, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass die Welt die ergreifen würde.

    Ich denke an Maßnahmen wie in den USA 1940 bis 1942, als die Industrieproduktion in kürzester Zeit auf militärischen Bedarf umgestellt wurde. Würde die Gesellschaft heute die globale Erwärmung als ähnlich bedrohlich betrachten wie damals die USA den Krieg in Europa, wäre der Umbau unseres Energiesystems Priorität Nummer eins der Politik und könnte sehr rasch erreicht werden. Doch solange Konsum, Wirtschaftswachstum und Urlaubsflüge für uns wichtiger sind als die Vermeidung einer Klimakatastrophe, wird das nicht passieren.

    Die Zeit aber drängt. Wir haben ein sehr begrenztes Emissionsbudget, was wir noch ausstoßen können.

    Die Schätzungen variieren um einen Mittelwert von 600 Milliarden Tonnen CO2. Da wir jedes Jahr 40 Milliarden emittieren, reicht das noch für 15 Jahre. Wollen wir noch länger emittieren, müssen wir sofort reduzieren.

    Es wird auf jeden Fall wärmer, in Kontinentalgebieten wie Österreich und Deutschland deutlich rascher als im globalen Mittel. Hitzewellen nehmen zu. Wir hatten 2003 einen Jahrhundertsommer in Europa, der an die 70.000 Hitzetote gefordert hat. In vielen Ländern wird es mehr Überflutungen durch Wärmegewitter geben. In Österreich wird interessant zu sehen, wie sich der Umbruch auf Gletscher, Wasservorkommen, Tourismusindustrie, Skifahrmöglichkeiten et cetera auswirken wird.

    Laut einer im Vorjahr publizierten Studie werden weite Teile Spaniens und Portugals bei einer Erwärmung um zwei Grad zur Wüste. Was das für Auswirkungen haben kann, sieht man an Syrien, das zwischen 2006 und 2011 die schlimmste Dürre seit 900 Jahren erlebt hat. Eine massive Landflucht, politische Unzufriedenheit und Massenproteste waren die Folge, die letztlich auch dazu beitrugen, dass es zum Bürgerkrieg kam.

    Beim Flugverkehr etwa ist fraglich, ob er sich in einer Welt mit letztlich Null Emissionen im selben Umfang aufrechterhalten lässt. Zwar wird mit kleineren Versionen von Elektroflugzeugen experimentiert, inwieweit aber ein Durchbruch gelingt, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich werden wir auch genügsamer in unserem Konsum sein müssen, gerade was Fernreisen betrifft.

  • Erich Pekar
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    #19244 |

    Klimastrategie der Regierung fehlen konkrete Maßnahmen

    https://derstandard.at/2000077043660/Klimastrategie-der-Regierung-fehlen-konkrete-Massnahmen

    Ein dem STANDARD vorliegender Entwurf der türkis-blauen Strategie kommt ohne straffen Zeitplan aus – und ohne Budget für Maßnahmen

    Die vergangene Regierung aus SPÖ und ÖVP ist daran gescheitert: Nun wird am 3. April eine Energie- und Klimastrategie vorgelegt, die dem STANDARD vorab zugespielt wurde. Bis Juni soll ein Konsultationsprozess folgen, und vor dem Sommer möchte die Regierung eine finale Fassung beschließen. Klimaexperten fordern schon länger einen Masterplan, wie Österreich die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens umsetzen will.
    Die Zeit drängt: Großzügig gerechnet hat Österreich – wenn die Emissionen auf heutigem Niveau bleiben würden – sein Budget spätestens 2035 völlig aufgebraucht, rechnete Klimaexperte Karl Steininger vor. Zwar gibt die Strategie das Ziel einer Dekarbonisierung bis 2050 vor. Schnelle Schritte lässt eine Sichtung der vorläufigen Version der Klima- und Energiestrategie nicht vermuten.

    Sehr wohl verankert ist in der vorliegenden Fassung allerdings eine Hintertür für die Regierung: Bei der regelmäßigen Evaluierung müssten “geänderte externe Faktoren” berücksichtigt werden, heißt es am Ende des Papiers. Zum Beispiel: “Reaktion auf geänderte Rahmenbedingungen” wie die Wirtschaftslage oder die “Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen”.

    Ein definitives Bekenntnis gibt es dagegen zur “Einhaltung der budgetären Obergrenzen” des Bundesfinanzrahmens – und der sieht bis 2022 sinkende Mittel im Umweltbereich vor.

    Der Verkehrssektor ist einer der Hauptverursacher für Treibhausgasemissionen. 45 Prozent der Emissionen werden laut Nachhaltigkeitsministerium bereits durch Mobilität und Verkehr verursacht. So wird der schienengebundene öffentliche Verkehr im Papier auch als ein “Leuchtturmprojekt” bezeichnet.

    In den kommenden zwei Jahren ist im Verkehrsbudget ein Betrag von rund 230 Millionen Euro jährlich einzusparen; davon entfallen an die 150 Millionen Euro auf die ÖBB.

    Ein zweiter Bereich ist die Förderung der E-Mobilität. Dafür soll die Ladeinfrastruktur ausgebaut werden. Budget und Ausmaß bleibt der Text schuldig.

    Der Bau der dritten Piste des Flughafens Schwechat steht diametral zur Erreichung der Pariser Klimaziele. Die Genehmigung wurde von der Regierung in dieser Woche positiv aufgenommen.

    Die Regierung will “entlang der gesamten Bildungskette” ansetzen, damit die Nachfrage nach “klimafreundlichen und energieeffizienten Produkten” steigt.

    Auch aus welchen Töpfen die Finanzierung für die Maßnahmen im Bildungsbereich kommt, ist offen. Insgesamt hat Bildungsminister Heinz Faßmann für 2018 rund 8,82 Milliarden und im Jahr 2019 rund 8,84 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Steigerungen werden vor allem für Bezugserhöhungen der Lehrer und einen Mehrbedarf “infolge der Migrationswelle” verwendet werden müssen.

    Im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion sind Emissionsreduktionen dem Strategiepapier zufolge “besonders schwierig darstellbar”.

    Im Gegensatz zu vielen anderen Themen ist der Bereich der “grünen Finanzen” in der Klimastrategie einigermaßen konkret formuliert. Die Regierung plant, eine “Green-Finance-Agenda” zu entwickeln, um relevante Finanzinstrumente basierend auf dem Pariser Klimaabkommen zu identifizieren. Zuständig ist das Finanzministerium. Dieses soll in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und “relevanten Stakeholdern” bis März 2019 überprüfen, ob die Maßnahmen implementiert werden können.

    Das Ziel von 100 Prozent erneuerbarer Energie bei der Stromaufbringung im Jahr 2030 findet sich auch im Strategiepapier. Das ist gar nicht so ambitioniert, weil Österreich dank der vielen Wasserkraft schon jetzt auf einen Anteil nichtfossiler Energiequellen in der Stromproduktion von mehr als 70 Prozent kommt.

    Den Ausbau der erneuerbaren Energien will man laut dem Strategiepapier vorantreiben, ohne dass wesentlich mehr Geld in die Hand genommen werden muss.

     

  • Erich Pekar
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    #19245 |

    Beim Klimaschutz führt Österreichs Weg ins Abseits

    https://derstandard.at/2000077045598/Oesterreich-greift-im-Klimaschutz-nach-der-roten-Laterne

    Die Klimastrategie trägt weniger eine politische Handschrift als vielmehr jene von Wirtschaftskammer und Industrie

    Alles ist sehr kompliziert.
    Diese Feststellung, die der 2008 verstorbene Altkanzler Fred Sinowatz (SPÖ) bei der Regierungserklärung 1983 traf, hat 35 Jahre später nichts an Gültigkeit verloren. Mit einem Unterschied: In den 1980er-Jahren war die Politik hauptsächlich mit saurem Regen und Waldsterben beschäftigt. Beides konnte dank beherztem Vorgehen gegen die Schwefeldioxidemissionen aus Industrieschornsteinen erfolgreich bekämpft werden.
    Nun ist es die Erderwärmung, die dem Planeten zusetzt und die Lebensgrundlage von zig Millionen Menschen bedroht. Auch Österreich bleibt nicht ausgespart. Von beherztem Vorgehen ist aber bisher nichts zu spüren.
    Österreich wird, so viel ist schon fix, die für das Jahr 2020 gesteckten Ziele von mehr erneuerbaren Energien, weniger CO2-Ausstoß bei deutlich verbesserter Energieeffizienz verfehlen. Das hat zwar unmittelbar keine Konsequenzen, blamabel ist es für das Umweltmusterland, als das sich Österreich gerne verkauft, aber allemal.
    Zieht man den jetzt vorliegenden Entwurf für eine integrierte Energie- und Klimastrategie als Maßstab heran, wird die großspurig angekündigte Dekarbonisierung bis 2050 erst recht ein Rohrkrepierer.
    Um das klimaschädliche CO2 aus dem Wirtschaftskreislauf zu zwingen, müssten Gebäude saniert, der Individualverkehr zurückgedrängt und die Produktionsweise verändert werden. Wie aber liest sich das Papier? Schwammig, uninspiriert, voll von Allgemeinplätzen.

     

  • Erich Pekar
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    #19253 |

    Klimastrategie: Probleme durch Verzicht auf Öl und Gas beim Heizen

    https://derstandard.at/2000077104949/Klimastrategie-Probleme-durch-Verzicht-auf-Oel-und-Gas-beim-Heizen

    Gebäudebereich müsste zur Erreichung energie- und klimapolitischer Zielsetzungen komplett umgebaut werden

    “Dem Gebäudebereich kommt bei der Erreichung der energie- und klimapolitischen Zielsetzungen eine zentrale Rolle zu”. So steht es im Entwurf für eine integrierte Klima- und Energiestrategie, die am Dienstag von Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) vorgestellt wird. Die Fallstricke verbergen sich im Detail.

    Während Umweltschützer bei Raumwärme ein rasches Verbot von Öl- und dann auch von Gasheizungen fordern, weisen andere auf noch viele ungelöste Probleme hin : Überschätzter Strom
    Zu diesen gehört Georg Benke. Er war bei der Österreichischen Energieagentur tätig und ist jetzt Mitgesellschafter der e7 Energie Markt Analyse GmbH.
    Benke weist im STANDARD-Gespräch auf eine Überschätzung von Strom für Heizzwecke hin.
    Das Problem sei insbesondere in den Wintermonaten akut, wenn der Heizbedarf groß und die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen schwach bzw. stark volatil sei.
    Benke:
    “Die Kilowattstunden schaffen wir übers Jahr. Aber wie bekommen wir die Häuser im Winter mit Strom warm?
    Das hat bisher keine Studie beantwortet.”
    Besonders auf dem Land sei eine starke Zunahme von Luft-Wärme-Pumpen zu beobachten. Der Aufschwung dieser modernen Form von Stromheizung habe mit dem Boom bei Fertighäusern, meist ohne Kamin errichtet, eingesetzt.

    Versorgungssicherheit spielt auch im Entwurf der Klima- und Energiestrategie eine Rolle und wird an mehreren Stellen des gut 70 Seiten starken Papiers, das dem STANDARD vorliegt, angesprochen, zum Beispiel unter Punkt 3.2: “Der Versorgungssicherheit ist auch in der Transformation des Energiesystems höchste Priorität beizumessen.” Benke fordert für Energieversorger das Recht, Stromheizungen kurzfristig vom Netz nehmen zu können, damit in brenzligen Situationen ein Blackout verhindert werden kann.

    dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at :

    … welche Menge an Energie für die Raumheizung Österreichweit draufgeht.
    Etwa ein Drittel der gesamten produzierten Energie. Mit Biomasse wird zurzeit nur 10% der gesamten benötigten Energie erzeugt. In Biomassekraftwerken und mit Holzheizungen. Die Biomassekraftwerke sind im Betrieb so teuer, dass die meisten jetzt bald abgeschaltet werden, da die Förderungen auslaufen. Auch wenn Österreichs Wälder noch Potential haben, was die Bewirtschaftung anbelangt. Die Menge an Energie, die zurzeit für Raumwärme benötigt wird, kann damit nicht gedeckt werden.
    Viel wichtiger wären mehr thermische Sanierungen und Neubauten auf Passivhaus-Standart.

    oder

    Sie müssen die Wärmepumpe dann betrachten, wenn es sehr kalt ist. Und da ist eine Luftwärmepumpe eher in der Nähe einer Direktheizung, ….

    Das Hauptproblem ist aber, dass wir schon jetzt (!) gar nicht über genug Produktionskapazitäten für elektrische Energie verfügen, um unsere elektrische Energieversorgung ohne Importe sicherstellen zu können.
    Und alle unsere Nachbarstaaten (inklusive Deutschland) werden in Zukunft mit ihrer eigenen Energieversorgung die gleichen Probleme, wie wir,  haben. In jenen Staaten, die auch Atomkraftwerke betreiben, wird durch diesen Umstand das Problem der in Zukunft fehlenden elektrischen Energie sogar noch veschärft, da fast alle bestehenden Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen bzw. sollen. Und unabhängig von diesen geplanten (dauerhaften) Außerbetriebnahmen von Atomkraftwerken, müssen auch Atomkraftwerke ihre Produktion reduzieren, wenn aus Flüssen zufolge langer Trockenperioden nicht genug Kühlwasser entnommen werden kann. Die wenigsten europäischen Kernkraftwereke könnten durch Meeresfluten (z.B. in Folge eines Tsunamis, oder des generell steigenden Meeresspiegels ) bedroht werden, aber auch unseren Kernkraftwerken (in Europa) könnte z.B. in Folge einer klimabedingten Austrocknung von Europa das Kühlwasser ausgehen bzw. wir uns (in den betroffenen Teilen Europas) dann nur mehr aussuchen können, das dann noch verfügbare Wasser zur Kühlung der Atomkraftanlagen oder als Trinkwasser einzusetzen.

    Generell scheinen wir uns auf Zeiten großflächiger Rationsierungsmaßnahmen für elektrische Energie zuzubewegen.
    Denn aus vorübergehenden Abschaltungen von Vebrauchern in “brenzligen Situationen ” zur Vermeidung von plötzlich drohenden Blackouts, werden dauerhafte Abschaltungen bzw. nur kurze stundenweise Einschaltungen werden, wenn sich die Abschätzung als richtig herausstellen sollte, derzufolge wir innerhalb der nächsten 30 Jahre unsere (österreichischen) Produktionskapazitäten (bzw. die verfügbaren Regelleistungen) an elektrischer Energie zumindest verdreifachen (!!) müssten, um den Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2050 auch nur annähernd schaffen zu können.
    Dass diese Verdreifachung (bzw.Steigerung um > 200% , siehe https://digisociety.at/foren/thema/sackgasse-elektrisch-aufladbare-energiespeicher-als-ersatz-fuer-fossilen-sprit/#post-17057 ) der Produktion elektrischer Energie bis dahin überhaupt möglich sein sollte, scheint mehr als fraglich zu sein, da anderfalls im Laufe der nächsten 30 Jahre fast jedes Jahr in Österreich ein Großkraftwerk in Betrieb genommen werden müsste.
    Wir werden daher ein gutausgebautes Gasversorgungsnetz (bis in jeden Haushalt – auch in ländlichen Bereichen ) und alle bestehenden – und noch viele weitere – Gaskraftwerke noch sehr lange brauchen, um die (Versorgungs-)Sicherheit unserer elektrischen Stromversorgung in Zukunft nicht nur auf dem Papier sicherstellen zu können.
    Auf vollelektrische Haushalte (ohne Kamine und ohne Gasanschluss) setzen zu wollen, könnte sich daher noch als schwerer Fehler herausstellen.

  • Erich Pekar
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    #19261 |

    Nebenabsprache der alten Regierung schützt die Erdölbranche

    https://derstandard.at/2000077195321/Nebenabsprache-der-alten-Regierung-schuetzt-die-Erdoelbranche

    Die alte Regierung hat der Ölindustrie zugesichert, keine Belastungen einzuführen. Damit sind auch bestehende Begünstigungen zementiert

    Wenige Monate vor dem geplanten Beschluss der österreichischen Klima- und Energiestrategie werden die handelnden Personen von der Vergangenheit eingeholt. Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es bei der Ausgestaltung des Anfang 2015 in Kraft getretenen Energieeffizienzgesetzes (EEffG) eine Nebenabsprache der Regierung mit der Mineralölindustrie samt angeschlossenem Handel. Demnach sollen Privilegien, die der Branche vor vielen Jahren eingeräumt wurden, fortbestehen können.
    Die fragliche “Vereinbarung zwischen dem Fachverband der Mineralölindustrie sowie dem Fachverband des Energiehandels und dem Bund über Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz” hat die Liste Pilz ausgegraben. Unter §3, Abs 2 findet sich darin folgender Satz: “Der Bund stellt für die Geltungsdauer dieser Vereinbarung sicher, dass den Mitgliedsunternehmen im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie keine weiteren Belastungen durch den Bund auferlegt bzw. im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie bestehende Förderungen nicht verschlechtert werden.”
    Dies würde auch eine Streichung der steuerlichen Begünstigung von Diesel (Dieselprivileg) ausschließen.

    Aus Sicht eines Laien ist die Sache lange nicht so kompliziert :
    Zukünftige und damit auch die heutige Regierung, sind nur an gesetzliche Bestimmungen gebunden, die aber stets auch wieder geändert werden können.
    Nebenabsprachen sind immer wirkungslos, wenn sie nicht auf gesetzlichen Grundlagen basieren.
    Und auf “ewig” geltende Nebenabsprachen wären ja dann geradezu “sittenwidrig”, weil das in Zukunft zu keinerlei politischem Handlungspielraum der jeweiligen Regierung  führen könnte.
    Scheinbar sollte hier eine nationale Variante von CETA – nur für die österreichische Mineralöl-Industrie umgesetzt werden.
    Würde mich fast nicht wundern, wenn in dieser Nebenabsprache dann auch noch Bestimmungen über eine aussergerichtliche Streitschlichtungsstelle zu finden wären.

    Oder die derzeitige Regierung will diese Nebenabsprache nur – als allerdings schwache – Begründung dafür verwenden, nicht gegen die Interessen der Mineralölindustrie – z.B durch stärkere verbrauchsbezogene Steuern und durch Aufhebung der Steuerbegünstigungen auf Dieselöl und Kerosin – vorzugehen:
    Denn der vollständige Ausstieg aus fossilen Energieträgern (aus allen Mineralöprodukten, deren Verwendungszweck es ist, verbrannt zu werden) wäre tatsächlich ein disruptiver Umbruch für die Mineralöl-Industrie bzw. den Mineralöl-Handel.

  • Erich Pekar
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    #19284 |

    Pannenstreifen auf A4 ab Juli bei Stau teils für Verkehr freigegeben

    https://derstandard.at/2000077291230/Ferienende-in-zehn-deutschen-Bundeslaendern-laesst-Staus-befuerchten

    Das Projekt soll laut Verkehrsminister Hofer ausgeweitet werden. Ab Mitte dieser Woche rechnet der ÖAMTC mit intensivem Verkehr

    Ein Teil des Pannenstreifens der Ostautobahn (A4) soll ab Juli bei Staubildung für den Verkehr freigegeben werden. Das kündigte Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) am Mittwoch vor dem Ministerrat gegenüber Journalisten an. Das Projekt soll dann auf ganz Österreich ausgeweitet werden und sei Teil der Klimastrategie der Regierung, denn Stau sei ein wichtiger CO2-Faktor, sagte der Verkehrsminister.

    sagt Martin Hoffer, Chefjurist des ÖAMTC. Allerdings: Man opfere den für die Sicherheit sehr wichtigen Pannenstreifen. Deswegen werde ein begleitendes Tempolimit unvermeidbar sein. Abgesehen davon müssten in kurzen Abständen Pannenbuchten eingerichtet werden, um bei fehlendem Pannenstreifen doch noch eine Notabstellfläche zu haben. “Darüber hinaus würde bei Schaffung eines dritten Fahrstreifens automatisch das Fahrverbot für Lkw auf der dritten Spur wirksam werden, das bei zweistreifigen Autobahnen nicht gilt”, sagt Hoffer.

    Was laut dem Chefjuristen noch geklärt werden müsse sei unter anderem wie die Bodenmarkierungen aussehen sollen und wie die Rettungsgasse gebildet werden soll.

    dazu einige Meinungen – sogar noch sachlich begründbar, als das “Hofer-Projekt” – aus dem Forum im der Standard.at :

    sollte man nicht lieber den Pannenstreifen für Radfahrer befahrbar machen? sonst staut’s bei der geplanten Radverkehr-Verdoppelung sicher bald auf allen Radwegen

    oder

    mich ärgert seit Jahren, dass die Tangente so ziemlich neu gebaut wurde und kein Radweg (Rad-Schnellbahn) drangebaut wurde.

    oder

    Ich hätte gerne eine direkte Bahnverbindung von Nordost nach Südwesten: von Stadlau direkt bis Oberlaa bzw. Blumenthal. Also aus dem 22. nach Inzersdorf.
    (Stadlau – Praterkai – Simmering – Oberlaa – Blumenthal – weiter nach NÖ)

    Parallel zur Tangente.

    Ohne Umweg über Hauptbahnhof und Meidling.

    Brächte irrsinnig viel, da bin ich mir sicher.

    Am Schluss reduzierte sich der private Tangentenverkehr derart, dass man gar auf den Tunnel Lobau verzichten könnte.

     

    Wir sind mit so “weitreichenden Projekten” der Bundesregierung am  besten  Weg, die  vereinbarten Ziele zum Schutz des Klimas  auch zu erreichen – das glaubt wohl nur mehr unsere Regierungsspitze.

  • Erich Pekar
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    #19312 |

    Größter Rückgang von Österreichs Gletschern in Messgeschichte

    https://derstandard.at/2000077455883/201617-groesster-Rueckgang-von-Oesterreichs-Gletschern-in-Messgeschichte

    Längenverlust von durchschnittlich 25,2 Metern aufgrund eines außergewöhnlich warmen Sommers

    Die Periode 2016/17 hat für Österreichs Gletscher den bisher stärksten mittleren Rückgang in der Messgeschichte mit sich gebracht. Der Längenverlust der 75 gemessenen Gletscher betrug durchschnittlich 25,2 Meter, so viel wie noch nie zuvor, sagte Andreas Kellerer-Pirklbauer, Leiter des Messdiensts des Alpenvereins bei der Präsentation des “Gletscherberichts 2016/17” am Freitag in Innsbruck.

     

  • Erich Pekar
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    #19338 |

    Zwei neue Studien sehen Verlangsamung des Golfstrom-Systems

    https://derstandard.at/2000077763045/Zwei-neue-Studien-sehen-Verlangsamung-des-Golfstrom-Systems

    Forscher: Natürlicher Prozess könnte durch den vom Menschen verursachten Klimawandel verstärkt worden sein

    wei Studien in der aktuellen Ausgabe von “Nature” berichten, dass sich das großmaßstäbliche Wasserumwälzungssystem im Atlantik verlangsamt hat. Teil dieses AMOC (“Atlantic meridional overturning circulation”) genannten Systems ist auch der Golfstrom. Für die Abschwächung machen die Wissenschafter die globale Erwärmung verantwortlich, die Konsequenzen für das weltweite Klima seien noch offen.
    Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sei die AMOC um 15 Prozent langsamer geworden, lautet der Befund des Teams um Levke Caesar vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die Forscher hatten Computersimulationen mit Messdaten der Meeresoberflächentemperatur kombiniert und dabei ein Muster entdeckt: Der Ozean südlich von Grönland kühle sich ab, weil das heranströmende Wasser nicht mehr so rasch in die Tiefe sinke und deshalb weniger warmes Wasser nachströmen könne. Gleichzeitig heize sich das Gewässer entlang der nördlichen Hälfte der US-Atlantikküste auf, weil sich der Golfstrom näher an die Küste schiebe.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Shutdown_of_thermohaline_circulation

    Eine der möglichen Konsequenzen wäre – trotz der globalen Erwärmung – die Abkühlung von Europa und ein damit verbundener Rückgang der Niederschläge.
    Europa könnte damit nicht nur kühler sondern auch wesentlich trockener werden.
    Gleichzeitig wird ein um den Faktor 3-4 verstärkter Anstieg des Meeresspiegels an der Ostküste der USA erwartete.

  • Erich Pekar
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    #19384 |

    Klima-Forscher: “Die Klimastrategie ist zu diffus”

    https://derstandard.at/2000078493743/Klima-Forscher-Die-Klimastrategie-ist-zu-diffus

    Die Anfang April von der Regierung präsentierte Klima- und Energiestrategie ist laut dem Climate Change Center nicht ambitioniert genug. Die Forscher zweifeln außerdem an der Vereinbarkeit des geplanten Staatsziels Wirtschaftsstandort mit dem Umweltschutz

    Gut, dass es sie gibt, aber noch geht sie nicht weit genug. So kann die Einschätzung des Forschungsnetzwerkes Climate Change Center Austria (CCCA) zur Klima- und Energiestrategie (KES) zusammengefasst werden. Das Anfang April vorgestellte Papier der Regierung ging am Montag in die erste Konsultationsrunde, im Juni soll die finale Version präsentiert werden.
    Geht es nach den Experten des CCCA, muss sich bis dahin noch einiges ändern, um die international zugesagten Klimaziele zu erfüllen: “Die gesteckten Ziele werden mit dem Entwurf nicht erreicht”, sagte Klima-Ökonom Karl Steininger bei einer Pressekonferenz am Montag. Der Zeitrahmen der “Mission 2030” sei zu kurz gesetzt, das würde langfristig auch zu Mehrkosten führen: “Wenn wir am Anfang wenig tun, wird es am Ende teuer”, so Steininger. Deshalb müssten Klimafolgekosten in das Budget integriert und eine sozial-ökologische Steuer eingeführt werden. Denn: “Ohne Steuer wird es nicht funktionieren.”

    Auch das Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen fällt laut Kirchengast in der KES “zu lose” aus: “Die Klimastrategie ist zu diffus.” Österreich muss seine Treibhausgas-Emissionen nach Vorgabe der EU bis 2030 um 36 Prozent gegenüber 2005 reduzieren. Dieses Ziel sei nicht ausreichend, kritisiert der Forscher. Um die Paris-Ziele zu erreichen, wäre eine Reduktion von 42 Prozent bis 2030 und 90 Prozent bis 2050 notwendig.

    Kritik gab es seitens der Wissenschafter auch für den Plan der Regierung, den Wirtschaftsstandort neben dem Umweltschutz als Staatsziel in der Verfassung zu verankern. “Es ist das falsche Signal”, sagte CCCA-Rechtsexpertin Eva Schulev-Steindl. Ziel der Änderung sei, den Umweltschutz auf Verfassungsebene dem Wirtschaftswachstum gegenüberzustellen – “und damit den Umweltschutz quasi auszuhebeln”.

    Und woher die für die Dekarbonisierung erforderliche elektrische Energie kommen soll, hat sich bisher offenbar auch noch niemand überlegt.

    Werden doch allein  für den Betrieb aller unserer 5 Millionen PKW als Elektromobile ca. 13 TWh elektrische Energie pro Jahr  benötigt (= 13 mittelgroße zusätzliche Donaukraftwerke z.B. jedes in der Größe von Wien Freudenau !!)   und braucht allein die VÖST für die erforderliche Umstellungen der Stahlproduktion  ca. 35 TWh/Jahr ( ca. 50% des derzeitigen gesamtösterreichischen Stromverbrauches ) .
    Wie das allein mit erneuerbaren Energien  – primär Wasserkraft – zu bewerkstelligen sein soll, das weiß wohl niemand. Und zu glauben, dass sich das mit nur 50% Einsparung des Energieverbrauches auch nur “irgendwie” ausgehen könnte, dürfte wohl der um sich  greifende Hilflosigkeit – selbst unter Wissenschaftlern – zuzuschreiben sein.

  • Erich Pekar
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    #19509 |

    Vassilakou will Citymaut für Einpendler ab Wiener Stadtgrenze

    https://derstandard.at/2000080544524/Vassilakou-will-Citymaut-fuer-Einpendler-ab-Wiener-Stadtgrenze

    Grüne Vizebürgermeisterin hält “großen Wurf” für nötig, um Autoverkehr trotz Lobautunnels zu drosseln und rot-grüne Zielmarken zu erreichen – Einnahmen sollen in Öffi-Ausbau fließen

    Nach dem jüngsten Gerichts-Okay für den umstrittenen Lobautunnel befürchtet Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) einen Verkehrsanstieg. Es brauche also nach der 365-Euro-Jahreskarte für Öffis den “nächsten großen Wurf”, um die Belastung zu drosseln. Als solcher schwebt der Ressortchefin eine Citymaut für sämtliche Einpendler vor – und zwar schon ab der Stadtgrenze.
    Die Maßnahme würde bedeuten, dass sämtliche Autofahrer, die aus dem Umland in die Bundeshauptstadt kommen, zahlen müssten. Da es darum geht, Pendler zum Umstieg auf die Öffis zu bewegen, kann sich Vassilakou eine zeitliche Begrenzung – beispielsweise von 6 bis 10 Uhr – vorstellen. “Die Einnahmen durch eine Citymaut sollen direkt in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs fließen”, versprach die Ressortchefin am Montag. Pendlern müssten Alternativen zum Auto geboten werden.

    Es wird in (naher) Zukunft keinen privaten Individualverkehr mit PKWs mehr geben können, wenn wir die Klimaschutziele wirklich ernst nehmen und die Folgen der Elektromobilität (bzw. autonomer Fahrzeuge) für unsere Straßeninfrastruktur und unsere elektrischen Energieversorgungsnetze verstehen würden.
    Auch innerhalb von Wien wird das – nach allgemeiner Ansicht – bereits gut ausgebaute Netz der öffentlichen Verkehrsmittel dafür noch wesentlich massiver, als bisher geplant, ausgebaut werden müssen. In den Bundesländern (insbesondere NÖ) kann das derzeitige Angebot an öffentlichen – und mit erneuerbaren Energieträgern betreibbaren – Verkehrsmitteln nur als “derzeit nicht existent” beschrieben werden.

    dazu noch einige Meinungen aus dem Form im derstandard.at:

    Wie wäre es dazu das Budget für den Öffi-Ausbau wieder auf das Niveau der 90er zu bringen? Damals haben’s innerhalb von 15 JAhren die komplette U3 gebaut, die U6 in beide Richtungen verlängert und sind den U1/U2-Ausbau nach Transdanubien angegangen.
    Heute? Das mikrige Linienkreuz, das vielleicht bis 2027 fertig wird und aus Geld bezahlt wird, das eigentlich schon bis 2019 hätte verbaut werden sollen.
    Völlig ausgeplante, dringend notwendige Straßenbahnplanungen verschwinden auch wieder in der Schublade.

    oder

    dann müssen aber die Öffis (sprich auch die U-Bahnen) ausserhalb der Stadtgrenze erreichbar sein. Park & Ride Anlagen fast schon zentrumsnah (Erdberg) zu bauen und dann ab der Stadtgrenze Citymaut zu verlangen finde ich nicht sehr sinnvoll.

    Es würde wahrscheinlich mehr bringen hochwertige Verkehrsmittel wie die U-Bahn ins Umland zu verlängern und dort (und auch bei den derzeit existierenden P&R Anlagen) gratis Parkmöglichkeiten für Jahreskartenbesitzer anzubieten.

    oder

    Das wird schön, wenn man dann alle Wiener zahlen lässt, wenn sie die Stadt verlassen.

  • Erich Pekar
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    #19549 |

    Wir könnten das 1,5-Grad-Klimaziel erreichen!

    https://derstandard.at/2000080942998/Wir-koennten-das-1-5-Grad-Klimaziel-erreichen#

    Forscher sehen Anzeichen, dass soziale und technologische Innovationen womöglich doch noch zu einem “guten” Anthropozän führen


    Ein internationales Forscherteam um den renommierten Energieexperten Arnulf Grübler vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (Iiasa) in Laxenburg macht angesichts aktueller technologischer und sozialer Trends Hoffnung: Wie die Experten errechneten, könnte die Menschheit bis 2050 Energie so effizient erzeugen und nutzen, dass die maximal 1,5 Grad Celsius Erwärmung erreichbar wären.

    Worauf stützen sich die Experten dann bei ihrem optimistischen Szenario? Grübler und seine Kollegen untersuchten für ihre Studie im Fachmagazin Nature Energy eine breite Palette von Innovationen, die noch nicht “Mainstream” sind und sich zum Teil auch erst in der Testphase befinden: So könnten etwa gemeinsam genutzte, energieeffizientere Elektrofahrzeuge den globalen Energiebedarf für den Verkehr bis 2050 um 60 Prozent senken und gleichzeitig die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße reduzieren.

    Aber auch Smartphones können zu diesen Trends beitragen, indem sie etliche andere Apparate (Musikanlage, Fernseher oder Kameras) ersetzen. Dazu kommt ein wachsender Trend bei jungen Leuten, eher Services in Anspruch zu nehmen (wie beim Carsharing), anstatt Dinge selbst zu besitzen. Das allein könnte den Energiebedarf der “digitalen Welt” um 15 Prozent reduzieren.
    Dazu brauche es aber auch strenge Standards für die Energieeffizienz von Neubauten sowie die Renovierung bestehender Gebäude. Das könne den Energiebedarf durch Heizung und Kühlung bis 2050 um 75 Prozent reduzieren.

    Zugleich ist Grübler und seinen Kollegen klar, dass dafür “noch nie dagewesene Anstrengungen” nötig seien: Die Politiker müssten die Energie- und Umweltstandards verschärfen, die Unternehmen neue Technologien entwickeln und forcieren, und wir Konsumenten müssen unser tägliches Leben entsprechend ändern.

    Da sind offenbar schon wieder “Esoteriker” am Werk :
    Denn nur die “Erleuchteten” kennen offenbar “eine breite Palette von Innovationen, die noch nicht “Mainstream” sind und sich zum Teil auch erst in der Testphase befinden” die uns die Klmaschutzziele noch erreichen lassen könnten.
    Wenn das “Wenn” nicht wäre (.. “noch nie dagewesene Anstrengungen” nötig..) dann wäre alles Mögliche noch möglich.
    Die Realität ist halt eine andere.

  • Erich Pekar
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    #19570 |

    Absage an den Klimapopulismus!

    https://derstandard.at/2000081187266/Absage-an-den-Klimapopulismus

    Ein Festhalten am Zwei-Grad-Ziel der Vereinten Nationen würde mehr Probleme schaffen als lösen

    Warum ist der Klimawandel politisch umstritten? Weil es nur vordergründig um das Klima geht: Der Streit resultiert aus den unterschiedlichen, mehr oder weniger konkreten Wünschen und Forderungen, die in einem Atemzug mit “Klimawandel” genannt werden: Artenschutz, Emissionshandel, Fleischverzicht, Geburtenkontrolle, indigene Selbstbestimmung, Sozialismus, Kohleausstieg, Ressourcensteuer, staatliche Subventionen, Systemwandel, Umverteilung.

    Zu diesen Forderungen gibt es mehr als eine Meinung.

    Aber das vollständige “Vergessen” der Klimaproblematik würde jedenfalls zu noch mehr Problemen führen, als wir ohnehin schon haben.
    So heizen wir nur mit den immer mehr werdenden Raumklimageräten unsere immer heisser werdende Umwelt. Und unsere Intelligenz und unsere technsichen Möglichkeiten – gerade im Wohn- bzw. Städtebau sind offenbar nicht ausreichend -, um uns ohne erheblichen zusätzlichen Energieverbrauch auch halbwegs angenehme Umgebungstemperaturen – wenigstens innerhalb von Gebäuden – zu schaffen.
    Und für die Lösung dieser Probleme werden uns wohl auch nicht höhere Bitraten in unseren Kommunikationsnetzen oder neueste Apps auf unseren Smartphones helfen können.

    Dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at :

    Wer ist gewillt mit den Öffentlichen statt dem eigenen Auto zu fahren, dass jede Sekunde bedient werden kann? Am Land, da gibt es keine Alternative, oder dann hab ich nur 20 Züge am Tag zur Auswahl…
    Ich hab nun ein 0-Energie Haus, somit darf ich im Winter auf 24°C heizen und im Sommer auf 20°C kühlen = mehr Energie als in einem nicht isolierten 70er Haus, wo nur einige Räume geheizt werden.
    Zudem alle anderen müssen sich ändern ich nicht, oder der da ist ja noch viel verschwenderischer als ich und solange der so weiter macht, ändere ich mich nicht!
    Sind das nicht Aussagen eines Kindes, als eines gebildeten Menschen, der will, dass auch noch die nächsten 2-3 Generationen (mehr will man offensicht nicht sehen) halbwegs normal leben können.

  • Erich Pekar
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    #19637 |

    Grüne Wende auf hoher See: Schiffe sollen umweltfreundlicher werden

    https://derstandard.at/2000081865381-627/Gruene-Wende-auf-hoher-See

    Schiffe sind Dreckschleudern – Forscher aus Graz wollen das nun in einem EU-Projekt ändern


    Wobei die Hochseeschifffahrt erst vergleichsweise spät als Umweltsünder ins mediale Rampenlicht rückte. Das ist erstaunlich, denn Schiffsemissionen haben es in puncto Schadstoffe in sich: Von Schwefel- und Stickoxiden über Kohlenstoffdioxid bis zu Feinstaub und Rußpartikeln blasen die Ozeanriesen, die zu 71 Prozent noch immer mit Schweröl und zu 28 Prozent mit Diesel angetrieben werden, in die frische Meeresluft – und das in Mengen, die oft weit über den für den Straßenverkehr geltenden Grenzwerten liegen.
    Laut der Uno gehören Schiffe überhaupt zu den wichtigsten CO2-Quellen.
    Die zunehmende Globalisierung und wachsender Konsum sorgen zudem dafür, dass der Verkehr auf den Weltmeeren weiter ansteigt und die Schiffe noch größer werden. Bis 2050, so die Prognosen, werde sich der Gütertransport auf Schiffen verdreifachen.

    9,2 Millionen davon werden in das EU-Projekt HyMethShip fließen, das vom Großmotorenforschungszentrum LEC an der TU Graz geleitet und technologisch umgesetzt wird.

    97 Prozent weniger Kohlendioxid, 80 Prozent weniger Stickoxide, dafür aber fast um die Hälfte mehr Energieeffizienz im Vergleich zu anderen innovativen Technologien zur CO2-Abscheidung. “Nahezu vollständige Emissionsfreiheit und höhere Energieeffizienz sind kein Widerspruch – ganz im Gegenteil”, betont Wimmer.

    Unser Weg führt über Wasserstoff zu Methanol”, erklärt Konsortiumspartner Stephan Laiminger von Jenbacher Gasmotoren. Damit lasse sich das große Problem der Speicherung von erneuerbaren Energien lösen.

    Konkret wird dafür an Bord des Schiffes durch Methanolreformierung aus einem Methanol-Wasser-Gemisch reiner Wasserstoff hergestellt und in einem für den Wasserstoffbetrieb optimierten Hubkolbenmotor verbrannt. Und das, fast ohne CO2-Emissionen zu verursachen.

    Das abgeschiedene CO2 wird verflüssigt, an Land gebracht und wieder zur Methanolproduktion genutzt. Daraus ergibt sich idealerweise ein geschlossener Kohlendioxidkreislauf für den Schiffsantrieb. Das HyMethShip-Konzept kombiniert einen Membranreaktor, ein System zur CO2-Abscheidung, ein Speichersystem für CO2 und Methanol sowie einen Wasserstoffverbrennungsmotor zu einem neuen Gesamtsystem, das für alle Schiffstypen funktioniert.

    Theoretisch und im Labormaßstab konnten die Forscher bereits nachweisen, dass dieses innovative Konzept tatsächlich funktioniert.

    Selbst durch die Einigung der IMO auf eine Halbierung der CO2-Emissionen werden emissionsreduzierte HyMeth-Schiffe allerfrühestens in zehn bis 15 Jahren in See stechen können – so lange wird es bis zur industriellen Umsetzung noch dauern. Und bis sie sich etabliert haben, können noch viele Tausende Tonnen CO2 in die Luft geblasen werden.

  • Erich Pekar
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    #19650 |

    Energieexperte: “E-Autos zu 100 Prozent fossil unterwegs”

    https://derstandard.at/2000082092022/Energieexperte-E-Autos-zu-100-Prozent-fossil-unterwegs

    Bestrebungen, von Öl wegzukommen, laufen ins Leere. Das E-Auto sei keine Lösung, sagt Franz Wirl. Der Strom stamme aus kalorischen Kraftwerken


    Öl spiele als Transportbrennstoff noch immer eine entscheidende Rolle sagt Franz Wirl, studierter Mathematiker und Doktorvater des derzeitigen Präsidenten der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol. Ein Zeichen, dass die Klimadebatte nicht ernst genug genommen werde. Das Elektro-Auto sei im Lichte dieser derzeit kein Ausweg. Es leiste noch lange keinen Beitrag zum Klimaschutz.

    Rohöl spielt als Transportbrennstoff noch immer eine wichtige, ja entscheidende Rolle. Woanders wird Öl kaum noch eingesetzt, oder nur mehr in geringen Mengen. Die Erwartung, dass der Ölbedarf steigt, erklärt sich folglich durch die steigenden Transportbedürfnisse. Das ist aber auch ein Zeichen, dass die Klimadebatte anscheinend nicht ernst genommen wird.

    Das ist die größte Chuzpe aller Zeiten. Wir subventionieren in Österreich das Elektroauto mit 6000 Euro, es fährt aber zu hundert Prozent mit fossiler Energie.

    Wir haben in Österreich rund zwei Drittel Strom aus erneuerbaren Quellen – Wasserkraft, Wind, Fotovoltaik, Biomasse. Wenn ich in der Wohnung das Licht einschalte, weiß ich nicht, was ist erneuerbar, was kalorisch. Eines weiß ich aber mit Bestimmtheit: Wenn ich eine zusätzliche Anlage installiere, ist die hundertprozentig fossil, weil der Strom aus erneuerbaren Quellen schon verbraucht ist.

    Wenn Sie einen Tesla kaufen und laden, ist das zusätzlicher Strom, den Sie brauchen. Weil von den 100 Prozent nur zwei Drittel erneuerbar sind, ist der Tesla, weil eine zusätzliche elektrische Anwendung, zu 100 Prozent mit Strom aus einem fossil befeuerten Kraftwerk unterwegs.

    Wann könnte das E-Auto tatsächlich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten?
    Nicht in näherer Zukunft. Die gesamte Stromerzeugung müsste regenerativ sein, nicht nur in Österreich – überall. Deshalb ist es unverständlich, dass man Elektroautos subventioniert, die CO2-technisch nichts bringen. Würde man Erdgasautos fördern, gäbe es tatsächlich eine Einsparung bei CO2. Aber das ist nicht so sexy.

    Mit Erdgas haben wir die im Prinzip schon. Erdgas könnte man in großem Stil im Transportsektor verwenden, für Lkws, Pkws, aber auch für Schiffe. Es gibt auch Versuche, Flugzeuge mit Flüssiggas zu befüllen, wobei ich nicht an die Folgen denken möchte, sollte so ein Flugzeug abstürzen. Erdgas ist viel umweltfreundlicher als Erdöl, verursacht aber auch CO2-Emissionen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 3 Wochen von  Erich Pekar.
  • Erich Pekar
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    #19671 |

    Studie: Kein Abschied von fossiler Energie ohne Verbrauchsreduktion

    https://derstandard.at/2000082195408/Studie-Ohne-Verbrauchsreduktion-kein-Abschied-von-fossilen-Energien

    Der WWF sieht das größte Einsparpotenzial in Mobilität und Gebäudedämmung. Der Ausbau erneuerbarer Energien soll naturverträglichen Kriterien folgen

    Der aus Klimaschutzgründen notwendige Verzicht auf fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle wird nur gelingen, wenn gleichzeitig der Energieverbrauch radikal eingeschränkt wird: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des World Wide Fund for Nature (WWF), auf deren Basis die Umweltorganisation einen “Aktionsplan für eine naturverträgliche Energiewende” erarbeitet hat.
    “Wir können in Österreich im optimalen Fall die Hälfte des derzeitigen Gesamtenergieverbrauchs, also inklusive des Wärmemarkts und der Mobilität, decken”, sagt WWF-Klimaexperte Karl Schellmann dem STANDARD. “Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir senken den Energieverbrauch bis 2050 um die Hälfte, oder wir importieren erneuerbare Energie aus dem Ausland. Nur – das sehe ich nicht. Die erneuerbare Energie, die außerhalb Österreichs produziert wird, die wird auch dort benötigt.”
    Also bleibe als einzige realistische Möglichkeit, den Energieverbrauch drastisch zu senken. “Derzeit kommen rund zwei Drittel der in Österreich benötigten Energie aus dem Ausland, ohne dass wir uns groß Gedanken machen, in welcher Form”, sagt Schellmann. Sparsamer mit Energie umgehen sei also auch eine Form von Emanzipation, ein Beitrag dazu, Abhängigkeiten zu verringern.
    Das größte Potenzial schlummere im Bereich Mobilität. Mehr als 50 Prozent an Energie könnten laut Schellmann durch eine mit Nachdruck betriebene Verlagerung des Personen- und Güterverkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel (in der Stadt) und die Schiene (über Land) gegenüber dem Status quo eingespart werden.

    Ausbaupotenzial bei Wasserkraft sieht der WWF im Gegensatz zur E-Wirtschaft kaum noch, bei Photovoltaik hingegen sehr wohl.

    Hier gibt’s diese Studie des WWF “Energiewende ud Gewässerschutz – WWF-Szenario für eine naturverträgliche Energiewende in den Bundesländern Österreichs (Stand: Juni 2018)” :
    https://www.wwf.at/de/view/files/download/forceDownload/?tool=12&feld=download&sprach_connect=3286

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 2 Wochen von  Erich Pekar.
  • Erich Pekar
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    #19681 |

    Sauberer Strom allein reicht nicht, um die Klimakatastrophe abzuwenden

    https://derstandard.at/2000082268248/Sauberer-Strom-allein-reicht-nicht-um-die-Klimakatastrophe-abzuwenden

    Forscher berechneten, dass für das Erreichen der Klimaziele auch in Industrie und beim Verkehr CO2-Emissionen reduziert werden müssen


    Mit welchen Maßnahmen die Temperaturbegrenzung einzuhalten wäre, ist freilich unklar. Nach gegenwärtigen Abschätzungen beträgt das verbleibende Emissions-Budget für das 1,5-Grad-Celsius-Ziel möglicherweise lediglich 200 Gigatonnen CO2, was in krassem Gegensatz zu den 4.000 Gigatonnen CO2 steht, die bei einer Fortsetzung der aktuellen Trends ausgestoßen würden. Dennoch lag der Fokus bisher vor allem auf dem Ausbau gleichsam “sauberer” Stromerzeugung. Energie, die nicht auf fossilen Brennstoffen basiert, dürfte allerdings nicht ausreichen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen: Ein internationales Forschungsteam hat nun nachgewiesen, dass auch der fossile Energiebedarf in der Industrie, dem Verkehr oder im Bereich der Gebäude dafür massiv zurückgehen müsste.

    Das aktuelle Ausmaß der Emissionen aus diesen Sektoren könnte damit laut den Analysen das vereinbarte Ziel in weite Ferne rücken, selbst wenn sonst eine strenge Klimapolitik umgesetzt und Strom nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird. Konzentriert haben sich die Wissenschafter – darunter auch Forscher des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien – auf sogenannte “Rest-Emissionen”, wie den CO2-Ausstoß aus Bereichen wie der Schwerindustrie, dem gesamten Transportsektor sowie beim Heizen und Kühlen von Gebäuden.

    Die neue Analyse zeige umso mehr, dass es zur Stabilisierung der Erwärmung abseits einer raschen und vollständigen Dekarbonisierung der Energieversorgung auch eine deutliche Reduktion des Energiebedarfs und eine Elektrifizierung in den untersuchten Bereichen brauche. Ist das nicht der Fall, steige die Abhängigkeit von nicht zuletzt aufgrund von Umweltbedenken kontrovers diskutierten und großteils noch wenig entwickelten Technologien zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre, rechnen die Wissenschafter vor.

    dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at:

    deutliche Reduktion des Energiebedarfs
    ist gleich deutliche Reduktion bei verschiedensten Annehmlichkeiten des modernen Lebens, vor allem – aber nicht nur – Mobilität (Flugurlaub, aber auch Pendeln) und Transport (Avocados aus Mexico). Nur dazu ist keiner bereit – solange das alles leistbar ist. Schönes Beispiel: Bis 2040 soll der Flugverkehr in Europa um 50% wachsen, in China soll er sich mindestens verdoppeln.

    Die Forumsexperten haben immer eingewandt, Elektroautos und Gebäudedämmung werden das schon richten.. leider wohl nicht.

  • Erich Pekar
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    #19689 |

    E-Control: Stromkunden müssen bei Energiewende mithelfen

    https://derstandard.at/2000082412851/E-Control-Stromkunden-muessen-bei-Energiewende-mithelfen

    Urbantschitsch: “Aber es muss freiwillig passieren” – “Auf soziale Verträglichkeit achten”

    Damit die Energiewende und die Dekarbonisierung gelingen, müssen auch die Stromkunden aktiv mittun, indem sie selbst Strom erzeugen, speichern und überlegter verbrauchen, sagt Energie-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Dem steht aber entgegen, dass viele Menschen große Wissenslücken haben, was ihren Energiekonsum angeht, wie die E-Control in Studien herausgefunden hat.
    “Man soll sicher niemanden dazu zwingen, irgendwelche besonderen Nutzungsverhalten an den Tag zu legen. Alles, was mit Tageszeit-variablen Tarifen zusammenhängt, bei denen die Kunden gezwungen sind, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen, weckt Erinnerungen an die alte Nachtspeicher-Heizung oder an andere Verpflichtungen, die man auferlegt bekommt.”

    Die Anreize müssten positiv sein, entweder monetär oder auch durch das Bewusstsein, als Stromkunde zum Umweltschutz beizutragen und unabhängiger und selbstbestimmter zu sein, “um nicht das Wort Autarkie zu bemühen. Die vollständige Autarkie im Energiebereich wird es nicht geben, nicht in sinnvoller und ökonomisch darstellbarer Weise.”

    Viele Menschen hätten nach wie vor keinen großen Bezug zu ihrer Stromrechnung und ihrem Stromverbrauch.

    In der Kommunikation sei es nun wichtig zu zeigen, was man als einzelner Stromkunde bewirken kann, “das hat noch viel Potenzial”, sagte Veigl-Guthann.

    Erst ganz langsam kommt den Fachleuten offenbar die Erkenntnis, dass allein mit Substituierung fossiler Energieträger durch elektrische Energie die Dekarbonisierung unserer Energiequellen nicht möglich sein wird.
    Jetzt zu behaupten, der Konsument könnte mit seinem Verbrauchsverhalten – unter der Voraussetzung der Freiwilligkeit- hier wesentliche Beiträge leisten, dient offenbar nur zur Selbstberuhigung der Verantwortlichen Entscheidungsträger :
    Denn die Wahrheit ist schon seit Jahrzehnten unseren Energiestatistiken zu entnehmen : Wenn alle fossilen Energieträger durch elektrische Energie ersetzt werden sollten, werden “die Lichter” innerhalb kürzester Zeit ausgehen.
    Nicht anders sind auch die wiederkehrenden Meldungen über die Notwendigkeit des verstärkten Leitungsausbaues des Hochspannungsnetzes zur “Sicherung unserer Energieversorgung” zu interpretieren. Auch wenn einzelne Leitungsprojekte durchaus ihre technische Berechtigung haben könnten, können mit dem verstärkten Ausbau von Hochspannungsleitungen nicht fehlende Produktionskapazitäten für elektrische Energie “herbeigezaubert” werden.
    Sogar bei den Beratern der Bundesregierung scheint es mit dem Wissen über den (langfristigen) Strommarkt nicht gut bestellt zu sein : Denn sonst würden nicht so “vollmundig” die bilianzielle 100 %-ige Umstellung der Produktion unserer elektrischen Energie auf erneuerbare Energieräger bereits für das Jahr 2030 angekündigt worden sein, obwohl wir dafür zufolge der Energie-Produktions-( bzw. -Import-) Statistik für das Jahr 2016 weitere Produktionskapazitäten im Umfang von ca. 38 Wasserkraftwerken der Größenördnung von Wien Freudenau benötigen würden.

    Und wieder ist hier ein Stehsatz der Wirtschaft zu finden, der hinsichtlich der möglichen Folgerungen keine Bedeutung mehr haben sollte :
    “Die vollständige Autarkie im Energiebereich wird es nicht geben, nicht in sinnvoller und ökonomisch darstellbarer Weise.”

    Die vollständige Autarkie im Energiebereich gibt es primär wegen mächtiger Gruppeninteressen der Wirtschaft (noch) nicht – auch wenn für deren technische Realisierung noch einige Probleme zu lösen sind.
    In der Frage der Energie-Autarkie geht es schon lange nicht mehr um die Frage der Sinnhaftigkeit und der “ökonomischen Darstellbarkeit”, sondern sie ist eine (die einzige ?) Möglichkeit, um in Zukunft wenigstens in diesen autarken “Energie-Inseln” überhaupt noch regelmäßig über elektrische Energie verfügen zu können.

    Wenn nicht weitestgehende Energie-Autarkie als Ziel technicher Entwicklungen (bzw. Maßnahmen) vorgegeben wird, dann ist bereits absehbar, dass die Sicherheit der Energieversorgung in Zukunft nicht mehr gewährleistet werden kann.

    Interessant bleiben daher die Antworten auf solche Fragen:
    Woher werden die 2 TWh elektrische Energie (entsprechend der Produktion von 2 Kraftwerken der Größenordnung von Wien Freudenau) kommen, wenn die erste Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sein werden ?
    Woher sollen die 35 TWh elektrische Energie (der halbe Gesamtverbrauch Österreichs im Jahr 2017) kommen, wenn die VOEST ihren gesamten Energiebedarf nur über elektrischen Strom (aus erneuerbarer Produktion) decken würde ?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Monate, 2 Wochen von  Erich Pekar.
  • Erich Pekar
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    #19723 |

    Flugtickets für nur einen Cent: Level macht’s wirklich billig

    https://derstandard.at/2000082652985-1751/Flugtickets-fuer-nur-1-Cent-Level-machts-wirklich-billig

    Level, der neue Billigflieger in Wien, startet mit einer PR-Aktion: am 3. Juli gibt’s 50.000 Plätze um nur einen Cent pro Ticket für Flüge zwischen 17. Juli und 30. September 2018
    ..

    aus dem  Forum im derstandard.at:

    die Umwelt…
    …und unsere Kinder bedanken sich:-(

  • Erich Pekar
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    #19797 |

    Klimaforscher: “7,6 Milliarden Menschen sind für die Erde zu viel”

    https://derstandard.at/2000084207343/Klimaforscher-7-6-Milliarden-Menschen-sind-fuer-die-Erde-zu

    Interview mit Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident des Club of Rome

    Viele Menschen wollen belogen werden, sagt der Co-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, und fordert eine Verteuerung der Energie.


    Mit Aktionismus, etwa populistischer Art, kann man die Krise überhaupt nicht lösen, nicht einmal adressieren. Wenn jemand sagt, wir brauchen eine Verzehnfachung der Ausgaben für die Müllabfuhr, dann mag das richtig sein, ist aber weit entfernt vom ökologischen Weltproblem.

    Klima, Artensterben, Ozeane. Profite müssten die machen, die das ökologisch Richtige tun. Und nicht die, die die Natur ausbeuten.

    Zu behaupten, die Bereinigung des Dieselskandals habe mit Klimaschutz oder Ozeanschutz zu tun, ist schlicht falsch.

    Was beim Elektroauto an Energieeffizienz gegenüber dem Verbrennungsmotor vorteilhaft ist, wird fast gänzlich aufgefressen, wenn der Strom aus fossilen Brennstoffen kommt.

    Die Uno hat saubere Energie in die Sustainable Development Goals aufgenommen.
    Das siebente SDG lautet “erschwingliche und saubere Energie”. In der Sprache von Politikern, die wiedergewählt werden wollen, heißt das, dass Energie billig sein muss. Und dass man ihr nicht ansieht, dass sie schmutzig ist.
    Klimapolitik ist, wie Al Gore gesagt hat, eine unbequeme Wahrheit. Die SDGs sind im Grunde ein Wachstumsprogramm, sie strapazieren den Planeten nur noch weiter. Viele Menschen wollen lieber belogen werden als unbequeme Wahrheiten hören.

    Man kann gute Klimapolitik so machen, dass man dabei wiedergewählt wird. Aber das erfordert eine ausgesprochene Langfristigkeit, das Gegenteil von dem, was Populisten machen. Zum Beispiel die langfristige Festlegung: Klimaschädliche Energie wird von Jahr zu Jahr in sozialverträglichen Schrittchen teurer.

    7,6 Milliarden Menschen sind für den kleinen Planeten Erde eigentlich zu viel, wenn jeder Wohlstandsansprüche hat wie in Europa oder in den USA.

    Ermutigende Studien zeigen, dass Länder mit weniger Bevölkerungswachstum ökonomisch besser fahren.

    Wir müssen allerdings sehr aufpassen, dass solche Aussgagen nicht (wieder) als “wissenschaftliches Fundament” für die Einteilung von Menschen in “höherwertige Herrenmenschen” und “niederwertige Rassen” missbraucht werden wird – mit zu befürchtenden Folgen z.B. auch in Form von Vertreibung, Vernichtung.
    Leider scheint sich wieder zu bestätigen, dass die Spezies Mensch unfähig sein dürfte, aus der eigenen Geschichte zu lernen.

    Dass Elektromobilität mt den derzeit verfügbaren Produktions- und Speicher-Technologien keinen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz leisten kann, ist allein durch einen Blick in die Gesamt-Energiestatistik nachvollziehbar. Leider dürfte dies aber für viele Teilnehmer an Diskussionen und Verfasser von Beiträgen zum Thema viel zu mühsam sein. Da wird lieber der von Industrie und von Politikern so gerne gehörte beschwichtigende Stehsatz “bei uns kommt Strom immer aus der Steckdose” gebetsmühlenartig wiederholt. Wie (und woher) der elektrische Strom aber – vor allem auch bei unzureichnedem Sonnenschein bzw.langen Schlechtwetterperioden – in die Steckdose kommt, das sollten “einfache Bürger” lieber den Fachleuten überlassen.

    Richtig ist jedenfalls, dass wir unsere Vorstellungen von Wohlstand und Wirtschaft – und unsere eigenen Ansprüche – vollkommen “umkrempeln” müssten, wenn wir Klimaschutz wirklich ernst nehmen würden.

  • Erich Pekar
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    #19808 |

    Höherer Stromverbrauch wegen Hitzewelle
    https://derstandard.at/2000084414197/Hoeherer-Stromverbrauch-wegen-Hitzewelle

    Kühlenergie wird in Europa immer wichtiger, glauben Experten

    Mit der Hitzewelle steigen nicht nur die Temperaturen sondern auch der Stromverbrauch: Im Großraum Wien werden in den kommenden Tagen mehr als 33.000 Megawattstunden erwartet, das sind “2.000 MWh mehr als durchschnittlich bei 25 Grad”, heißt es von Wien Energie. “Pro Hitzetag wird im Großraum Wien damit so viel mehr Strom verbraucht, wie circa 800 Haushalte ein ganzes Jahr lang verbrauchen.”
    Generell wird im Sommer aber deutlich weniger Strom verbraucht als im Winter. Im Juli und August liegt der Verbrauch laut Wien Energie im Schnitt 15 Prozent unter dem der kalten Jahreszeit.

    “Experten rechnen damit, dass Europa in 20 Jahren gleich viel Kühlenergie wie Heizenergie benötigen wird”, so die Wien Energie.

    In wenigen Wochen gibt’s dann  die Meldungen über Niedrigwasser in den Flüssen und dadurch bedingte geringere Energieproduktion aus Wasserkraft.
    Aber alle fossilen Energieträger sollen fast auschließlich durch elektrische  Energie substituiert werden – ohne unseren Gesamtenergieverbrauch wesentlich zu reduzieren.

     

     

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    • Erich Pekar
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      #19967 |

      Strom teurer durch heißen Sommer und Preiszonentrennung

      https://derstandard.at/2000086580259/Strom-teurer-durch-heissen-Sommer-und-Preiszonentrennung

      Verteuerung von Juni auf Juli – Energieagentur: Heißer Sommer brachte mehr Kühlbedarf und weniger Leistung der Flusskraftwerke

      Die Österreichische Energieagentur hat bei Elektrizität eine Preis-Trendwende festgestellt. Im Jahresabstand war Strom im Juli zwar noch um 0,1 Prozent günstiger, gegenüber dem Vormonat Juni zogen die Preise aber um 0,4 Prozent an. “Eine relativ lange Periode mit stabilen Strompreisen scheint damit nun ein Ende zu finden”, so die Energieagentur.

      In den vergangenen Monaten hätten nämlich die Stromgroßhandelspreise deutlich angezogen. Kunden mit indexierten Produkten würden diese Preiserhöhung schon in ihrer Stromrechnung spüren – aber auch Tarife mit Fixpreisen wurden schon angehoben bzw. wurden Preissteigerungen angekündigt, so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann zum jüngsten Energiepreisindex (EPI). Die EnergieAllianzAustria – Wien Energie, EVN und Energie Burgenland – haben Preiserhöhungen ab Oktober angekündigt, die Salzburg AG hat ihren Strompreis schon Anfang Juli erhöht. Der Verbund rechnet, dass die Stromabsatzpreise speziell 2019 steigen, was sich auch auf die Haushalts-Strompreise auswirken würde.

      Dafür gibt es laut Traupmann mehrere Gründe: Die zusätzliche Stromnachfrage für Klimaanlagen und Kühlgeräte – Stichwort Hitzewelle im Sommer -, Leistungseinbußen bei Laufwasserkraftwerken durch die anhaltende Trockenheit sowie Kraftwerksausfälle und höhere Preise für Kohle sowie CO2-Zertifikate.

      dazu einige Meinungen aus dem Forum im derstandard.at :

      Energieagentur und Elektromobilitaet
      Strom wird teurer,wegen heissen Sommer.Wie wird das erst werden,wenn wir Grossteils mit E – Autos fahren? Wenn wir vermehrt Klimaanlagen verwenden ( muessen) dank der naiven Wohnbaukultur?Es ist Zeit,Aktien der Stromunternehmen zu kaufen!

      oder

      Bin schon neugierig, wie der Strompreis in Burgenland ausschauen wird. Die Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie ist ja in Summe höher als der Stromverbrauch.

      Am Beispiel der letzen Meinung ist leider nur allzu deutlich erkennbar, welche Falschinformationen kursieren – die dann vielleicht auch noch als Input für politische Entscheidungen dienen: Nur weil vielleicht – bei Sonneschein und ausreichendem, aber nicht zu starkem, Wind – für einige Stunden täglich tatsächlich der Verbrauch elektrischer Energie allein durch Photovoltaik und Windenergie gedeckt werden kann, bedeutet das noch lange nicht, dass das auch über alle 24 Stunden des ganzen Tages oder auch über längere Schlechtwetterperioden oder im Winter möglich wäre. Es ist leider immer noch zu wenig bekannt, dass wir  – trotz aller Bemühungen – immer noch nicht über die erforderlichen Technologie verfügen, um elektrische Energie in ausreichenden Mengen über lange Zeiträume direkt bzw indirekt umweltverträglich speichern zu können. Aus diesem Grund kann Photovoltaik und  Windenergie zwar einen Beitrag zur Energieversorgung liefern, kann aber auf absehbare Zeit allein durch Energieproduktion mittels Photovoltaik und Windenergie (und auch mit Wasserkraft) unser Energiebedarf nicht kontiniuerlich (ohne Störungen/Unterbrechungen der Energieversorgung) sichergegstellt werden – wir brauchen daher immer noch thermische Kraftwerke.

      Sicher ist lediglich, dass die Preise für elektrische Energie in Zukunft weiterhin- vermutlich sogar drastisch – steigen werden und dass bei Beibehaltung der derzeitigen Energie- und Wirtschafts-politik und des daher durch die erforderliche Dekarbonisierung unserer Energieproduktion nahezu explodierenden Bedarfes bei gleichzeitig (bezogen auf den Gesamtenergieverbrauch) mur mäßig bis gar nicht steigenden Produktionskapazitäten für elektrische Energie – und wegen bisher nicht wahrnehmbarer Energieeinsparungen – in Zukunft sogar mit der Rationierung elektrischer Energie – der wiederkehrenden temporären Abschaltung größerer Netzteile bzw. Verbrauchergruppen – gerechnet werden wird müssen.

  • Erich Pekar
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    #19920 |

    Chemische Industrie stößt beim Klimaschutz an ihre Grenzen

    https://derstandard.at/2000085434969/Chemische-Industrie-stoesst-beim-Klimaschutz-an-ihre-Grenzen

    Die Branche gab eine Studie in Auftrag, die in einer klimafreundlicheren Produktion einen hohen Strom- und Investitionsbedarf ortet

    Die energieintensive chemische Industrie stößt bei dem Vorhaben, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Produktion klimaneutral zu gestalten, an ihre Grenzen, ergab eine Untersuchung, die der Fachverband der chemischen Industrie beim Institut für industrielle Ökologie in Auftrag gegeben hat.

    Würde in Österreichs gesamter chemischer Industrie der Dampf statt mit Erdgas mit Strom erzeugt, so ließe sich der CO2-Ausstoß um die Hälfte minimieren. “Allerdings sind diese Prozesse deutlich weniger energieeffizient als die derzeit eingesetzten und man würde hierfür zwölf Terawattstunden mehr an sauberen Strom benötigen”, so das Fazit aus den bisherigen Studienergebnissen, die der Verband am Donnerstag veröffentlichte. Das entspreche der Leistung von zwölf Wasserkraftwerken in der Größe von Freudenau.
    Es sei noch “Zukunftsmusik”, in der Kunststoffproduktion auf Rohöl zu verzichten und stattdessen den Kohlenstoff aus den CO2-Abgasen zu gewinnen.

    Die chemische Industrie hätte dadurch einen zusätzlichen Strombedarf von 50 Donaukraftwerken Freudenau oder etwa 11.000 Windrädern, das entspreche 70 Prozent des derzeitigen Strombedarfs von Österreichs, ergab die Studie.
    “Wenn wir bedenken, dass auch andere Industriebranchen und Sektoren wie Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft entsprechende Dekarbonisierungsschritte setzen müssen, stoßen wir rasch an die Grenzen der Physik”, so Culik.

    Wir nähern uns also der Abschätzung, dass die Produktion elektrischer Energie in Österreich innerhalb der nächsten 30 Jahre um einige hundert Prozent zu steigern sein wird, wenn wir die Dekarbonisierung unserer Wirtschaft wirklich erreichen wollen.

    Dabei wurde noch nicht einmal die Frage beantwortet, wo denn die beiden neuen Wasserkraftwerke (mit je 1 GWh Jahresproduktion) errichtet werden sollen, die wir – zufolge einer Abschätzung der E-Control –  allein schon für den Betrieb der ersten Million Elektro-PKWs auf unseren Straßen benötigen werden.
    Über den zu erwartenden Mehrbedarf an elektrischer Energie der VOEST in Größenordnung von 50% des derzeitigen gesamtösterreichischen Verbrauches (bzw. 35 THWh/Jahr) brauchen wie uns ja auch noch keine Gedanken zu machen – oder ?

     

  • Erich Pekar
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    #19927 |

    EU setzt sich ehrgeizigere Klimaziele

    https://derstandard.at/2000085743419/EU-setzt-sich-ehrgeizigere-Klimaziele

    Die EU-Kommission macht einen umweltpolitischen Vorstoß für eine Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 45 Prozent

    EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete schlägt vor, die Klimaschutzziele für die Europäische Union hinaufzusetzen. Das bedeutet, die angepeilte Senkung der Emission von Treibhausgasen (minus 40 Prozent) noch zu verschärfen. Ein Minus von 45 Prozent soll bis 2030 verbindlich erreicht werden.

    Nach Cañetes Berechnungen wird das neue Ziel erreicht, sofern die neuen EU-Beschlüsse zum Energiesparen und zum Ausbau erneuerbarer Energien umgesetzt werden. Die Ziele in beiden Sparten waren im Frühsommer nachgeschärft worden: Statt um 30 Prozent soll die Energieeffizienz bis 2030 um 32,5 Prozent steigen, der Anteil von Ökoenergie am gesamten Bedarf soll auf 32 Prozent wachsen statt nur auf 27 Prozent.

    Österreich hat sich zwar immer wieder zu einer harten Klimapolitik bekannt – in der Praxis zeigt sich aber, dass es die selbstgesetzten Ziele verfehlt. Österreichs erste Kyoto-Hausaufgabe, eine Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um 13 Prozent bis 2012 zu erreichen, wurde zunächst auf die lange Bank geschoben und dann schlichtweg nicht erledigt. Während die Industriestaaten und auch die EU ihre Ziele zum Teil sogar übererfüllt haben, hat Österreich sein Ziel verfehlt. Die Emissionen lagen am Ende der Kyoto-Periode sogar über dem Niveau von 1990. Die “fehlenden” Emissionsreduktionen mussten durch den Zukauf von Emissionsrechten in der Höhe von über 400 Millionen Euro ausgeglichen werden.

    dazu einen Meinung aus dem Forum im derstandard.at :

    Lächerlich. Schon der Rückgriff auf 1990 als Basisjahr lässt wieder nur eine neue Verschleierung des Problems erwarten. Und die Vorsätze, die Temperaturerhöhung zu begrenzen, sind ja bisher immer gründlich gescheitert. Da gehören ganz andere Maßnahmen her, nämlich ein echter Verzicht auf die Menge an CO2 und anderen Emissionen. Und es werden diese ja mit dem Handel nicht weniger, im Gegenteil, das erlaubt den Ländern, das Ziel – die echte Reduktion – hinten anzustellen.

  • Erich Pekar
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    #19976 |

    Europas Autobauer stellen Einhaltung ihres Klimaziels infrage

    https://derstandard.at/2000086660847/Europas-Autobauer-stellen-Einhaltung-ihres-Klimaziels-infrage

    Die Kfz-Industrie verlangt laschere Vorgaben

    Die Europäische Autoindustrie stellt die Einhaltung der vorgeschriebenen Klimaziele für 2021 infrage und kämpft für eine Senkung der geplanten Vorgaben für die Jahre bis 2030. “In unserer Branche herrscht große Sorge, ob wir das Ziel für 2021 erreichen, denn das wird natürlich schon kniffelig”, sagte der Generalsekretär des Dachverbands Acea, Erik Jonnaert, der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.
    Seit 2009 gilt in der Europäischen Union die Vorschrift, dass Neuwagen eines Herstellers spätestens 2021 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen dürfen. Tatsächlich lag der Wert 2017 im Schnitt bei 118,5 Gramm – mit leicht steigender Tendenz. “Trotz der Anstrengungen, die wir als Hersteller unternommen haben, steigen die CO2-Emissionen nun zum ersten Mal”, bestätigte Jonnaert.

    Der Acea-Manager lehnte Pläne der EU-Kommission erneut ab, für die Jahre 2021 bis 2030 eine weitere Senkung der CO2-Werte um 30 Prozent vorzuschreiben. Und er warnte das Europaparlament dringend davor, dieses Ziel sogar auf 50 Prozent zu erhöhen. Realistisch seien nur 20 Prozent, meinte Jonnaert. “Natürlich fühlt sich das gut an, auf dem Papier ein hohes Reduktionsziel zu haben, aber wir wollen sicherstellen, dass das, was aufgeschrieben wird, zumindest in unserer Branche auch erfüllt wird.”

    dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at:

    wenns technisch nicht machbar ist …
    … dann müssen wir den motorisierten Individualverkehr als gesamtes vermindern, vor allem wo es gut ausgebaute Infrasturkur gäbe.

    Fahrlässig ist in diesem Zusammenhang ist, dass eine Stadt wie Wien ihren Radfahranteil bei 7% stagnieren lässt, obwohl andere Städte gezeigt haben, wie leicht dieser auf das Doppelte zu heben wäre …

    Und auch die angestrebte Dekarbonisierung unserer Energiesysteme durch den nahezu vollständigen Ersatz fossiler Energieträger allein durch elektrische Energie (ohne gleichzeitig erhebliche Einsparungen beim Energieverbrauch) stellt sich durch den fehlenden Zuwachs ausreichender sauberer (erneuerbarer) Produktionskapazitäten und fehlender umweltverträglicher Speichertechologien für elektrische Energie immer deutlicher als Wunschtraum heraus – nachdem über drastische Einsparungserfordernisse im Bereich des Energieverbrauches (und damit den Radikalumbau unseres gesamten Wirtschaftssystems) – gleichbedeutend mit drastischen Maßnahmen zur Reduktion des (nicht nur lokalen) Verkehrs und dem vollständigen Umbau der Bauordnungen zur sofortigen Durchsetzung von Nullenergiegebäuden (“Energie-Selbstversorger” auch bei großer Hitze und Kälte) – nicht einmal mehr gesprochen wird.

  • Erich Pekar
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    #19994 |

    Mit Solar- und Windkraft die Sahara begrünen

    https://derstandard.at/2000086852065/Mit-Solar-und-Windkraft-die-Wueste-begruenen

    Auch Ökostrom trägt zur Erwärmung bei – doch zur Abwechslung könnte das auch etwas Positives bedeuten, wie eine aktuelle Studie zeigt

    Windparks und große Fotovoltaikanlagen haben einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf die Umgebung, in der sie stehen – so viel war bisher schon bekannt. So lieferten etwa frühere Studien Hinweise darauf, dass sich derartige Ökostromkraftwerke auf lokale Temperaturen und Luftfeuchtigkeitswerte auswirken können. Ob man dies gutheißen kann oder durch die Veränderungen regionale Schwierigkeiten zu erwarten sind, war bisher allerdings weitgehend unklar – eine Wissenslücke, die nach Meinung vieler Experten nicht unproblematisch ist: Immerhin tüftelt man rund um den Globus bereits an mehreren entsprechenden Megaprojekten.

    Einen wichtigen Baustein zur Beantwortung dieser Fragen haben nun Forscher um Yan Li von der University of Illinois beigetragen. Ihre aktuelle Studie zeichnet erstmals ein detailliertes Bild davon, was massive Wind- und Solarinstallationen in einer Wüste wie der Sahara bewirken würden – und die positiven Effekte dürften tatsächlich überwiegen: Die Klimamodellierungen lassen lokal zwar auf leicht erhöhte Temperaturen schließen, gleichzeitig nehmen demnach aber auch die Niederschläge zu, was frisches Grün sprießen lässt, wo zuvor noch Ödland vorherrschte.

    “Frühere Modelle haben zwar gezeigt, dass riesige Wind- und Solarfarmen klimatische Veränderungen von kontinentalen Ausmaßen verursachen könnten,” sagt Li. “Doch nicht berücksichtigte Wechselwirkungen mit der Pflanzendecke dürften zu abweichenden Ergebnissen geführt haben, die mit der Realität wenig zu tun haben.” Die nun im Fachjournal “Science” präsentierten Analysen hätten diesen Faktor jedoch mit einbezogen.

    Die von dem Team analysierten hypothetischen Wind- und Fotovoltaikanlagen wirkten sich in ihrer Simulation zusammengenommen auf neun Millionen Quadratkilometer Erdoberfläche aus und haben eine durchschnittliche Gesamtleistung von bis zu 79 Terawatt. Zum Vergleich: 2017 lag der weltweite Strombedarf bei 18 Terawatt. Beim Durchrechnen dieser Annahmen in Zusammenhang mit den lokalen Gegebenheiten in der Sahara und im angrenzenden Sahel zeigte sich, dass die Windkraftanlagen die Temperaturen auch großräumig beeinflussten: In bodennahen Luftschichten kam es zu einer leichten Erwärmung, wobei Minimumtemperaturen stärker anstiegen als die Maximalwerte.

    “Wir schließen aus unseren Daten, dass Ökostromanlagen trockenen Erdregionen zugutekommen würden”, meinen die Autoren.

    1. http://science.sciencemag.org/content/361/6406/1019/tab-article-info
    2. http://science.sciencemag.org/content/361/6406/1019/tab-pdf
    3. http://science.sciencemag.org/content/sci/suppl/2018/09/05/361.6406.1019.DC1/aar5629_Li_SM.pdf
    4. https://www.energy.siemens.com/nl/en/power-transmission/hvdc/innovations/uhv-dc.htm
    5. https://www.ijser.org/researchpaper/UHVDC-Power-Transmission-Lines-Environmental-Impacts-Iraq-DESERTEC-Project-as-a-Case-Study.pdf
    6. https://de.wikipedia.org/wiki/Desertec
    7. https://www.ecomena.org/desertec/  (Desertec ist tot – es lebe Desertec ?)
    8. https://de.wikipedia.org/wiki/Hochspannungsleitung

    Dazu einige Meinungen aus dem Forum im derstandard.at :

    Nur ein paar Hausnummern damit man sich das besser vorstellen kann:

    Letztes Jahr wurden weltweit 100 Gigawatt an PV-Modulen produziert.
    Ein kW PV benötigt etwa sechs Quadratmeter Platzbedarf.
    Also können etwa 600 Quadratkilometer Fläche in pro Jahr mit PV aufgewertet werden.
    Da die Branche aktuell massiv wächst werden es in einigen Jahren
    mehrere tausend Quadratkilometer PV pro Jahr sein.

    und

    Soll schon mehr sein:
    2016: 320 GW laut Wikipedia.
    https://en.wikipedia.org/wiki/List_…_companies

    Das wäre schon das 3,2-fache der Produktionskapazität.
    Modulerneuerung alle 25 Jahre.
    Man muss die Produktionskapazität für 20% der Sahra nur vervierzigfachen.
    Das ist doch machbar.

    und

    Und noch ein paar weitere Hausnummern. Solarmodule haben eine Lebenszeit von ca. 25 Jahren,
    Auch wenn die Branche also in 2-3 Jahren 1000 km²/a an Solarmodulen erzeugt, wird man damit nur eine Gesamtfläche von ~25.000 km² langfristig erhalten können.

    ergänzende Info aus aus 5.:


    In order to reduce power losses to minimum, the cross sectional area of one pole is calculated to  be  6000  sq.mm  All  Aluminum  Alloy  Conductor  (AAAC).  This  6000  sq.mm  area  shall  be  obtained by using 6 numbers of 1000 sq.mm AAAC conductors on a circumference of a circle having  0.72  m  in  diameter.  Both  (+)  and  (-)  poles  will  have  the  same  configurations.  The  minimum clearance from lowest point of conductors to ground is kept minimum 18 meter in order  to  reduce  electrostatic  and  electromagnetic  fields  intensities.  Because  the  lower  the intensities,  is  the  lesser  the  Environmental  Impacts.  The  diameter  of  the  circle  on  which  the
    AAAC sub conductors are distributed will also affect the intensities. The Larger the Diameter, is  the  lesser  the  Environmental  Impacts.  In  this  preliminary  design,  the  diameter  of  this  circle was taken 0.72 meters (E. W. Kimbark, 2011).

    Diese Gleichstrom-Höchstpannungsleitungen für 1,6 Millionen Volt (bipolar +/- 8000.000 Volt gegen Erde) haben also folgenden Aufbau :
    Leitungsführung in 18 Meter Höhe über dem Erdboden.
    6.000 Quadratmillimeter Querschnitt (Material : Alu-Legierung) entsprechend der Fläche eines Quadrates mit ca 7,7 cm Seitenlänge. Eine Leitung bestehend aus 6 “Adern” mit je 1.000 Quadtratmillimeter Querschnitt auf einem Träger mit 0,72 m Durchmesser.
    Eine Leitung (für + 800.000 Volt bzw. – 800.000 Volt) erscheint daher optisch als eine Leitung mit fast 3/4 Meter Durchmesser – mit entsprechend zu erwartende Windkräften – in 18 Meter Höhe über dem jeweiligen Erdboden.
    Bei einer Dichte von 2,7g/Kubikzentimeter für Rein-Aluminium wiegt ein Millimeter dieser ALU-Leitung ca 2 * 6 * 2,7g = 32,4g bzw. 1 m ca. 32,4 kg (ohne Tragseil).

    Und nicht zu vergessen :
    Die 18 TW durchschnittlicher (weltweiter) Leistungsbedarf an elektrischer Energie bezieht sich auf das derzeitige Verbrauchsverhalten (im Jahr 2017). In Zusammenhang mit den umzusetzenden Zielen zum Klimaschutz und durch die dafür beabsichtigte Dekarbonisierung unserer Energiesysteme durch nahezu vollständige Substitution aller fossilen Energieträger allein durch elektrische Energie, sind innerhalb der nächsten 2 Jahrzehnte weltweit drastische Verbrauchsteigerungen elektrischer Energie zu erwarten, die den derzeitigen Bedarf an elektrischer Energie gleich um mehrere 100% steigen lassen könnten.

  • Erich Pekar
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    #20007 |

    Australien verwirft Klimaziel-Gesetz nach Turnbulls Ablösung

    https://derstandard.at/2000086987095/Australien-verwirft-Klimaziel-Gesetz-nach-Turnbulls-Abloesung

    Neuer Premierminister will Strompreise senken

    Australiens neuer Regierungschef hat die von seinem Vorgänger angestrebte gesetzliche Einführung von Emissionszielen unter dem Namen National Energy Guarantee (NEG) verworfen. “Die NEG ist tot”, sagte Scott Morrison der Zeitung “The Weekend Australian” am Samstag. Seine Regierung wolle sich stattdessen auf die Senkung der steigenden Strompreise konzentrieren.
    Australien werde auch ohne Gesetz an der Verringerung seines CO2-Ausstoßes arbeiten.

    Die Verringerung des CO2-Ausstoßes wird aber in Australien vermutlich – genauso wie bei uns – nur durch die Substitution fossiler Energieträger durch elektrische Energie möglich sein. Nach allen Regeln eines freien Marktes führt stark steigende Nachfrage bei nicht gleich stark steigender Produktion zur Mangelerscheinungen  (z.B. größere Instabilität/Ausfälle, erforderliche Abschaltungen von  Energieversorgungsnetzen) bei gleichzeitig vermutlich sogar stark steigenden Preisen.

  • Erich Pekar
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    #20026 |

    UN-Meteorologe: Erreichen der Pariser Klimaziele nicht realistisch

    https://derstandard.at/2000087278832/UN-MeteorologeErreichen-der-Pariser-Klimaziele-nicht-realistisch

    Ohne weitere Klimaschutzmaßnahmen sei mit einer Erwärmung von drei bis fünf Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts zu rechnen, sagt der Generalsekretär der WMO

    Das ehrgeizige Pariser Klimaziel, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, hat nach Ansicht des ranghöchsten UN-Meteorologen kaum Aussicht auf Erfolg. “Wenn man die 1,5 Grad erreichen will, müssen die Ambitionen extrem hochgeschraubt werden. Man könnte sagen, dass es nicht realistisch ist, die 1,5 Grad zu erreichen”, sagte Petteri Taalas. Er ist Generalsekretär der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf.

    “Die wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen haben sich seit den 1980er-Jahren verdreifacht – wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Es wird mehr Überschwemmungen, mehr Stürme, mehr Hitzewellen und mehr Dürren in einigen Weltregionen geben.”

    dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at :

    Wir in D lassen grad RWE unter Polizeischutz Wälder abholzen und Dörfer wegbaggern für die Braunkohle. Klimaschutz ist was für die dritte Welt.

    /sarkasm off

    https://hambacherforst.org/

     

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 4 Wochen von  Erich Pekar.
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  • Erich Pekar
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    #20222 |

    UN-Experten schlagen wegen Erderwärmung Alarm: Wie die Klimakatastrophe verhindert werden kann

    https://derstandard.at/2000088857539/UN-Experten-schlagen-erneut-Alarm-wegen-Erderwaermung

    Der Weltklimarat verlangt in einem neuen Bericht schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen, um die Erderwärmung noch zu bremsen

    Der Weltklimarat der UN schlägt wieder Alarm. Das Expertengremium der Vereinten Nationen verlangt, dass die Menschheit den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius begrenzt. Anderenfalls drohten enorme Schäden für Erdbewohner und Umwelt, etwa ein starker Anstieg des Meeresspiegels, betonten die Klimaforscher am Montag in Incheon, Südkorea.

    In einem Sonderbericht verlangen die Fachleute schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen beim Energieverbrauch, in der Industrie und beim Transport.

    Davon ist aber weit und breit nichts zu bemerken.
    Und Stimmen mehren sich, die meinen, dass wir mit irgend welchen technischen Maßnahmen allein – wie z.B. Elektromobilität, autonome Fahrzeuge , erneurerbare Energien …. – die angestrebten Ziele nicht einmal annähernd erreichen werden, wenn wir z.B unser Verkehrsverhalten
    ( Wochenendausflüge, nicht ohne dazu 250 Straßenkilometer im PKW zurücklegen zu müssen; Kurztripps in die Metropolen/zu den schönsten Badestränden  der Welt; Lebensmittelangebote, die nicht ohne massive Luftfracht zustande kommen; steigender Güterverkehr – auch um immer kurzlebigere Produkte über immer größere Strecken zu transportieren)
    aber auch unser Wirtschaftsystem und Steuersystem nicht grundlegend ändern und z.B. jeden Energieverbrauch (gerade auch für Transport/Verkehr) massiv besteuern.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate von  Erich Pekar.
  • Erich Pekar
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    #20224 |

    Wälder für den Klimaschutz: Monokulturen sind die schlechtere Wahl

    https://derstandard.at/2000088753008/Waelder-fuer-den-Klimaschutz-Monokulturen-sind-die-schlechtere-Wahl

    Schweizer Studie ergab, dass artenreiche Wälder deutlich mehr Kohlenstoff einlagern

    Prinzipiell ist es eine gute Idee, für den Klimaschutz Wälder zu pflanzen, die überschüssigen Kohlenstoff aus der Atmosphäre holen. Die gängigste Ausformung dieser Strategie – nämlich das Anpflanzen von Monokulturen – ist aber ineffizient. Eine neue Stdie kommt zum Schluss, dass artenreiche Wälder deutlich mehr Kohlenstoff aufnehmen.
    Ein Forscherteam der Universität Zürich führte ein Experiment durch, für das in den Jahren 2009 und 2010 über 30 Hektar Wald in einem Berggebiet westlich von Shanghai angepflanzt wurden. Das Gebiet wurde in über 500 Parzellen mit unterschiedlichen Baum-Mischungen aufgeteilt, um diese später miteinander vergleichen zu können. Die artenreichsten Parzellen hatten 16 Baumarten.

    Die Bilanz: Ein artenreicher Wald speichert in seiner oberirdischen Biomasse durchschnittlich 32 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Eine Monokultur brachte es hingegen nur auf zwölf Tonnen – also nicht einmal die Hälfte.

    Wald sei also nicht gleich Wald, wenn es um Klimaschutz gehe. “Leider herrscht auch bei uns noch immer die Falschmeinung vor, Produktivität und Biodiversität würden sich gegenseitig ausschließen – das Gegenteil ist aber der Fall.”

  • Erich Pekar
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    #20237 |

    Warum Fahrverbote auch in Österreich drohen

    https://derstandard.at/2000089019351/Warum-Fahrverbote-auch-in-Oesterreich-drohen

    Fahrverbote dürften Thema werden, denn die Grenzwerte für Stickstoffdioxid werden notorisch überschritten

    Die Luftgüte in Österreich ist kein Anlass dafür, in der Dieseldebatte abzuwarten. An zwölf Messstellen wurden 2017 die Grenzwerte für Stickstoffdioxid gemäß EU-Luftqualitätsrichtlinie von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3 als Jahresmittelwert) überschritten. Das geht aus dem noch nicht veröffentlichten Luftgütebericht des Umweltbundesamts (UBA) hervor.

    An 27 NO2-Messpunkten wurden von Bundes- und Landesbehörden Überschreitungen des Grenzwertes für den Jahresmittelwert (30 µg/m3) festgestellt. Zu den mit giftigen Abgasen belasteten Hotspots gehören stets die gleichen Orte. Vomp an der Inntalautobahn (A13) ist mit 53,6 µg/m3 negativer Spitzenreiter: Hier werden neben dem Jahresmittelwert regelmäßig auch der Halbstundenmittelwert (200 µg/m3) sowie der Jahresmittelwert (30 µg/m3) samt Toleranzmarge (5 µg/m3) deutlich überschritten. Selbiges gilt für Linz-Römerberg (an der B139), die Bärenkreuzung in Feldkirch und Lustenau.

    Als Hauptursache für die Stickstoffdioxid-Überschreitungen gemäß Immissionsschutzgesetz-Luft machen die für die Messungen zuständigen Ämter der Landesregierungen sowie das Umweltbundesamt den Verkehr aus: “Betroffen sind vor allem verkehrsbelastete Straßen in dichtverbauten Stadtgebieten” in Wien, den Landeshauptstädten Linz, Salzburg, Graz und Innsbruck, heißt es im Bericht, der dem STANDARD in Auszügen vorliegt.

    Es ist eindeutig der Verkehr”, sagt eine mit der Materie vertraute Person im Umweltministerium.

    Was Umweltministerium und Regierung zur Verbesserung der Luftgüte zu unternehmen gedenken, war am Dienstag nicht in Erfahrung zu bringen. Klar ist nur: Die EU-Kommission hat Wien im April zu einer Stellungnahme aufgefordert und damit den ersten Schritt eines Vertragsverletzungsverfahrens gesetzt.

    Wenn nun aber das Gesamtverkehrsaufkommen mit fossil angetriebenen Fahrzeugen auf den Straßen weiter zunehmen sollte – und es gibt (außer bei neuerlichen Wirtschaftskrisen) keine Anzeichen, warum das nicht so sein sollte – dann wird es auch bei verschärften Abgasbestimmungen (>> Euro 6) zu weiterer Erhöhung der NOx belastung in stark verkehrsbelastetenen Regionen kommen. Die Frage der zukünftigen Verfügbarkeit von Treibstoffen wird sich dann auch bald stellen.
    Wenn es – wider Erwarten – doch gelingen sollte, der E-Mobilität in derzeitiger Ausprägung (mittels Speicherung der Eneregie in elektrisch aufladbaren Speichern an Bord der Fahrzeuge) zum Duchbruch zu verhelfen und dadurch jedes derzeit zugelassenen Fahrzeug durch ein Elektrofahrzeug ersetzet werden und weiterhin – wie bisher genutzt – werden sollte, dann werden wir ganz schnell in ein massives – und nicht rasch behebbares Defizit – an elektrischer Energie rutschen. Als Konsequenz wären immer häufiger großflächige Ausfälle unserer elektrischen Energieversorgung zu befürchten.

    Wenn zufolge der höheren Preise von “sauberen” Fahrzeugen und/oder der erforderlichen aktiven Beschränkungen der Benutzung von Kraftfahrzeugen – um Umwelt- und Klima-Schutziele einhalten und Energiekrisen vermeiden zu können, die Benutzung von Kraftfahrzeugen durch alle sozialen Schichten der Bevölkerung nicht  mehr möglich bzw. zulässig sein und dies daher zu einer weiteren Spaltung der Bevölkerung führen sollte, wären schwere “soziale Unruhen” – bis zu gewaltätigen Ausschreitungen – zu erwarten.

    Als einzig konstruktive Maßnahme verbleibt damit nur, unser (nicht nur Verkehrs-) Verhalten, unsere Flächenwidmung und unser Wirtschaftssystem  radikal und rasch aber gleichzeitig  “sozial gerecht” so umzugestalten, dass daraus eine drastische Reduktion des motorisierten Verkehrsaufkommens (für Güter- und Personen- Transport) – nicht nur auf den Straßen – resultiert.

    Wir haben die Wahl – aber dürfen uns nicht mehr Zeit lassen.
    “Angenehm” wird diese Wahl jedenfalls nicht.

  • Erich Pekar
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    #20276 |

    Das Dilemma der Windkraft in Salzburg

    https://derstandard.at/2000089116646/Das-Dilemma-der-Windkraft-in-Salzburg

    Nach Absage der Windräder im Lungau: Geplante Vorzugsflächen kein Thema mehr, Abstimmung der Gemeindevertreter

    Erneut ist ein Anlauf für die Errichtung der ersten Windräder im Bundesland Salzburg gescheitert. Auf dem Fanningberg in Weißpriach, einem Skigebiet, sollten acht Windräder entstehen. Doch wie der STANDARD berichtete, haben die Betreiber das Projekt nun gestoppt. Der Gegenwind der letzten Wochen war stürmisch. Die Tourismuswirtschaft warnte vor Verschandelung, eine Bürgerinitiative stellte sich gegen die Errichtung, und die Kronen Zeitung fuhr wochenlang eine Kampagne gegen die Windräder.

    Die geplanten Windräder hätten 16.000 Haushalte versorgen können.

    Derzeit ist kein Projekt mehr in Salzburg Gegenstand eines Verfahrens.

  • Erich Pekar
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    #20341 |

    Unis müssen Klimaschutz Priorität einräumen

    https://derstandard.at/2000089951664/Unis-muessen-Klimaschutz-Prioritaet-einraeumen
    Kommentar der anderen vom Elisabeth Nemeth (bis 2016 war sie Dekanin der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft)

    Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht an den Universitäten? Eine Allianz aus Wissenschaftern, Studierenden und Zivilgesellschaft muss die Forschungen zur Begrenzung des Klimazusammenbruchs vorantreiben. Die Politik ist der Herausforderung nicht gewachsen.

    Noch haben die Universitäten nicht begriffen, dass sie derzeit eine außergewöhnliche Verantwortung haben. Sie sind die einzigen gesellschaftlichen Player, die in relativ kurzer Zeit Ressourcen mobilisieren können, die zur Begrenzung des Klimawandels gebraucht werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Politik der Herausforderung des drohenden Klimazusammenbruchs in keiner Weise gewachsen ist, und das nicht nur in Österreich. Die hiesige Umweltministerin erklärte nach Erscheinen des UN-Klimaberichts, dass Österreich ohnehin auf einem sehr guten Weg sei, weil die Regierung Elektroautos fördere und die OMV die finanziellen Zuschüsse zum Neueinbau von Ölheizungen stoppen werde. In Frankreich ist Ende August Umweltminister Hulot zurückgetreten, er wollte die alibihafte Klimapolitik der Regierung nicht mehr mittragen. In Deutschland verprügelt die Polizei Aktivisten, die gegen neue Braunkohlegruben protestieren. Und die “Umweltminister” der EU haben eben beschlossen, das Ziel von 40 Prozent CO2-Reduktion beim Autoverkehr, das vom EU-Parlament gefordert wurde, auf 35 Prozent herabzusetzen. Klimaexperten betonen, dass eine Reduktion von 50 Prozent unerlässlich wäre. Von den derzeitigen Regierungen in der EU und anderer reicher Länder werden die drastischen klimapolitischen Maßnahmen, die laut Uno-Bericht innerhalb der nächsten zehn Jahre durchgeführt werden müssen, nicht kommen. Sie haben für diese Regierungen keinerlei Priorität.

    Das Debakel von CSU und SPD in Bayern hat unter anderem auch damit zu tun: 70 Prozent der Wähler waren der Meinung, die Parteien würden zu wenig für den Klimaschutz tun.

    Wir wissen heute aus historischen und sozialwissenschaftlichen Studien, dass spätestens seit den 1970er-Jahren mächtige Lobbys aus Wirtschaft und Politik Unmengen von Geld in Desinformationskampagnen gesteckt haben, um wissenschaftliche Ergebnisse in der Öffentlichkeit zu desavouieren (zum Beispiel Treibhauseffekt, Tabakkonsum, saurer Regen, DDT). Diese Kampagnen haben über Jahre verheerende Effekte auf Politik und in der Folge auf die Leben von Millionen Menschen gehabt. Aber sie haben die Widerstandskraft wissenschaftlichen Forschens nicht gebrochen. Indirekt haben sie sogar das Gegenteil bewirkt. Heute ist deutlicher als je zuvor zu erkennen, dass die Interaktion zwischen unabhängiger wissenschaftlicher Forschung auf der einen Seite und Gesellschaft und Politik auf der anderen Seite unverzichtbar ist.

    Und ja: Ohne Konflikte wird es nicht gehen. Ein Beispiel: Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wurde für jahrzehntelange Forschungen vergeben, die klar zeigen, dass positive Anreize (Stichwort Elektroautos) zur Beschränkung des Klimawandels nicht ausreichen, aber CO2-Steuern sehr wohl entscheidende Effekte haben.

  • Erich Pekar
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    #20473 |

    Wütende Dieselfahrerin sorgt für Massenproteste

    https://derstandard.at/2000091550103/Macron-legt-sich-mit-Frankreichs-Autofahrern-an

    Französische Autofahrer wollen am Samstag die Straßen im Land blockieren. Anlass ist die geplante Erhöhung der Dieselsteuer

    Durch Frankreich weht der Wind der Revolte – wieder einmal. Diesmal geht der Aufstand allerdings von den Autofahrern aus.

    Bewohner ländlicher Gebiete, die oft lange Arbeitswege im Auto zurücklegen, protestieren gegen die Absicht der Regierung, die Steuer für Dieseltreibstoff ab 1. Jänner um knapp vier Prozent zu erhöhen, um jenem seinen finanziellen Anreiz gegenüber Benzin zu nehmen.

    Die Protestierenden bestreiten, dass die Regierung nur ökologische Absichten verfolge: Von den 3,9 Milliarden Euro an Mehreinnahmen sollen laut Budgetentwurf nur 184 Millionen, also weniger als fünf Prozent, in die Sparte “Energiewende” fließen; der Rest ist dazu bestimmt, die hohen Staatsausgaben zu finanzieren.

    Die Fernsehbilder bewirkten das Gegenteil des angestrebten Effekts und unterstrichen die Spaltung der französischen Gesellschaft: hier der Pariser Präsident, der inmitten eines militärischen Machtsymbols einen abgehobenen Diskurs über die Notwendigkeit ökologischer Lenkungsabgaben hält – dort das einfache Volk, das vor lauter Steuern und Abgaben nicht mehr weiß, wie es das Monatsende überstehen soll.

    Wie in der Revolution von 1789, die ebenfalls fiskalische Gründe hatte, oder wie bei den Bauern- und Steuer-Jacquerien der französischen Geschichte haben heute viele Provinzfranzosen von links bis rechts das Gefühl, für die Inkompetenz der Pariser Eliten bluten zu müssen.

    Und ähnliche “Revolutionen” werden auch bald in anderen Staaten zu beobachten sein – spätestens dann, wenn es auch zu Einschränkungen für alle anderen Kaftfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren kommen wird und in ländlichen Regionen ein “Überleben” ohne eigenes Kraftfahrzeug wegen schon lange zerstörter lokaler Infrastrukturen ( Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheitsversorgung, Unterhaltung … ) und zumeist fehlender öffentlicher Verkehrsmittel – um z.B. wenigstens die jeweilige Bezirkshauptstadt im Stundentakt erreichen zu können – weiterhin nicht möglich sein sollte.

    Abgesehen vom konkreten Anlass in Frankreich :
    Gibt’s in anderen Staaten  (zumindest zu den Stoßzeiten)  nicht schon lange  immer wieder die gleichen “Aktionen”   –  Autofahrer, die die Straßen blockieren ?

    • Erich Pekar
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      #20477 |

      Proteste gegen Treibstoffsteuer: “Geht nicht ums Benzin, wir haben die Nase voll”

      https://derstandard.at/2000091657702/Proteste-gegen-Benzinsteuer-in-Frankreich-Es-geht-nicht-ums-Benzin

      Eine Tote, hunderte von Verletzten: Die chaotischen Proteste gegen die Benzinsteuer laufen in Frankreich aus dem Ruder

      Sie haben keinen Chef und keine Oberleitung, aber sie haben eins: “La colère”, die Wut. Zigtausende Bürger, meist nicht zu den wohlhabendsten des Landes gehörend, haben am Wochende spontane Straßensperren errichtet. In Aix-en-Provence rief eine Büroangestellte namens Arlette in die Mikrophone der verdutzten Journalisten: “Es geht nicht nur ums Benzin, wir haben generell die Nase voll!”
      Die Bilanz des ersten Protesttages gab Innenminister Christophe Castaner am Sonntag bekannt: Eine tote Blockiererin von 63 Jahren, überfahren in Savoyen von einer inzwischen verhafteten Lenkerin eines Geländewagens; 409 teils schwer verletzte Beteiligte, darunter 28 Polizisten. “Die Nacht war bewegt”, sagte Castaner. “Es gab Aggressionen, Schlägereien, Messerstiche. Vereinzelt war Alkohol im Spiel.”
      Laut Castaner nahmen 280.000 Personen an den 3000 teils wilden Straßenblockaden teil. Gesperrt wurden Autobahn-Zahlstellen und -zubringer, Tankstellen und sogar Supermärkte. Mit “Schnecken-Operationen” auf den Ringautobahnen von Caen, Toulouse oder Rennes brachten die Gelbwesten andere Autofahrer in Rage.

      Anlass ist die Erhöhung der Steuern und damit der Preise für Benzin (vier Prozent) und Diesel (sieben Prozent). Das soll mittelfristig eine Angleichung der Preise erlauben und einen Beitrag gegen die Klimaerwärmung leisten, erklärte Macron vorige Woche.

      Die ärmsten Leute kämen nicht mehr mit beim Bezahlen der Steuern, die ihnen der “Präsident der Reichen” – Macron – aufhalse.

      Vor allem rechte Parteien versuchen, die Bewegung für sich zu vereinnahmen.

      Umweltminister François de Rugy forderte am Sonntag Alternativen für Erwerbstätige, die auf ihr Auto angewiesen seien. Die eben reformierte Staatsbahn baut aber derzeit eher Lokalstrecken ab.

      • Erich Pekar
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        #20524 |

        Barrikaden brennen auf dem Boulevard Champs-Élysées
        https://derstandard.at/2000092169328/Paris-ruestet-sich-fuer-Demonstrationen-der-Gelben-Westen

        Tausende Polizisten im Einsatz, zersplitterte Organisation hat Aktionen nicht ordentlich angemeldet

        Bei erneuten Massenprotesten gegen die Steuerpolitik Staatschef Emmanuel Macrons ist es in Frankreich am Samstag wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Auf den Pariser Champs-Élysées setzte die Polizei Tränengas gegen Steinewerfer ein. Mit landesweit 81.000 Demonstranten fiel die Beteiligung an den Protesten deutlich geringer aus als vor einer Woche.
        Am vergangenen Wochenende hatte die Protestbewegung knapp 300.000 Menschen auf die Straßen gebracht. Nach den schweren Straßenblockaden und Zwischenfällen in der vergangenen Woche waren allein in Paris 3.000 Polizisten wegen der Proteste im Einsatz.

        Laut Innenminister Christophe Castaner nahmen etwa 8.000 “Gelbwesten” an den Protesten in Paris teil, davon allein 5.000 auf den Champs Elysees. Rund 35.000 Menschen hatten zuvor über Facebook ihre Teilnahme angekündigt. In ganz Frankreich beteiligten sich laut Innenministerium bis zum Nachmittag 81.000 Menschen an den Protestaktionen. Vor einer Woche waren es zur selben Tageszeit mehr als drei Mal so viele gewesen.

        Aus Sorge vor Gewalt durch Krawallmacher – oder wegen der hohen Fahrtkosten – verzichteten nun viele Menschen auf eine Anreise nach Paris. Stattdessen protestierten sie in ihren eigenen Regionen. Dort blieben die Aktionen friedlich.

        Die Bewegung der “Gelben Warnwesten” richtete sich ursprünglich gegen hohe Spritpreise und die geplante Ökosteuer auf Diesel. Inzwischen mischt sich in den Protest jedoch auch allgemeiner Unmut über die Politik des Präsidenten.

        In einer Umfrage für die Zeitung “Le Figaro” bezeichneten 77 Prozent die Proteste für “gerechtfertigt”. Viele Demonstranten befürchten allerdings, dass die Pariser Bilder brennender Straßenbarrikaden und vermummter Protestler mit gelben Westen der Bewegung schaden könnten.

        dazu eine Meinung aus dem Forum im derstandard.at :

        Geht es den französischen Aktivisten wirklich nur um die Spritpreise?
        Wie auch im Artikel geschrieben geht der Protest sehr viel weiter und richtet sich immer stärker gegen die soziale Ungerechtigkeiten, die sich durch den neoliberalen Präsidenten Macron verschärft haben. Die Überschrift “Spritpreis-Proteste” ist daher irreführend; im französischen Fernsehen konnte ich auch viele Interviews mit Aktivisten sehen, die nicht einmal ein eigenes Auto haben.

  • Erich Pekar
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    #20499 |

    Klimaschädliche Treibhausgase laut UN auf Rekordniveau

    https://derstandard.at/2000091994224/Klimaschaedliche-Treibhausgase-auf-Rekordniveau

    Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas) liegen weit über dem vorindustriellen Niveau

    Die Treibhausgase, die den Klimawandel am stärksten antreiben, haben alle Rekordstände erreicht, heißt es im neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nationen (WMO). Demnach liegen die Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid weit über dem vorindustriellen Niveau. Und eine Trendwende sei nicht zu erkennen, informieren die Experten.
    Das letzte Mal, dass die Erde eine vergleichbare CO2-Konzentration hatte, sei vor drei bis fünf Millionen Jahren gewesen, sagt WMO-Generalsekretär Petteri Taalas bei der Präsentation am Donnerstag in Genf. Damals war es zwei bis drei Grad Celsius wärmer und der Meeresspiegel rund zehn bis 20 Meter höher als jetzt, so Taalas.

    In Zahlen gegossen stieg der CO2-Gehalt der Atmosphäre im Vorjahr auf einen weltweiten Durchschnitt von 405,5 parts per million (ppm). Das ist zweieinhalb Mal höher als vor der Industriellen Revolution.
    Methan ist für 17 Prozent der globalen Erwärmung verantwortlich: Aufgrund der Emissionen von Rindern, Reisfeldern und Lecks aus Öl- und Gasbohrungen ist die Methankonzentration 3,5-mal höher als zu vorindustriellen Zeiten.
    Distickstoffmonoxid (umgangssprachlich Lachgas), das unter anderem die schützende Ozonschicht der Erde zerstört, befindet sich auf mehr als dem doppelten vorindustriellen Niveau. 40 Prozent davon stammen aus menschlichen Aktivitäten.

     

    Und wir glauben mit Elektromobilität allein – ohne gleichzeitig unser gesamtes Wirtschaftsverhalten aber auch das Konsum- (und Verkehrs-) Verhalten jedes Einzelnen grundlegend zu ändern – auch auch nur irgend etwas am Klimaproblem verändern zu können.
    Solange Wachstum immer noch als das wichtigste Wirtschaftsziel verfolgt wird, können im Bereich Klimaschutz keienerlei Verbesserungen erwartet werden.
    Jeder der das Wort “Wachstum” auspricht, müsste sofort in seinem Monolog unterbrochen und gefragt werden,  welches Wachstum er konkret meint und wie dies mit Klimaschutz vereinbar sein sollte. Solage solche Fragen an Politiker und Wirtschaftskapitäne – und deren Antworten – nicht reglmäßig gestellt und auch gehört werden, können  wir keine Hoffnung haben, dass sich im Bereich Klimaschutz wenigstens nur regionale Verbesserungen ergeben.
    Leider scheinen auf der politischen Bühne momentan jene Leute das Sagen zu haben, denen Klimaschutz  vollkommen egal ist, und denen – auch bei uns in Europa – das eigene Geschäft und der Machterhalt viel wichtiger ist. Und zu allem Überfluss werden sie dafür auch noch von ihren Anhängern bejubelt.
    So wie bisher wird “es” jedenfalls nicht mehr lange weiter “gehen”.

  • Erich Pekar
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    #20505 |

    Dem Klimaschutz droht der Verkehrsinfarkt
    https://derstandard.at/2000092042740/Klimaschutz-droht-der-Verkehrsinfarkt

    Mit drastischen Worten warnen hauseigene Experten die Regierung vor einem Totalversagen beim Erreichen der nationalen Klimaziele

    Der zweite Konsultationsentwurf für den österreichischen Energie- und Klimaplan wurde am Mittwoch an die Mitglieder des nationalen Klimaschutzkomitees versandt. Ein Blick in das noch nicht finalisierte Papier, das dem STANDARD vorliegt, zeigt: Dringender Handlungsbedarf besteht im Verkehrssektor.

    Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind allerdings vage: Förderung von Öffi-, Rad- und Fußgeherverkehr.

    Einige “Stakeholder” erhielten zudem einen brisanten “Sideletter”, der von der Unterarbeitsgruppe Verkehr erstellt wurde. In dem Schreiben warnen Verkehrsexperten aus Bund und Ländern, dass die von der EU vorgegebenen Klimaziele im Verkehrssektor mit den bisherigen Bemühungen wohl weit verfehlt werden: “Eine der Problemlage angemessene konkrete Umsetzung ist derzeit nicht erkennbar, jedoch im Lichte der erforderlichen Transformationszeiträume dringend geboten”, heißt es wörtlich.

    Ein besonderes Sorgenkind ist auch hier der Verkehrssektor, der in Österreich außerhalb des Emissionshandels 45,5 Prozent der THG-Emissionen verursacht.

    Gerade im Verkehrssektor steigen die Emissionen seit Jahren drastisch. Eine Trendumkehr sei “derzeit nicht absehbar”. Demnach wird Österreich – sollten keine zusätzlichen Maßnahmen getroffen werden – das EU-Klimaziel allein im Mobilitätssektor im Jahr 2030 um 4,8 bis 6,2 Millionen Tonnen CO2 überschreiten. Verfehlt die Republik die vereinbarten Klimaziele bis 2030, könnte das teuer kommen: “Die Kosten des Nichthandelns sind deutlich höher als die Kosten des Handelns”, warnen die hauseigenen Experten. “Die geschätzten Kosten für Zertifikate (50 bis 100 Euro je Tonne) würden aufgrund der kumulierten Zielverfehlung allein im Bereich Verkehr zu Zertifikatskäufen im mittleren einstelligen Milliardenbereich führen.”

    Nur welche  öffentlichen Verkehrsmittel sollen gefördert werden, wenn’s solche in der Fläche kaum gibt und die, die es gibt gerade  3 x am Tag die nächste Bezirkshauptstadt erreichen und dafür Fahrzeiten brauchen, die auch von trainierten Radfahrern erreicht werden könnten.
    Mit der  Förderung von Fußgänger- und Radverkehr  allein, werden die erforderlichen Energieeinsparungen sicher nicht erreicht wrden können.
    Und selbst dort, wo gesicherte Verkehrsanlagen für Fußgänge und Radfahrer im ländlichen Raum ohne bautechnische Probleme möglich wären, gibt es fast nirgends gesicherte Verkehrswege  zwischen einzelnen Orten, sodass sich Fußgänger und Radfahrer zumeist die einzige  benutzbare Straße ( zugleich fast immer der kürzeste Weg ) gemeinsam mit dem motorisierten Straßenverkehr ungeschützt teilen müssen und hoffen müssen, nicht von nächsten  PKW  bei Fahrgeschwindigkeiten von oft mehr als 100 km/h und nur geringem Seitenabstand in der Dämmerung übersehen zu werden.

    Von wirksamer Förderung der umweltfreundlichen Verkehrsarten kann daher noch sehr lange nicht gesprochen werden:
    Dazu gehört vor allem auch, auch im ländlichen in “fußläufiger” Entfernung  die wichtigsten Einrichtung für die tägliche Grundversorgung – ohne die Notwendigkeit der Benutzung eines motorisierten Verkehrsmittels – erreichen zu können.

    Wenn es in der Bahn nicht möglich ist, getätigte Einkäufe ( und sei es nur ein Sackerl mit Lebensmitteln ) zu transportieren, oder bei kaltem ode nassem Wetter die Oberbekleidung abzulegen – weil einfach in den “modernen” Pendlerzügen  kein Platz  dafür vorhanden ist und mit Lautsprecherdurchsagen die Reisenden extra aufgefordert werden müssen, den Nebenplatz nicht mit Taschen oder Einkaufssäckerln zu belegen , dann darf sich niemand wundern, wenn öffentliche Verkehrsmittel –  selbst dort wo sie vorhanden sind – keine  größere Akzeptanz finden.
    Und wenn es in den so hochgelobten Hochgeschwindigkeitsszügen auch keinen Platz für den ( gegen Diebstahl)  gesicherten Transport von großem Reisegepäck gibt, dann darf sich auch niemand wundern , warum die Bahn keine “echte” Konkurrenz zum eigenen Kraftfahrzeug oder zu Kurzstrecken-Flugreisen werden kann. Denn im Gegensatz zum Flugverkehr gibt es bei der (österreichischen) Bahn schon seit geraumer Zeit keinerlei Unterstützung beim Transport ( bzw. der Mitnahme) von Reisegepäck – weder am Bahnsteig ( durch Transportwagen oder Träger, “Aufgabeschalter” )  noch im Zug  selbst durch Gepäckwagen, durch ausreichend Platz bei den Sitzen/Abteilen oder/und Verladeassistenten.
    Und nicht alles, was früher im Bahnbereich selbstverändlich war – gerade im Bereich der Reisegepäckmanipulation – war nur “altmodisch”/unzweckmäßig. Das Fehlen dieser “altmodischen” Dienstleistungen und Möglichkeiten stellt heute aber eine immer größere Barriere für ältere oder/und irgendwie körperlich eingeschränkte Personen oder für Personen  mit größerem Gepäck als das “Normgepäck” ( vermutlich nur ein Aktenkoffer)  dar.

    noch einige Meinungen  aus dem Forum im derstandard.at :

    Wäre eine geile Aktion:

    vom 2. bis 15.12. wird Kattowitz weder von Schnellzügen noch von Fernbussen angefahren.
    Und dann die Konferenzteilnehmer genau beobachten, ob irgendeiner in einem Debattenbeitrag sich als Betroffener meldet.
    Würde man nämlich Autobahnen und Flugplatz sperren, würde die Konferenz abgesagt.

    Nebenbei: ich bin jährlich an 250 Tagen je 2x 53 = 26500 Kilometer mit Öffis gefahren. Kein Problem.
    Aber: 1981 kostete Monatskarte Gänserndorf-Süßenbrunn AtS 78.-. Heute € 70.-
    Eine jährliche Preissteigerung von 7,03%.
    Nach Indexrechner VPI 1976 dürfte die Monatskarte heute nur € 13,75 kosten, kostet aber € 70.- Wäre vielleicht ein Ansatz?

    oder
    Mobilität ist wichtig.
    Das Problem ist die personalisierte Mobilität.
    Jeder glaubt von seiner Tür direkt, ohne Umwege und ohne Zeitverzögerung überall hinkommen zu müssen wo er hin will.
    Dieses Gedankengut ergänzt um die Zersiedelung ergibt dann das Problem der Pendler.
    Man müsste entweder die Zersiedelung stoppen (oder eingrenzen), was nicht passieren wird, weil Menschen egoistisch sind.
    Oder man müsste diese Folgen der Zersiedelung bekämpfen, was nur durch massive Investitionen in die Infrastruktur (und insbesondere das Öffinetz), in Kombination mit weiterer Einschränkung für den MIV möglich wäre.
    oder
    Wir haben unser Mobilitätsverhalten nach den vorhandenen Möglichkeiten optimiert:
    Haus im Grünen, Auto als mobiles Minilager, Einkauf am Stadtrand im Gewerbepark – ohne Änderung der Mobilitätsgewohnheiten werden wir vom Auto nicht wegkommen. Um einem den Umstieg zu erleichtern, fehlen Angebote wie: öffentliche Schließfächer für sperrige Gegenstände, diebstahlsichernde (sic!) Abstellanlagen für Roller und Räder, Lösungen abseits von P+R für die Fahrt zw Bahnhof und Wohnhaus im Grünen (Landeier) bzw. Ausflugsziel (Frischluftdepperte) – hier wären selbstfahrende Kleinbusse eine Lösung. Aber: Trotz allem wird es eine Umstellung sein. Unterm Strich kann diese aber, abgesehen vom Umweltschutz, sehr positive Folgen auf die Lebensqualität haben

     

  • Erich Pekar
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    #20592 |

    Kreuzfahrtgesellschaft wegen Luftverschmutzung verurteilt
    https://derstandard.at/2000092301001/Kreuzfahrtgesellschaft-wegen-Luftverschmutzung-verurteilt

    Ein französisches Gericht verhängte Geldstrafen in der Höhe von insgesamt 100.000 Euro

    Erstmals ist eine Kreuzfahrtgesellschaft in Frankreich wegen Luftverschmutzung verurteilt worden: Das britische Unternehmen P&O Cruises und der Kapitän ihres Ozeandampfers “Azura” müssen insgesamt 100.000 Euro zahlen, weil sie ein nicht zugelassenes Dieselöl zum Antrieb einsetzten, wie ein Gericht in der Hafenstadt Marseille am Montag beschied.

    Den Großteil der Geldstrafe muss mit 80.000 Euro das Unternehmen zahlen. Der aus den USA stammende Kapitän wusste nach Überzeugung der Richter, dass das Öl illegal war: Es enthält rund 1,7 Prozent Schwefel, in der EU sind aber nur bis zu 1,5 Prozent erlaubt. Die Gesellschaft habe dieses billigere Dieselöl bewusst eingesetzt, um “Geld auf Kosten der Lungen der Allgemeinheit zu sparen”, sagte der Staatsanwalt in dem Prozess.

    Immerhin – aber im Sinne des Klimaschutzes ist auch der zulässige Grenzwert von 1,5 % Schwefel sicher zu hoch – und jeder Passagier solcher Kreuzfahrten könnte auch die eigene Urlaubs-Gestaltung hinterfragen.

  • Erich Pekar
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    #20707 |

    Zahnlose Klimapolitik
    https://derstandard.at/2000093231225/Zahnlose-Klimapolitik

    Ohne bedingungsloses Grundeinkommen behindert die Angst um Erwerbseinkommen weiterhin einen effektiven Klimaschutz

    Seit der Unterzeichnung des Kioto-Protokolls konnten die wenigsten Länder ihre geplanten Emissionsreduktionsziele erreichen. Ein verringerter Ausstoß an Treibhausgasen war in der Regel eine direkte Folge der Finanzkrise 2008, nicht das Ergebnis klimapolitischer Bemühungen.
    Der Politikwissenschafter Roger Pielke Jr. erkennt darin ein “eisernes Gesetz” der Klimapolitik: “Wann immer zwischen Wirtschaftswachstum und Klimaschutz gewählt werden muss, gewinnen Maßnahmen für Wirtschaftswachstum.” Politisch – nicht ökonomisch – gewinnt das Argument Wachstum vor allem aus einem Grund: Erwerbsarbeitsplätze stünden auf dem Spiel.
    Wenn die Angst um das Erwerbseinkommen und eine gesicherte Existenz einen effektiven Klimaschutz behindert und wir unsere Hoffnung nicht in Finanzkrisen setzen wollen, dann wäre ein erster Schritt aus dem Dilemma das bedingungslose Grundeinkommen (BGE).

    Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft, die einem untergehenden Weltbild anhängt.

    Die Metapher eines globalen Thermostats steht für diese Hybris: Viele Menschen sind überzeugt davon, dass wir an einem globalen Temperaturregler drehen könnten. Klimapolitik wird demnach primär als technologische Variante, nicht als gesellschaftlicher Wandel konzipiert. Letzterer beschränkt sich meist auf Wettbewerbe um den individuellen CO2-Fußabdruck – eine politisch neoliberale Ausformulierung der Kohlenstofftechnokratie.
    Dass es beim Klimawandel um weit mehr als bloß um CO2-Fußabdrücke geht, hat Papst Franziskus in seiner Klima-Enzyklika genannten “Laudato si” erkannt. Auf 200 Seiten erwähnt er “CO2” fünfmal, “Klima” zwölfmal, “Würde” 25- und “Armut” 59-mal. Der Papst stellt die Verteilungsfrage.
    Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wäre finanzielle Armut abgeschafft und ein Arbeiten in Würde für alle ermöglicht. Wer schlecht behandelt wird, wer keinen Sinn in seiner Erwerbstätigkeit findet, der arbeitet ungern, woraus sich die meisten sozialen Probleme ableiten lassen. Zugleich löst das bedingungslose Grundeinkommen die Politik leise von der Doktrin der Vollbeschäftigung um jeden Preis.

  • Erich Pekar
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    #20708 |

    Autoverkehr hat sich in letzten 30 Jahren verdoppelt
    https://derstandard.at/2000093298788/Autoverkehr-hat-sich-in-letzten-30-Jahren-verdoppelt

    Laut VCÖ ist der Autoverkehr in Österreich allein in den letzten fünf Jahren um mehr als sieben Milliarden Kilometer gestiegen

    In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Autoverkehr hierzulande verdoppelt, seit 50 Jahren sogar verfünffacht. Allein seit 2012 hat der Autoverkehr um mehr als sieben Mrd. gefahrene Kilometer zugenommen, zeigt eine aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Donnerstag. Das Klimaziel sei aber nur durch weniger Autoverkehr erreichbar, betont der VCÖ.
    Grund für die Zunahme des Autoverkehrs ist laut VCÖ unter anderem der stark gesunkene Besetzungsgrad. Waren 1980 im Schnitt noch 162 Personen in 100 Autos unterwegs, sind es heute nur mehr 115. “Die massive Zunahme der Anzahl der Autos, insbesondere der Zweitautos, führte dazu, dass heute viele lieber selber hinter dem Lenkrad sitzen, statt mit jemand mitzufahren”, erklärte VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Daneben wurden die Autos in den vergangenen Jahren breiter und schwerer, während immer häufiger nur eine Person im Auto sitzt.

    Auch die Zersiedelung befördert laut VCÖ die Zunahme des Autoverkehrs. Siedlungen und Supermärkte außerhalb der Ortskerne, zusammen mit fehlenden Rad- und Gehwegen führen dazu, dass viele Alltagswege mit dem Auto gefahren werden.

    Um das Klimaziel zu erreichen, ist der Autoverkehr in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren,” betonte Rasmussen.

    Ich vermute, dass diese Reduktion in der Größenordnung von 90% stattfinden wird müssen – und der Straßenverkehr (die gefahrenen Kilometer) dann nicht wieder steigen dürfen. Denn für mehr Verkehr wird die dann noch verfügbare elektrische Energie nicht mehr reichen.
    Um dieses – derzeit vollkommen utopisch erscheinende Ziel – auch nur annähernd erreichen zu können, werden wir tatsächlich massive Innovationen – und das nicht nur im Bereich der Fahrzeug- bzw. Antriebs-Technik – benötigen. Dagegen werden die  derzeitigen “Hoffnungsträger” Elektrofahrzeuge bzw. selbstfahrende Fahrzeuge nur wie “Basteleien” wirken. Und es  besteht die große Gefahr, dass große Teile (vermutlich sogar die Mehrheit) der  Bevolkerung – nicht nur hier in Europa – kein Verstänsdnis für die Erfordernis dieser massiven Änderungen aufbringen werden und dies durch entsprechende politische Gruppierungen auch noch zur Stärkung der eigenen Macht- bzw. Einflussposition ausgenutzt werden könnte – mit schwerwiegenden Folgen für unser “politisches System” , Demokratie und Umwelt.

  • Erich Pekar
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    #20793 |

    Europas Netzwerk der Klimawandelleugner
    https://derstandard.at/2000093526199/Das-europaweite-Netzwerk-der-Klimaleugner

    Während in Kattowitz versucht wird, Regeln gegen den Temperaturanstieg zu finden, wittern die Klimaswandelskeptiker Morgenluft

    Wer denkt, nur in den USA finden sich Leugner des vom Menschen verursachten Klimawandels in hohen Positionen, irrt. Es gibt sie auch in Europa, wie das STANDARD-Interview mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) am Wochenende neuerlich gezeigt hat. Eigentlich müssten die Vertreter von 196 Staaten auf der COP24 im polnischen Kattowitz aber eine schwierige Aufgabe lösen: die Ziele des Pariser Klimaabkommens, die Erwärmung der Erde auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, endlich in Regeln zu gießen.

    Nach jetziger Lage wird kein europäisches Land genug CO2 einsparen, um dieses Ziel zu erreichen. Um es noch zu schaffen, müssten bald drastische Gesetze folgen – etwa Verbote von Inlandsflügen, Quoten für E-Autos, Grenzen beim Fleischkonsum. Das missfällt vielen Branchen und Lobbygruppen.

    Paktierten Parteien wie die französische Rassemblement National, die italienische Lega Nord oder die FPÖ bislang beim Migrationsthema, vereinen sie sich nun, um Gesetze zum Klimaschutz zu kippen. Stimmten noch vor zehn Jahren nur knapp zehn Prozent aller Abgeordneten im EU-Parlament gegen Klimaschutzgesetze, könnte sich die Zahl der Neinsager ab den EU-Wahlen im kommenden Jahr verdoppeln. Laut einer noch unveröffentlichten Studie des Berliner Thinktanks Adelphi, die dem STANDARD exklusiv vorliegt, stimmt diese Gruppe systematisch gegen alle Gesetze, die klimaschädliche Emissionen reduzieren sollten. Auch Gesetze, um erneuerbare Energien zu fördern, wurden von den Leugnern im Parlament stets abgelehnt.
    Zwischen der Politik und privaten Initiativen gibt es enge Verbindungen, man kennt einander in der Szene. Zwischen amerikanischen, australischen, kanadischen und europäischen Aktivisten herrscht ein reger Austausch auf Mailinglisten, in Netzwerken und auf Konferenzen. Keine der Organisationen ist im europäischen Lobbyregister verzeichnet. Außerdem erlaubt es das europäische Recht Vereinen, ihre Einnahmen zu verschweigen, und auch Unternehmen müssen ihre Geldquellen nicht veröffentlichen.
    Das deutsche Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) muss beispielsweise als “gemeinnütziger Verein” seine Finanzen nicht offenlegen. Auch marktliberale Institute, wie die der FPÖ und Klimaleugnern nahestehende Denkfabrik Austrian Economics Center (AEC), machen ihre Geldquellen nicht öffentlich.

    Unter dem Namen “Clexit” (für “climate exit”, Anm.) organisieren sich Skeptiker weltweit. Ihr Ziel: Ihre Regierungen davon zu überzeugen, aus dem Weltklimavertrag auszusteigen. Clexit hat eine Website (https://clexit.net/) , aber kein Impressum, einen Forderungskatalog, aber keine Telefonnummer. Aber die meisten öffentlich auftretenden Mitglieder sind oder waren in Projekten bezüglich fossiler Brennstoffe von Unternehmen oder Universitäten tätig, darunter der Direktor des niederländischen Dachverbandes der Öllobby sowie Ingenieure, die für die Flugindustrie und Kohlebergbau arbeiten, oder Atomkraftexperten.
    Eine ebenso dubiose Vereinigung ist der Verein Independent Committee on Geoethics, der im Jahr 2015 in Prag gegründet wurde. Auch hier gibt es zwar eine Website (https://geoethic.com/), aber kein Impressum: Finanzierung und Organisationsform bleiben im Dunkeln. Das Komitee sponsert europäische Klimaleugnerkonferenzen.

    Anders Levermann, Forscher am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, ist kategorisch: Klimaleugner ignorierten die Grundlagenphysik und suchten sich Korrelationen und Zufälligkeiten heraus, um ihre Thesen zu untermauern. “Genauso wenig wie Sie ein Kosmologe sein und gleichzeitig die Gravitation leugnen können, genauso wenig können Sie Klimaphysiker sein und behaupten, CO2 habe keinen Effekt auf das Klima”, so Levermann. Dennoch ist auch er beunruhigt: “Was mir tatsächlich Sorge macht, ist der Antiaufklärungsgeist, der hinter den Klimawandelverneinern steckt: Unsere Gesellschaft akzeptiert nicht mehr, was Fakten sind.” Zwar könne man unterschiedlicher Meinung sein, aber nur eine faktenbasierte Gesellschaft könne auch gerecht sein. “Sonst bestimmt immer der Mächtigste, was gerade richtig ist”, so Levermann.
    Längst sind Klimaleugner aber nicht nur unter den Rechtspopulisten oder in pseudowissenschaftlichen Zirkeln unterwegs, sondern auch an den Schaltstellen der Macht.

    Auch in der Hayek-Gesellschaft in Österreich treffen sich Menschen, die am menschengemachten Klimawandel zweifeln. Hayek-Präsidentin Barbara Kolm berät die FPÖ, hat für sie Koalitionsverhandlungen geführt und hält den Klimawandel für “Panikmache”. In einer Reihe von Publikationen lassen sich Hayek-Mitglieder und Gastautoren auf der Seite des Thinktanks darüber aus, warum Klimaschutz unnötig und die Klimawissenschaft ungesichert sei.

    Kritik gebe es auch an der Umverteilung – beispielsweise bei Klimahilfen für ärmere Länder. Die Verpflichtungen, die dort eingegangen werden, so Plehwe, würden aus Sicht dieser Thinktanks die nationale Souveränität zu stark einschränken und zu viel Geld kosten. Diesen Zusammenhang stellt auch die FPÖ her. In ihrem Handbuch freiheitlicher Politik für Führungskräfte erklärt die Partei: “Wir wenden uns aber auch gegen alle Bestrebungen, unter dem Deckmantel des Klimaschutzes den Menschen in diesem Land das Geld aus der Tasche zu ziehen.”

    dazu einige Meinungen aus dem Forum im derstandard.at :

    Ist gar nicht gesagt, dass der Klimawandel auch langfristig auf jeden Fall einen Temperaturanstieg überall bringt…in Europa z.B…..wenn das Eis der Gletscher in Grönland durch mehr Wärme z.b in grösseren Mengen und schneller schmilzt..kann es passieren, dass der Golfstrom abgelenkt wird sehr kurzfristig schon und seinen Weg ändert…wenn der Golfstrom aber nicht mehr in Europa vorbeikommt, werden wir sehr schnell zumindest eine kleine Eiszeit wieder haben in Europa..

    welches Klima wo herrscht hängt in erster Linie mit den Meeresströmungen zusammen..da 70% der Erde mit Wasser bedeckt sind, ist das Wasser der Ozeane der grösste Wärmetauscher auf der Erde..und die Sonneneinstrahlung der grösste Energielieferant..

    oder

    Ihr Artikel illustriert das große Probleme unserer Zeit ist. BürgerInnen sind Gefühle wichtiger sind als Sachpolitik, Fakten und Ideen. “Fake News” und “ich glaube nicht, dass 140 umweltschädlicher sind, als 130 km/h” sowie “subjektive Sicherheitsgefühl” sind da nur die jüngsten Symptome dieser Farce…

    Zunehmend wird die Demokratie als die Einrichtung angesehen, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll. Dieser Anti-Intellektualismus zieht sich dabei wie ein Faden durch das österreichische politische Leben, genährt von der falschen Vorstellung von Demokratie, wonach “meine Ignoranz ebenso gut ist, wie dein Wissen”

    oder

    Dummköpfe der Welt,vereinigt euch!
    Die Anhänger kontrafaktischer Deutungen und Anschauungen treten also bereits organisiert auf, um den Menschen und insbesondere den Politikern die Vernunft auszureden. Dabei wird aber das simple Faktum ignoriert, daß wir nur diese eine Erde als Lebensraum zur Verfügung haben. Selbst im Zweifel über das Ausmaß des menschlichen Einflusses, sofern ein solcher überhaupt noch irgendwie argumentierbar wäre, müßte die Menschheit vernünftigerweise alles in ihrer Macht stehende tun, den Ausstoß an Treibhausgasen zu minimieren, denn bald ist es zu spät, dann wird auch kein “Klimaskeptiker” mehr einen vernünftigen Rat auf Lager haben.
    Die Folgen ihres kurzsichtigen Handelns werden jedoch zunächst andere zu ertragen haben.

  • Erich Pekar
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    #20796 |

    Irrwege im Klimaschutz
    https://derstandard.at/2000093535138/Irrwege-im-Klimaschutz

    Nicht nur Frankreichs Aufstand zeigt die politischen Risiken im Kampf gegen Erderwärmung

    So groß die Hoffnung vor drei Jahren nach Abschluss des Pariser Klimaabkommens war, so tief ist nun die Ernüchterung bei der Klimakonferenz in Kattowitz. Nicht nur, dass die Treibhausgasemissionen ungebremst weitergestiegen sind, obwohl der Klimawandel weltweit immer größere Schäden anrichtet. Die US-Regierung unter Donald Trump hat sich vom globalen Klimaschutz verabschiedet, gefolgt von Brasilien unter seinem neuen Präsidenten Jair Bolsonaro, weil die Männer an der Spitze die Erderwärmung für ein Märchen halten.

    Und selbst ein grün-bewegtes Land wie Österreich verzichtet in seiner Klimastrategie auf alles, was Industrie oder Autofahrern wehtun könnte. Die nächste Wahl ist wichtiger als die Zukunft des Planeten.

    Am meisten aber erschreckt derzeit der Aufstand der Gelbwesten in Frankreich. Dort hat ein Präsident genau das getan, was Experten fordern: Er wollte fossile Treibstoffe verteuern und so Anreize für Klimaschutz schaffen. Die Reaktion ist eine aggressive Bewegung, die Emmanuel Macron seine politische Macht kosten könnte und jedem Politiker im Westen signalisiert: Lass die Finger vom Klimaschutz!
    Das Beispiel Frankreich macht deutlich, dass Klimapolitik noch viel komplizierter ist als gedacht. Was man bisher wusste: Die Kosten fallen sofort an, der Nutzen aber erst viel später und dann in einem unsicheren Ausmaß. Und jedes Land, das vom globalen Vorhaben ausschert oder schwindelt, schafft sich kurzfristige Vorteile gegenüber denen, die brav ihren Beitrag leisten. Das ist eine Einladung zum Trittbrettfahren.

    Bisher standen meist Rechtspopulisten der Klimapolitik im Weg. Doch die Gelbwesten demonstrieren, dass Treibstoffpreise, Heizkosten und unser gesamter fossiler Lebensstil auch viel sozialen Sprengstoff in sich bergen. Die Bedürfnisse und Emotionen der Betroffenen kann man nicht einfach als uninformiert und unsolidarisch abtun.

    Wer Klimaschutz zum Erfolg verhelfen will, muss in vieler Hinsicht umdenken.

    Der Widerstand kommt nicht nur von bösen Industrie- und Energielobbys, sondern mitten aus der Gesellschaft. Die Skepsis gegenüber vielen smarten Plänen ist verständlich: Von Ethanol bis zum Emissionshandel erwiesen sich schon viele als Irrwege.

    Wer gegen Diesel, Atomkraft oder die Kohlenstoffspeicherung im Boden (CCS) wettert, muss stets bedenken, dass der Verzicht darauf den Klimaschutz erschwer und weiter verteuert.

    Das heißt nicht, dass es keine Hoffnung gibt. Die Forschung hat in den vergangenen drei Jahren große Fortschritte erzielt. Die Technologie für die große Klimawende steht bereit, die Kosten wären bewältigbar.

    dazu einige Meinungen aus dem Forum im derstandard.at :

    Lächerlich – es geht hier nicht um Klimaschutz sondern darum wer ihn bezahlt
    Die Ärmsten in den Vorstädten und auf dem Land sind auf das Auto angewiesen.
    Das obere 10% kann es sich leisten, in der teueren Innenstadt zu leben und dort brauchen sie eventuell keine Autos, dafür buchen sie 5mal öfter Fernreisen ins Ausland…..wieso hat man dort nicht angesetzt?
    Es geht auch um die soziale Ungleichheit : Abbau der Vermögenssteuer, das franz.Bildungssystem ist extrem elitär –  damit nimmt man den Leuten jede Möglichkeit des Aufstiegs.
    Die Reallöhne für die Geringqualifizierten sind seit 30Jahren nicht gewachsen…
    So viele Gründe auf die Straße zu gehen um gegen die Leute zu protestieren die in so einer abgehobenen Welt leben.

    oder

    Jahrzehnte haben europäische Regierungen den Diesel subventioniert, das Auto überhaupt propagiert, die Infrastruktur parallel abgebaut, den Niedriglohnsektor installiert und die Gesellschaft gespalten. Es funktioniert nun mal nicht, plötzlich die Diesel- und Benzinpreise zu erhöhen, aber keine Infrastruktur anzubieten, und die Gehälter und Löhne niedrig zu belassen. Es muss ein gesamtes Umdenken her, nicht ein neoliberales Schrauben an einzelnen Rädchen.
    Wir brauchen alle Gelbwesten!

     

    Leider ist auch hier in diesem Artikel und noch mehr in den Forenbeiträgen ein neuer um sich greifender Irrtum zu bemerken :

    Die Technologie wird schon alles richten und wir könnten daher wie bisher so weitermachen : Fast jedes Wochenende eine Kurzflugreise absolvieren, und weiterhin jeden Kilometer mit dem  eigenen PKW zurücklegen, selbst dann, wenn wir diese Entfernung tatsächlich auch bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen und damit gleichzeitig unsere körperliche Fittnes auf einem Mindestlevel halten könnten.

    Jeder, der sich nur etwas intensiver mit den jeweiligen Problemen beschäftigt, weiß, dass Verkehrs- Umwelt- und  Enegieprobleme nicht allein mit Einführung von Elektromobilität oder autonom fahrenden Fahrzeugen lösbar sind und wir ohne soziale Gerechtigkeit nicht ein einziges der anstehenden Probleme lösen werden können.
    Zusätzlich ist bereits zu beobachten, dass durch die Forderung nach Klimaschutz und Reduktion des CO2-Ausstoßes wieder altbekannte – schon seit Jahrzehnten ungelöste Probleme – erneut zu weiter zunehmenden, prolongierten, Problemen werden und das CO2-Problem vielleicht wieder durch nach wie vor ungelöste Probleme rund um die Nutzung von Kernkraft oder die Suche nach seltenen Rohstoffen “abgelöst” werden würde.
    Insgesamt scheint jede derzeit in Angriff genommene Lösung altbekannte Probleme zu verschärfen und gleichzeitig neue Probleme zu schaffen.
    Hauptbetroffene der Auswirkungen dieser Probleme sind jene Länder und Bevölkerungsgruppen, die niemanden mehr finden, auf die sie diese Probleme (wie z.B. auch Berge von Elektronik-Schrott) abschieben bzw. denen sie diese Probleme “weitergeben” können.
    Zukünftige Kriege (um Rohstoffe, Energieressourcen, Lebensmittel sind somit sicher zu erwarten und auch der soziale Friede wird in jedem Land immer fragiler – z.B,. ausgelöst durch steigende Energiepreise und fehlende Alternativen, mit weniger Energieverbrauch ( z.B. durch Stärkung der regionalen Infrastruktur und intensiven Ausbau herkömmlicher öffentlicher Verkehrsmittel) auszukommen.
    Wenn schon derzeit “leistbares Wohnen” zu einem vordringlichen sozialen Problem geworden ist, kann leider nicht erwartet werdem, dass dieses Problem durch bautechnische Auflagen z.B. für bessere Wärmneisolierung gerade auch bei bestehenden alten Gebäuden – dann leichter lösbar sein wird.
    Wenn daher nicht soziale Schieflagen (Bildung, Ausbildung, Einkommen , individuelle Kosten für Wohnen/Energie/Verkehr) gelöst werden , wird es auch zu keiner Lösung von Umweltfragen bzw. nicht zur Erreichung der Klimaschutzziele kommen –  weil die Wähler dann subjektiv andere, dringlichere,  Sorgen haben.

  • Erich Pekar
    Teilnehmer
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    #20835 |

    Lufttaxi soll bald in Österreich landen
    https://derstandard.at/2000093677458/Lufttaxi-soll-bald-in-Oesterreich-landen

    Verkehrsminister Hofer ist auf der Suche nach einer Teststrecke für pilotenlose Passagierdrohnen. Ein erster öffentlicher Testflug könnte im Frühjahr stattfinden

    Kommt die Pizza geflogen: Was hierzulande noch Zukunftsmusik ist, ist in Island oder Neuseeland bereits Realität. Drohnen- statt Paketlieferung auf vier oder zwei Rädern wird es über kurz oder lang auch in Österreich geben. An den entsprechenden Diensten wird bereits gearbeitet. Nicht nur der weltgrößte Onlinehändler Amazon, auch Paketdienste wie die Österreichische Post investieren in Drohnenexperimente. Gar nicht so unwahrscheinlich, dass Wiener und Wienerinnen ihre Weihnachtspakete in drei Jahren mit der Paketdrohne erhalten. Es sind vor allem Transportunternehmen, die an einem Lieferdienst solcher Art Interesse haben. Ob der Himmel dann für die ohnedies lärmgeplagten Städter voller Geigen hängt, bleibt abzuwarten, denn Transportdrohnen sind sehr viel lauter als die kleinen Spielzeugdrohnen, die schon jetzt durch die Lüfte surren.

    Einfach ist es nicht, so ein Testgelände zu finden. Geflogen werden darf ausschließlich mit einer Sondergenehmigung. Militärische Sperrgebiete wie etwa der Truppenübungsplatz in Allentsteig in Niederösterreich kommen dafür kaum infrage – dort ist viel zu viel los.

    In zwei Jahren könnte das erste Modell serienreif sein, sagt FACC-Chef Robert Machtlinger. Anwendungsgebiete sieht er einige. Etwa Ölplattformen, die mit Drohnen zu Versorgungszwecken angeflogen werden könnten, aber auch Fluglinien, die ihre Passagiere so vom Flughafen in die Stadt bringen könnten. Immerhin wäre so ein Fluggerät mit einem Preis von unter einer halben Million Dollar durchaus leistbar, sagt Machtlinger. Zum Vergleich: Für das Einstiegsmodell eines Hubschraubers muss man 3,5 Millionen Euro hinblättern.

    dazu einige Meinungen aus dem Forum im derStanadrd.at :

    Die ganze Welt redet von Energieeffizienz im Verkehr, und unser Aller Gerwald träumt vom Fliegen, was ja wesentlich energiesparender ist als fahren.
    Herr schmeiß Hirn vom Himmel … ach was solls *würg*

    oder

    Ach ja, und von wegen Pilotenlos…
    Das autonome Fahren funktioniert ja in 2D schon so perfekt, da können wir problemlos schon zu 3D übergehen.

    oder

    Das ist ein frühzeitiger Aprilscherz…….

    oder

    diesen Schwachsinn soll der Herr Ing. norbert Gerwald Hofer, der hier ausdrücklich erwähnt sei, in seinem Garten im Burgenland ausprobiere und uns bitte nicht damit behelligen:
    1) Ökologischer Vollholler
    2) niemals jemals lässt sich das in Ballungsräumen und für größeres Verkehrsaufkommen umsetzen – Lieblingsbeispiel: nach dem Donauinselfest steigen all mit leichtem Damenspitz in ihre Drohnen – na gute Nacht!
    3) Wo sind die zukunftsweisenden Konzepte (ahja das heißt ja Leuchtturmprojekt…) für Ausbau von Öffis, überrregionalen, multimodalen Verkehrs, Reduktion von Autoverkehr in der Stadt, Reduktion von Schwerverkehr auf den Autobahnen, Förderung von Rad in Ballungsgebieten, und, und, und…

    Erschreckend wieder einmal wie wenig sensitiv an der Einführung neuer Technologien gearbeitet wird.
    Fiegende Drohnen sind kein “neue” Technoloigie, auch im zivilen Bereich werden Flugtaxis und Kleinluftransporter (Hubschrauber) – dort wo sinnvoll – schon lange eingesetz. Und dort wo diese Flug-Technologie nicht eingesetzt wird bzw. werden darf  – z.B. in europäischen  Ballungsgebieten – hat das gute Gründe ( z.B. Lärmschutz   Unfallgefahr, fehlende Start-/-Landeplätze u.ä., fehlende Flugschneisen) und an diesen Gründen ändert sich auch durch die beabsichtigte Einführung von Transportdrohnen nichts.

    “… denn Transportdrohnen sind sehr viel lauter als die kleinen Spielzeugdrohnen …” :
    Es ist ja geradezu bemerkenswert, dass das sogar einem Journalisten (als “Nicht-Fachmann”) schon zu denken gibt. Unserem Verkehrsminister scheinen solche Einwände vollkommen egal zu sein – veilleicht auch darum, weil er hier nur sein persönliches “Hobby” in größerem Maßstab ausleben will.
    Was die Lärmbelastung betrifft, mögen sich Skeptiker testweise einmal einige Wochen in eine Wohnung unterhalb der Einflugschneise zu Start/Landeplätzen auf Krankenhäusern oder einfach nur in Sichtweite solcher Landeplätze einmieten. Ihnen wird sicher keine einzige Start/Lande-Bewegung entgehen.

    Und die technischen Details für die Abwicklung von Transportvorgängen in Ballungsgebieten hat sich offenbar auch noch niemand überlegt.
    Kann dann nur dort aus der Luft zugestellt werden, wo auf den Straßen keine Bäume gepflanzt wurden und Straßen bzw. Gehsteige eine Mindestbreite von vielleicht 10 Metern haben ?
    Und die Drohne liefert die Pizza dann in den 15.Stock eines 30-stöckigen Wohnhauses  und nimmt den leeren Transportcontainer gleich wieder mit ?

    Wie auch bei autonomen Straßenfahrzeugen sind ja alle Haftungsfragen ganz einfach lösbar : Autonome Maschinen erhalten – wegen des zufolge der eingesetzten künstlichen Intelligenz grundsätzlich nicht vorhersehbaren Verhaltens – eigene Rechtspersönlickeit und nur diese ( und keinesfalls der Hersteller, Verkäufer oder Betreiber solcher Maschinen) muss dann für Personen – oder Sachschaden aufkommen. Um aber überhaupt Schadenersatz leisten zu können, muss diesen “fliegenden Rechtspersönlichkeiten” von ihren “Eltern” ein Startkapital (z.B. von 10 Millionen Euro) mit auf den “Lebensweg” gegeben werden, das nach jedem ersatzpflichtigen Schadensfall von diesen “Eltern” sofort wieder aufzufüllen wäre. Möglicherweise hat unser Verkehrsminister diese Lösung des Haftungsproblems auch für Transportdrohnen bereits vorgesehen,  aber in seiner weisen Zurückhaltung bzw. “Schüchternheit” der Öffentlichkeit nur noch nicht mitteilen lassen.

    Transportdrohnen könnten aber durchaus  auch in Österreich sinnvoll eingesetzt werden – z.B. für die regelmäßge Belieferung von Schutzhütten bzw. Baustellen im unwegsamen Gebirge bei “grenzwertigen” Wetterverhältnissen, wenn das Fliegen mit bemannten Fluggeräten vielleicht schon viel zu riskant wäre.

    So schauen also  die “Leuchturm-Ziele” aus, mit denen unser Verkehrsminister die Klimaschutzziele im Bereich Verkehr für Österreich erreichen will.

     

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