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    Erich Pekar
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    https://derstandard.at/2000093828616/Hass-auf-Roboter-Waymo-Autos-werden-immer-oefter-zum-Angriffsziel

    Sicherheitsfahrer von Waymo mit Pistole bedroht – Regelmäßig Steinwürfe und Versuche, Autos von der Straße zu drängen

    Geht es nach der Tech-Branche, hat das Zeitalter der Roboterautos bereits begonnen. Erst vor kurzem hat die Google-Schwester Waymo den ersten selbstfahrenden Taxidienst der Welt gestartet. Seit kurzem können in Teilen von Phoenix, Arizona, über eine App Fahrten gebucht werden, bei denen die Software von Waymo komplett die Steuerung übernimmt.
    Doch dem steht auch eine andere Realität gegenüber. Denn längst nicht jeder scheint auch erfreut über dieses neue Angebot zu sein. So hat die Anzahl von Angriffen auf selbstfahrende Autos zuletzt immer stärker zugenommen, wie “Arizona Republic” berichtet. In den vergangenen Monaten musste die Polizei von Chandler, einer Vorstadt von Phoenix, bereits 21-mal ausrücken, um bei Angriffen auf Roboterautos einzugreifen.

    Nicht sonderlich hilfreich sind dabei überzogene Versprechen und aggressive Zeitpläne der Branche. So spricht etwa Tesla-Chef Elon Musk im Zusammenhang mit dem eigenen Fahrassistenten immer wieder von selbstfahrenden Autos – mit dem was wirklich komplett autonome System wie jene von Waymo können, hat das aber zumindest derzeit recht wenig zu tun.
    Dazu kommt, dass gerade in Phoenix in den vergangenen Monaten die Zahl an selbstfahrenden Autos stark zugenommen hat. Dies liegt daran, dass der Bundesstaat Arizona mittlerweile die gesetzlichen Rahmenbedingungen für komplett fahrerlose Autos geschaffen hat. Zudem ist Phoenix aufgrund seines äußerst stabilen Wetters ein besonders günstiges Testgebiet für solche Systeme.

    Zumindest teilweise dürfte die Frustration auch in realen Problemen mit der Technologie begründet sein. So zeigen sich Anwohner immer wieder davon verärgert, dass die Waymo-Autos äußerst vorsichtig agieren, was sich etwa beim Linksabbiegen an einer Kreuzung zeigt – und die Dahinterstehenden verärgert. Und doch sieht Phil Simon, Lektor an der Arizona State University, hinter diesen Fällen ein tiefergreifendes Problem: Ein Teil der Bevölkerung sehe sich durch den technologischen Fortschritt bedroht und habe Angst, dass die Roboter ihren Job übernehmen. Und da sind die selbstfahrenden Autos natürlich ein perfektes Symbol, an dem man seine Wut ablassen kann.

    Autonom fahrende Fahrzeuge sind offensichtlich immer noch nur “Schönwetterfahrzeuge” und werden zufolge ihrer Fahrweise von anderen als Hindernisse bzw. Gefahrenstellen im Straßenverkehr wahrgenommen. Wenn dann noch die immer wieder berichteten Navigationsprobleme – z.B. scherwiegende Problemem bei der Erkennung stehender Fahrzeuge und anderer Hindernisse, Spurhalteprobleme bei Autobahn-Abfahrten – mitberücksichtigt werden, dann wird wohl die Erwartung, durch den Einsatz von autonom fahrenden Fahrzeugen die Straßenverkehrssicherheit wesentlich anheben zu können , nicht zu erfüllen sein.

    Die im Artikel beschriebenen Angriffe auf selbstfahrende Fahrzeuge  – wie z.B. auch das Abdrängen von der Straße  – sind dann nur noch ein kleiner weiterer Punkt zur “Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit”.

    Wenn autonom fahrende Fahrzeuge weiterhin nur als Schönwetter-Fahrzeuge halbwegs verkehrssicher einsetzbar sein sollten, dann dürfte sich der Einsatzbereich für selbstfahrende Fahrzeuge in Europa wohl eher nur als “Spielzeug” einiger Technik-Freaks auf deren Garagenvorplätze und Privat-Grundstücke beschränken.
    Oder müssten dann mit autonom fahrenden Fahrzeugen betriebenen Buslinien und Taxifloten  bei jedem Regenguß oder Schneefall den Betrieb einstellen ?

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