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    Erich Pekar
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    https://derstandard.at/2000091065636/Folge-des-Digitalbooms-Elektronikteile-sind-knapp

    Lange Lieferzeiten und höhere Preise sind die Folge der großen Nachfrage. Vor allem die Autohersteller leiden unter dem Mangel

    Der allgegenwärtige Digitalboom hat für die Industrie einen unerfreulichen Nebeneffekt: Heuer sind Halbleiter und andere elektronische Bauteile so knapp wie seit langem nicht. Erstmals gab es in den vergangenen Monaten nach Angaben aus der Branche Mangel bei Allerwelts-Bauteilen wie Kondensatoren oder Widerständen. “Am stärksten betroffen waren die Autohersteller und die Automatisierungsindustrie”, sagte Christoph Stoppok, Geschäftsführer des Fachverbands Electronic Components and Systems (ECEI).

    Zwei Faktoren haben zu der Knappheit beigetragen: die seit Jahren andauernde gute Konjunktur und die Tatsache, dass in Industrieprodukten immer mehr Funktionen elektronisch geregelt werden.

    “Der Anteil von Halbleitern und passiven Bauelementen ist innerhalb der letzten Jahre ebenfalls stark angestiegen”, sagte eine Sprecherin. “So sind in einem voll ausgestatteten Premiumauto bis zu 10.000 Halbleiter und ein Vielfaches davon an passiven Bauelementen – Kondensatoren, Widerstände und so weiter – verbaut.”

    Geradezu einen Boom gibt es bei Sensoren, die in immer mehr Lebensbereichen zum Einsatz kommen – seien es optische Sensoren für Autos, medizinische Sensoren zur Messung von Körperfunktionen oder industrielle Sensoren für die Überwachung von Maschinen.

    Und auch das Alltagsleben wird technologisch komplexer – ob E-Bike, mobiles Bezahlen im Geschäft oder selbstregelnde Heizung.

    Vielleicht ist das aber nur eine Auswirkung des regelmäßig wiederkehrenden “Schweinebauchzyklus” – dem aufeinanderfolgenden Wechsel von Überangebot  und Mangel (hier: von Baulelementen der Elektronik).

    Andererseits nimmt die Anzahl von Wegwerfprodukten bzw. “Verbrauchsmaterialien” mit eingebauter Elektronik rasant zu. Waren es früher vielleicht Grußkarten mit integriertem Musikspeicher, der beim Aufklappen mehr ode weniger penetrant irgendein Liedchen dem  Leser der Grußkarte entgegen gekrächzt hat, sind es heute Tablet-Computer, Smartphones, LED-Leuchtmittel/-Lampen , Drucker im Privatbereich, smartes Spielzeug ( wie z.B. Plüschtiere, Puppen für Kinder, “intelligente” Lautsprecher bzw. “smarte” Wohnungen für Erwachsene), Zahnbürsten  .. die ( bzw. deren “Intelligenz” kaum länger als 2 Jahre ihre Funktion behalten und letzendlich allesamt im Müll landen und damit nur unsere Berge von Elektronikschrott vergrößern, die dann “ordnungsgemäß” irgendwo nach Afrika exportiert werden (müssen ?).
    Trotz der jetzt schon kaum bewältigbaren Elektronikschrott-Mengen  wird in Zukunft (im Zeitalter des “Internet of Things” – IoT) kaum ein Gebrauchsgegenstand mit “elektrischem Innenleben” ohne Elektronik und Sensoren auskommen. Und es genügt oft schon der Ausfall eines einzigen elektronischen Baulelementes, um das ganze Gerät dann weitestgehend unbrauchbar werden zu lassen.

    Die – beim Energieverbrauch so sparsamen – LED-Lampen ( insbesonders die Nachfolgeleuchtmittel für die schon länger nicht mehr produzierten Glühlampen mit Glühfaden ) halten selbst bei guten Umgebungsbedingungen (keine/wenige Schaltvorgänge, konstant mäßige Umgebungstemperatur, keine Erschütterungen) kaum länger als 2 Jahre und landen dann zumeist (?) im Müll. Dass diese LED-Lampen in der Gewindekappe die Elektronik des LED-Treibers (zur Begrenzung des Betriebsstroms für die LED-Elemente der LED-Birne) enthalten, ist wohl nur wenigen bewusst – es wächst also der Berg von Elektronikschrott  auch mit jedem entsorgten LED-Leuchtmittel bzw. jeder LED-Lampe. Für die alten Glülampen war tatsächlich nur Glas, Metall und ein bischen Klebe-Zement erforderlich, die Trennung (und Wiederverwendung)  dieser Rohstoffe wäre relativ einfach möglich gewesen.
    Dass dieser “gedankenlose” Umgang mit den knapper werdenden Ressourcen Energie  und (vielleicht sogar seltenen) Rohstoffen zur Herstellung der jeweiligen Bauelelemente für die integrierte Elektronik nicht gerade die Ziele des Klimaschutzes leichter erreichen lassen wird, ist wohl offensichtlich.
    Trotzdem gibt es derzeit immer noch keine Bemühungen über gesetzliche Bestimmungen für Hersteller/Händler diesen Elektronikschrott durch längere Haltbarkeit der Produkte, leichtere Reparierbarkeit, leicht tauschbare Komponenten  (wie z.B. gerade auch bei LED- Beleuchtungen getrennt tauschbare LED-Elemente und LED-Teiber – auch bei LED-Birnen, tauschbare LED-Leuchtmittel in Designer- Leuchten, leicht tauschbare Akkus im allen Geräten .. ) wirksam zu reduzieren.
    Aber immer öfter werden Begriffe wie “Nachhaltigkeit”, “energiesparend” u.ä. im Marketing zur Steigerung der Verkaufszahlen verwendet.

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