Unser Bildungssystem

Team Bildung

Wir haben gerade eine “große” Bildungsreform hinter uns (und deren Umsetzung vor uns).

Unser Schulsystem – so wie wir es kennen – stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde als dreistufiges Ausbildungssystem eingerichtet, das bis heute erhalten ist:

  1. Die Pflichtschuljahre (Volksschule und Unterstufe)
    hatten zum Ziel, Fabrikarbeiter heranzuziehen. Am Beginn der Industrialisierung wurden Arbeiter benötigt, die repetitive Tätigkeiten ausführen, ohne über deren Sinnhaftigkeit nachzudenken. “Einheitsmenschen”, die gut ersetzbar waren.
  2. Die Oberstufenjahre
    hatten zum Ziel, Verwaltungsbedienstete (von denen es wenige gab) für diese Fabriken und den Staat auszubilden.
  3. Das Universitätsstudium
    hatte zum Ziel, Menschen für Wissensberufe wie Ärzte, Rechtsanwälte, oder Lehrer heranzuziehen. Davon gab es noch viel weniger als Verwaltungsbedienstete.

Österr. Schulsystem

Heutzutage sehen die Anforderungen an die Kenntnisse und Eigenschaften von Mitarbeiter in der digitalen Welt so aus:

  • kreativ
  • teamfähig
  • eigenverantwortlich
  • vernetzt

Der US Wissenschafter George Land untersuchte in einer Studie Ende des 20. Jahrhunderts, welche Auswirkungen die “moderne” Schulausbildung auf die Fähigkeiten unserer Jugend hat. Er testete die Kreativität von 1600 Kindern ab dem Alter von 5 Jahren mit einem für die NASA entwickelten Test, mit dem diese die Kreativität von Astronautenanwärtern misst. Diesen Test wiederholte er bis ins Erwachsenenalter. Die Ergebnisse stimmen nachdenklich. Für den Anteil an hochgradig Kreativen in den jeweiligen Altersstufen fand man:

  • 5 Jährige:     98%
  • 10 Jährige:   30%
  • 15 Jährige:    12%
  • Erwachsene:   2%

Unser Bildungssystem leistet also hervorragende Arbeit. Es macht uns zu braven Fabrikarbeitern, die ihre Aufgaben durchführen, ohne hochgradig kreativ und vernetzt zu denken. Das entspricht zwar den Anforderungen von um 1900, aber nicht den oben genannten, von den Unternehmen dringend benötigten Fähigkeiten.

Unser Bildungssystem wird laufend weiter entwickelt, neue Lehrmethoden versuchen die obigen Fähigkeiten zu stärken, es basiert aber noch immer auf dem starren 3-Stufen-System. Wird unsere soeben mühsam auf den Weg geschickte “große” Bildungsreform diese Probleme angehen und lösen? Eher nicht. Die Probleme liegen bedeutend tiefer.

Neuordnung des Schulsystems
Wir fordern die Politik auf, unser Schulsystem vollständig neu zu ordnen. Das neue Schulsystem muss den Anforderungen der Zukunft gerecht werden und Kreativität, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit sowie interpersonelle Kompetenzen fördern. Anders formuliert, wir müssen unseren Kindern Fähigkeiten beibringen, die Computer nicht besser können.