Arbeit

Die Digitalisierung verändert unsere die Arbeit grundlegend. Laut einer aktuellen Studie wird es 50% der heutigen Jobs in 20 Jahren nicht mehr geben.  Die Gewerkschaften fordern mehr Urlaub und pochen auf die Einhaltung der Wochenendruhe und 38,5 Stunden Woche. Haben diese Begriffe aber noch Relevanz, wenn man dank Mobiltelefon und Internet eigentlich ständig arbeitet? “My Office is where I am” – verkünden Technologiekonzerne stolz. Ich sitze zu Hause auf der Terrasse, schaue in den Garten und arbeite dabei. Das ist zum Nutzen des Arbeitnehmers, aber auch zum Nutzen des Arbeitsgebers. Wie müssen Regelungen aussehen, die mit der faktischen Situation  im Jahre 2017 zusammenpassen?

Aber auch für Manager ist es heute schwierig. Früher war der Manager in der Nähe des Mitarbeiters, Das Management konnte die Mitarbeiter immer unter Kontrolle haben. Heute benötigen Manager vertrauen. Es lässt sich schwer kontrollieren, wieviel ein Mitarbeiter arbeitet, der nicht nebenan am Schreibtisch sitzt. Mitarbeiterführung ist in der heutigen Zeit etwas anderes als noch vor 20 Jahren.

Die Stechuhr ist sicherlich noch immer in vielen produzierenden Unternehmen vorhanden und nicht weg denkbar. In anderen Branchen ist sie aber ein Relikt aus einer vergangenen Epoche, veraltet und vielfach hinderlich. Die im Büro verbrachte Arbeitszeit ist heute kein Messkriterium für Arbeit mehr. Heute wird von leistungsbezogener Bezahlung gesprochen.

Internet und Mobiltelefon ermöglichen, dass wir immer und überall arbeiten können – und die Erwartungshaltung der Unternehmen ist zunehmend auch, dass die Arbeitnehmer immer und überall erreichbar sind. In der Nacht, am Wochenende – und im Urlaub. Die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit sind daher oft sehr verschwommen.

Arbeitnehmerschutzregelungen existieren, sie sind jedoch teilweise unflexibel und nicht immer anwendbar, aus praktischen wie wirtschaftlichen Gründen. Nach diesen Regelungen müssten wohl ein Gutteil aller “Information Worker” in Dauerbereitschaft bezahlt werden, weil sie im Grunde rund um die Uhr erreichbar sind. Früher bedeutete Bereitschaft eine massive Einschränkung der Bewegungsfreiheit, musste man doch in Hörweite eines Festnetztelefons und des Computers sein. Handy, Notebook und mobile Datenübertragung haben hier die Bewegungsfreiheit massiv ausgeweitet, sodass in Normalsituationen nur mehr eine geringe Einschränkung besteht. Aktuelle Regelungen nehmen auf diese geänderten Umstände nicht immer Rücksicht. Die Forderungen der Gewerkschaften nach Reduktion der Arbeitszeit klingen daher antiquiert, fast wie aus dem vorigen Jahrhundert. Wie soll man etwas reduzieren, das nicht einmal mehr wirklich messbar ist. Wie könnten aber Regelungen aussehen, die zum Nutzen der Arbeitnehmer und zum Wohle der Arbeitgeber sind?

Auch muss der Arbeitnehmer von heute anders arbeiten als früher. Man verlangt von ihm, dass er sehr flexibel und eigenverantwortlich arbeitet. Teamfähig ist, wie ein Unternehmer denkt. Oftmalig wird daher auch eine feste Anstellung durch ein freies Dienstverhältnis ersetzt. Die Mitarbeiter arbeiten auf Projektbasis. Die Sicherheit der festen Anstellung gibt es nicht mehr. Sie ist sogar im Staatlichen Umfeld nur noch selten. Beamte wurden Großteiles durch Vertragsbedienstete ersetzt.

Ehemals sichere Jobs wie Bankbeamte werden heute wegrationalisiert. Mobile Banking ersetzt in vielen Bereichen den ehemaligen Bankbeamten. Bargeschäfte in der Bank wurden zum Bankomaten verlegt. Einzig die Beratungsleistung ist derzeit noch die Domäne eines gut ausgebildeten und geschulten Mitarbeiters. Chatbots und künstliche Intelligenz, werden jedoch immer besser, und werden auch in diese Bereich eindringen. Diese Entwicklung erinnert an die Worte von Bill Gates, der einst gesagt hat “Banking is necessary, Banks are not”. Wie recht er damit hatte, sieht man an der großen Zahl der Filialschließungen im Bankenumfeld.

Durch die Digitalisierung werden andere Anforderungen an die Mitarbeiter gestellt. Es fallen eine Menge an Jobs und Berufen weg. Zweifelslos werden auch viele neue Berufe entstehen. Es ist allerdings die Frage wie viele Menschen diese Umstellungen schaffen, und wie man sie auch dabei unterstützen kann, neue Fähigkeiten und Kompetenzen zu erlernen. Das ist eine Herausforderung für die Mitarbeiter, aber auch die Unternehmen und die gesamte Gesellschaft also solches. Eine wichtige Frage ist auch, wie man die Menschen auffangen kann, die diese Umstellungen nicht – oder nicht in der geforderten Geschwindigkeit schaffen.

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Die Digitalisierung ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft, aber eine noch größere Chance. Wir wollen sie gemeinsam nutzen.
Die Vorteile der digitalen Technologien zu verbreiten und eine kritische Auseinandersetzung zu fördern, ist die Mission von Werner Illsinger seit er am TGM in den 80er Jahren die HTL für Nachrichtentechnik absolviert hat. Bereits an der HTL hat er mit dem neuen Thema Telekommunikation experimentiert. Später hat er einen der…

Ing. Norbert Palecek

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Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Hardware und Software. Dabei habe ich umfangreiche Kenntnisse im Vertrieb, Marketing, Management und Controlling erworben. Im KMU- und Großkundensegment eines internationalen Softwarekonzerns betreute und beriet ich aktiv in den letzten Jahren Kunden aus verschiedenen Bereichen wie Retail, Manufacturing, Kommunikation und Transport.…
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Hannes Gessoni

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Hannes Gessoni ist Geschäftsführer der Consiglio Business Culture Development und beschäftigt sich damit Organisationen und Menschen bei tiefgreifenden Veränderungen zu begleiten. Eine dieser tiefgreifenden Veränderungen ist die Digitalisierung. Er  ist Lehrbeauftragter  an Universitäten und Fachhochschulen.

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