Digital Society und Corona

Wir sind auch in der Krise für unsere Mitglieder da. Wir beantworten gerne Fragen und helfen dabei Probleme zu lösen. Jene, die sich frühzeitig mit diesen Chancen beschäftigt haben, sind nun besser vorbereitet. Andere brauchen Unterstützung, um möglichst rasch aufzuschließen. Wir brauchen Solidarität, tragen unseren Teil dazu bei, benötigen aber auch dringend Ihre Unterstützung. 

Es gibt viel zu tun!

Viele Unternehmen merken derzeit wie anfällig ihre lokale Infrastruktur ist und den Belastungen durch die verteilte Arbeit teilweise nicht gewachsen ist. Einige Unternehmen haben keine flächendeckende Videokonferenz-Infrastruktur. Nicht alle Mitarbeiter haben Firmen-Smartphones. Es scheitert aber nicht nur an technischen Problemen.

Solange Informationen nicht digital vorliegen, kann damit auch nicht remote gearbeitet werden. Es zeigt sich noch immer an vielen Stellen, dass notwendige Daten nicht digital und zugreifbar vorliegen und auch, dass die Prozesse in Unternehmen nicht darauf ausgelegt sind.

Chefs verlangen für ihren Teams, die Webcam den ganzen Tag eingeschaltet zu lassen, um sie überwachen zu können. Mitarbeitende kämpfen zwischen ihren Kindern, Hausaufgaben und Hausarbeit ihre Arbeit zu erledigen. Selbstorganisation ist eine wichtige Komponente für alle – und Vertrauen für die Vorgesetzten.

Aus den Medien erfahren wir, dass nun fieberhaft am Aufbau von e-Learning Plattformen gearbeitet wird, um auch den Schulbetrieb digital und remote aufrecht erhalten zu können. Man fragt sich hier, was die letzten Jahrzehnte passiert ist, dass oft private WhatsApp Gruppen das Medium der Wahl sind, damit Lehrende und Schülerinnen und Schüler miteinander kommunizieren können. Lehrende sind derzeit in vielen Fällen dabei, ihre Lehrveranstaltungen mit der Webcam aufzunehmen und auf YouTube! hochzuladen. Die Frage ist, ob diese Lehrinhalte nach der Krise weitergenutzt werden, oder ob sie in Vergessenheit geraten. Es wäre schade, denn hier ist in den vergangenen zwei Wochen mehr passiert, als in vielen Jahren zuvor.

Auch im Bereich des Staates stellen sich nun viele Fragen. Der Staat hat Beschränkungen der Bürgerrechte beschlossen und verwendet Big Data, um die Bevölkerung zu kontrollieren. Werden diese Beschränkungen nach Corona aufrecht bleiben? Werden sie zum neuen Normal? Wir sehen aber auch, wie nützlich es wäre, Amtswege vermehrt digital durchführen zu können, und wie schlecht die Prozesse auf derartige Situationen vorbereitet sind (Chaos um die Einmeldung und dem Zur-Verfügung-Stellen der Erkrankungsdaten zum und vom Sozialministerium). Hier gab es im Netz eine heftige Diskussion um Open Data.

Unsere Mission ist es, uns dieser Probleme anzunehmen, positive Lösungen zu erarbeiten und unsere Mitglieder zu unterstützen.

Unsere Veranstaltungen

Unsere Veranstaltungen haben bisher immer physisch in unserem Vereinslokal am Graben stattgefunden. Die Veranstaltungen wurden zwar aufgezeichnet, wir hatten uns bisher aber gegen Live-Streaming ins Netz entschieden, weil wir zwei Dinge erreichen wollten:

  1. Publikum
    Wenn wir gute Expert_innen erreichen wollen, dann erwarten diese sich einen gut gefüllten Raum. Wenn wir die Veranstaltung online übertragen, sind automatisch weniger Leute im Raum. Wenn wir nur einen gering gefüllten Raum haben, wird das von vielen Expert_innen als eine nicht erfolgreiche Veranstaltung gefühlt. Das auch, wenn wir mehr Personen im online Publikum haben, als wir im Saal hätten. Der Vorteil von Live-Streaming bzw. einer Online Konferenz wäre aber, dass Menschen auch teilnehmen können, wenn es sich zeitlich schwer ausgeht, oder wenn man zu weit von Wien weg wohnt. Vielleicht wird sich das auch durch die Corona Krise wandeln, weil Online Events die Norm und nicht mehr die Ausnahme sind.
  2. Podiumsdiskussionen
    Podiumsdiskussionen sind leichter und flüssiger, wenn die Diskutant_innen am gleichen Tisch sitzen. Durch die Verzögerungen bei Online-Konferenz-Tools sind Diskussionen zwar machbar, aber es kann immer wieder passieren, dass jemand zu sprechen beginnt, obwohl ein(e) andere Diskutant_in ebenfalls gerade zu sprechen begonnen hat. Das Problem ist in den Griff zu bekommen, wenn man darauf Rücksicht nimmt. Einfacher ist es jedoch, wenn zumindest das Podium im gleichen Raum sitzt. Das ist jedoch aufgrund der geforderten Sicherheitsabstände derzeit kaum umsetzbar.
  3. Zwischenfragen und Publikumsdiskussion
    Unsere Podiumsdiskussionen werden von den Diskutant_innen sehr geschätzt, vor allem auch aufgrund der Lebhaftigkeit. Es gibt viele Publikumsfragen und die Qualität der Diskussionen wird auch von den Diskutant_innen immer sehr positiv hervorgehoben. Die Lebhaftigkeit ist naturgemäß besser, wenn die Menschen am gleichen Ort sind. Fragen aus dem Publikum sind aber natürlich auch über Online Konferenz-Tools möglich. Jedoch werden Fragen über eine Chat Funktion gestellt und müssen dann vom Moderator in die Diskussion eingebracht werden. Es ist aber ein lösbares Problem.
  4. Persönliche Vernetzung
    Die Teilnehmenden an den Veranstaltungen schätzen die Möglichkeit der persönlichen Vernetzung sehr. Wie oft hat man schon die Chance mit Politiker_innen oder Expert_innen nach der Veranstaltung bei einem Glas Wein beieinanderzustehen und persönliche Fragen zu stellen. Im vorigen Jahr hatten wir z.B. die Gelegenheit, den jetzigen Vizekanzler Werner Kogler bei der Podiumsdiskussion zur EU Wahl persönlich kennen zu lernen. Diese persönliche Vernetzung ist online schwer zu erreichen, weswegen unsere Veranstaltungen auch in Zukunft zumindest auch als kombinierte Veranstaltung (online und physisch in der Digital Society) stattfinden werden.

Wir haben im Vorstand beschlossen, unsere Veranstaltungen bis auf weiteres online stattfinden zu lassen. Sollte es der Verlauf der Krise zulassen, würden wir gerne zumindest das Podium in der Digital Society zusammenkommen lassen, und nur das Publikum remote zuschalten. Am Ende der Krise würden wir dann kombinierte Veranstaltungen abhalten, daher dem Publikum die Möglichkeit geben vor Ort aber auch remote teilzunehmen.

Der operative Betrieb der Digital Society

Die Digital Society unterstützt ihre Mitglieder auch und vor allem in der Corona Krise. Wir arbeiten schon immer fast ausschließlich remote von unterwegs oder zu Hause. Unsere IT Infrastruktur ist Microsoft Teams für die Zusammenarbeit, Video und Audio Konferenzen. Wir verwenden Doodle oder andere Online Tools, um Termine abzustimmen. Alle unsere Dokumente existieren nur noch digital (werden gegebenenfalls eingescannt) und befinden sich in SharePoint. Unsere Telefonanlage ist eine Voice over IP Anlage (Freepbx). Wir haben zwar ein Büro am Graben, aber eine Anwesenheit ist auch für Vorstandssitzungen nicht notwendig: laut unseren Statuten können die Sitzungen auch online abgehalten werden. Eine Teilnahme erfolgte oft auch bisher über Teams, wenn es sich zeitlich nicht ausging, physisch ins Büro zu kommen. Insofern trifft uns die Krise also wenig. Wir haben bisher schon so gearbeitet. Wir geben hier unsere Erfahrungen gerne auch an unsere Mitglieder weiter und unterstützen beim Aufbau bzw. bei der Umstellung auf derartige Strukturen. Wir bedanken uns bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass sie auch in der schwierigen Situation für unsere Mitglieder aktiv sind und den Betrieb der Digital Society aufrecht erhalten. Das bringt uns aber zum nächsten Punkt:

Finanzielle Situation

Unsere finanzielle Situation ist derzeit angespannt. Der Grund dafür ist, dass alle Veranstaltungen in unseren Räumlichkeiten abgesagt wurden und wir daraus daher auch keine Einnahmen bekommen. Die Mietkosten für die Räumlichkeiten laufen jedoch weiter. Die Kosten für unser Clublokal machen fast 50% unseres Gesamtbudgets aus. Der zweite große Brocken sind Ausgaben für unsere Mitarbeiter_innen. Auf der Einnahmenseite haben wir das Risiko, dass eventuell nicht alle Mitgliedsbeiträge zeitgerecht oder überhaupt bezahlt werden. Durch die Krise ist es auch schwieriger neue Mitglieder zu werben. Wir müssen daher auch die Arbeitszeit für unsere MitarbeiterInnen reduzieren.

Wir wissen noch nicht, ob und wie viel staatliche Unterstützung wir bekommen können. Wir bitten daher jene, die es sich leisten können um Unterstützung. Mit einer Mitgliedschaft oder einer Spende unterstützen Sie uns, unsere Mitarbeiter_innen weiterhin zu beschäftigen und kommen in den Genuss aller Vorteile der Digital Society.
Herzlichen Dank im Voraus!

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Werner Illsinger

Präsident bei Digital Society
Werner Illsinger hat nach der Absolvierung des TGM einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut, er hat langjährige Erfahrung im Vertrieb, sowie internationalem Management bei Microsoft und war zuletzt Geschäftsführer der Raiffeisen Informatik Consulting. Er hat den Verein Digital Society gegründet, um Menschen und Organisationen dabei zu unterstützen, die digitale Transformation positiv zu gestalten und zu nutzen.
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