Informationsfreiheit bei Studien

In den letzten Tagen sind die Ministerien ins Gerede gekommen, weil Studien in Auftrag gegeben wurden, die Ergebnisse dann aber unter Verschluss gehalten werden. Informationsfreiheit bei Studien ist wichtig. Studien die öffentlich finanziert wurden müssen auch der Öffentlichkeit zugänglich sein. Schon zuvor war die Islam Kindergartenstudie von Ednan Aslan ins Gerde gekommen.

Studien dienen dazu faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Darum werden wissenschaftliche Einrichtungen beauftragt eine Studie zu erstellen, um herauszufinden, welche Faktenlage es gibt – und um basierend auf diese Fakten Entscheidungen zu treffen.

Wir kämpfen hier mit zwei Problemen.

Unabhängigkeit und Wissenschaftlichkeit der Studie

Eine Studie muss um Fakten zu bekommen auf die man Entscheidungen aufsetzen kann – nach wissenschaftlichen Kriterien von einer unabhängigen Stelle durchgeführt werden. Das Problem hier ist, dass es totale Unabhängigkeit nur in der Theorie gibt. Die Studie wird bezahlt – und der Auftragnehmer der Studie ist dadurch vom Auftraggeber abhängig. Genau das führt oft dazu dass bezahlte Studien dann versuchen die Meinung des Auftraggebers zu bestätigen, selbst wenn der Auftraggeber das vielleicht nicht explizit fordert. Es gibt natürlich aber auch Reihenweise bezahlte Studien, die Fakten oder Indizien in die Studie einarbeiten die dem dienlich sind, was der Auftraggeber erreichen möchte. Aber andere Fakten und Indizien unter den Tisch fallen lässt, die das Gegenteil beweisen würden. Genau das ist aber unwissenschaftlich.

Im Bereich der Islamstudie von Ednan Aslan wird ihm Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen, um das zu beweisen, was sich der Auftraggeber gewünscht hat.

Publikation von Studien

Auf der anderen Seite kann es natürlich passieren, dass Studien tatsächlich streng Wissenschaftlich und unvoreingenommen durchgeführt werden. Es kann dann passieren, dass diese Studien dem Auftraggeber nicht in den Kram passen. Daher genau das Gegenteil beweisen, was sich der Auftraggeber gewünscht hat.

In diesem Falle passiert es dann natürlich auch allzu oft, dass diese Studien in einer Schublade verschwinden und sie nie jemand zu Gesicht bekommt. Da die Studienergebnisse dem Auftraggeber gehören, kann er das natürlich so entscheiden.

Beides im öffentlichen Bereich inakzeptabel

Wir müssen versuchen beides im öffentlichen Bereich auszuschalten. Sowohl Studien die bezahlt werden, um Beweise für die eigene Postion zu finden, als auch dass Studien um Steuergeld finanziert werden, die Ergebnisse dann aber in der Schublade verschwinden.

Was wir uns immer wieder bewusst machen müssen ist: Wir, die Bürger sind der Souverän, der Chef/die Chefin. Wir bezahlen den ganzen Schuppen mit unserem Steuergeld. Da wir diese Studien bezahlen ist es zum einen inakzeptabel, wenn jemand versucht “alternative Fakten” mit geschönten Studien zu erfinden. Auch wenn uns Fakten persönlich vielleicht nicht passen. Entscheidungen müssen auf Basis von Fakten getroffen werden. Wenn wir das nicht tun, dann können wir gleich nach gutdünken und Bauch entscheiden und uns das Geld für die Studien sparen.

Zum anderen müssen Studien die wir bezahlen öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Wie sollen wir als Bürger entscheiden, ob die Regierung das richtige tut – wenn wir die Basis für die Entscheidungen nicht kennen. Wie sollen wir uns eine Meinung bilden?

Das Versenken von öffentlich finanzierten Studien in Schubladen ist daher genauso verwerflich wie das faken von Studien.

Die Digital Society setzt sich daher dafür ein, dass öffentliche finanzierte Studien immer der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden müssen. Das ist Teil der Informationsfreiheit für die sich die Digital Society einsetzt.

Über die Digital Society

Die Digital Society ist eine gemeinnützige, parteiunabhängige NGO, die es sich zum Ziel gesetzt hat die Digitale Welt zu verbessern und durch aktive Gestaltung der Zukunft bei der digitalen Transformation zu helfen. Unsere Vision ist eine freie digitale Welt, von der alle Mitglieder unserer Gesellschaft profitieren. Um Erfolgreich arbeiten zu können, benötigen wir Ihre Unterstützung mit einer Spende, Mitarbeit oder einer Mitgliedschaft.

 

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Werner Illsinger

Präsident bei Digital Society
Die Vorteile der digitalen Technologien zu verbreiten und eine kritische Auseinandersetzung zu fördern, ist die Mission von Werner Illsinger seit er in den 80er Jahren die HTL für Nachrichtentechnik absolviert hat. Er hat einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut, hat Erfahrung im Vertrieb, Management und Geschäftsführung bei internationalen Konzernen,Referent und Vortragender bei nationalen und internationalen Veranstaltungen und Konferenzen, Mitglied im nationalen Beirat für Informationsgesellschaft des Bundeskanzleramts,sowie Präsident der DigitalSociety.
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