Österreich spricht über die digitale Transformation. Dabei scheint es aber zu bleiben. Österreich ist im Europäischen Ranking des Glasfaserausbaus mit 1,2% an letzter Stelle gereiht, dicht gefolgt von Deutschland, Serbien, Kroatien und Italien. Rumänien liegt bei 31%, Bulgarien bei 26%. Der EU Durchschnitt liegt bei rund 10%.

Gründe für dieses schlechte Abschneiden liegt laut Experten vor allem in den Versäumnissen der letzten Jahre entsprechende Leerverrohrungen herzustellen. Aus diesem Grund wird in Österreich überwiegend auf veraltete Kupferleitungen gesetzt. Diesen Vorwurf müssen sich die österreichischen Gemeinden gefallen lassen, hier in der Vergangenheit mehr als kurzsichtig gehandelt zu haben.

Auch hört man sehr oft, dass Österreich doch in den Ausbau des Mobilfunknetzes investiert, und 5G Pilotland werden will. Problematisch daran ist allerdings, dass ohne den Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes auch die Anbindung der Funkmasten nicht in ausreichender Geschwindigkeit möglich ist.

Zusätzlich scheint es für Netzbetreiber unattraktiv zu sein, Geld in den Ausbau der Glasfasernetze zu investieren. Diese Betreiben die Netze lieber zu Tode ohne größere Investitionen zu setzen. Auch werden von Betreibern oft parallele Netzinfrastrukturen aufgebaut. Mehrere Telekom Betreiber vergraben also ihre eigenen Leitungen. Das wäre wie wenn in Österreich parallel mehrere Autobahnen oder auch mehrere Schienennetze parallel aufgebaut würden.

In vielen der anderen Infrasturkturbereichen hat man sich mittlerweile auf die Trennung von Netz und Dienst geeinigt. Der Netzbetreiber stellt die Infrastruktur zur Verfügung. Darauf aufsetzend konkurrenzieren mehrere Diensteanbieter auf den gleichen Netzinfrastrukturen. Wir glauben dass dieser Zugang helfen würde, rascher zu einem besser ausgebautem Netz zu gelangen. Subventionen in die Netzinfrastruktur kämen dann auch allen Anbietern zugute, und nicht nur einem großen.

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Werner Illsinger

Präsident bei Digital Society
Die Vorteile der digitalen Technologien zu verbreiten und eine kritische Auseinandersetzung zu fördern, ist die Mission von Werner Illsinger seit er in den 80er Jahren die HTL für Nachrichtentechnik absolviert hat. Er hat einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut, hat Erfahrung im Vertrieb, Management und Geschäftsführung bei internationalen Konzernen,Referent und Vortragender bei nationalen und internationalen Veranstaltungen und Konferenzen, Mitglied im nationalen Beirat für Informationsgesellschaft des Bundeskanzleramts,sowie Präsident der DigitalSociety.
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