Einigung auf EU Richtlinie zu barrierefreien Webseiten – Inklusive der Forderungen der Europäischen Blindenunion!

Durchbruch auf dem Weg zu barrierefrei nutzbaren Webseiten in der Europäischen Union

Wien (OTS) – In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai einigten sich die Vertreter des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission auf d

Wolfgang Kremser

Wolfgang Kremser Beirat Digital Society

ie erste EU-weite Regelung für barrierefreie Webseiten und Applikationen öffentlicher Stellen – ein Durchbruch insbesondere für blinde und sehbehinderte Nutzer!

Zentrale Punkte übernommen

Seit dem Jahr 2012 wird über die Richtlinie verhandelt und seit Beginn der Verhandlungen haben die europäischen Blinden- und Sehbehindertenorganisationen hart daran gearbeitet, ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. Insbesondere die Inklusion von Applikationen, aber auch die Ausweitung der Richtlinie auf Intranet und Extranet Dienste sowie auf Dokumente die auf Webseiten zum Download bereitstehen, stießen lange auf großen Widerstand von Seiten einiger Mitgliedsstaaten. Nun wurde die Richtlinie zur großen Freude aller Mitstreiter inklusive unserer Forderungen angenommen. Konkret beinhaltet der Text folgende Punkte:

  • Webseiten und mobile Apps öffentlicher Stellen mit geringen Ausnahmen (etwa Livestream)
  • Standards für barrierefreie Apps und Webseiten
  • die Verpflichtung zur regelmäßigen Überprüfung und Berichterstattung durch die Mitgliedsstaaten.

Reaktionen

Andrus Ansip, Vizekommissionspräsident und verantwortlich für den Digitalen Binnenmarkt, begrüßte die Einigung mit folgenden Worten:
“Zugang zum Internet soll für alle Menschen Realität werden. Millionen von Europäern diesen zu verweigern ist keine Option. Die Einigung dieser Nacht ist ein wichtiger Schritt zu einem Digitalen Binnenmarkt, bei dem es um die Beseitigung von Barrieren geht, damit alle Europäer die Vorteile der digitalen Welt genießen können.“

Günther H. Oettinger, Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, betonte: “Es ist nicht akzeptabel, dass Millionen von Europäern aus der digitalen Gesellschaft exkludiert werden. Die Einigung die wir erzielt haben wird sicherstellen, dass von jetzt an alle die gleichen Möglichkeiten haben, um die Vorteile des Internets und mobiler Apps zu genießen um so in größerem Ausmaß an der Gesellschaft zu partizipieren und ein unabhängigeres Leben zu führen.“

Und BSVÖ-Präsident Dr. Markus Wolf ist stolz auf „diesen großen Meilenstein, auf den der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich mit seinen Partnern in den letzten Jahren hingearbeitet hat. Damit kann nun europaweit eine weitere Barriere für blinde und sehbehinderte Menschen fallen!“

Nächste Schritte

Nach der Einigung muss der Text nun noch vom Europäischen Parlament und dem Rat formal genehmigt werden. Danach wird er im Rechtsjournal der EU veröffentlicht und tritt offiziell in Kraft. Die Mitgliedsstaaten haben dann 21 Monate Zeit um den Text in ihre nationalen Gesetzgebungen zu integrieren.

Quelle: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-1654_en.htm

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ) ist eine Selbsthilfeorganisation und ein gemeinnütziger Verein ohne Bindung an eine Partei oder Konfession. Die Bemühungen und Unternehmungen des BSVÖ und seinen sieben Landesorganisationen in allen Bundesländern sind durch den Leitgedanken bestimmt, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und dadurch dazu beizutragen, dass blinde Menschen und Menschen mit Sehbehinderungen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Der BSVÖ ist in folgenden Bundesländern vertreten: Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien (Sitz auch für Niederösterreich, Burgenland). Insgesamt vertritt er die Interessen von 318.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Österreich.

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Werner Illsinger

Präsident bei Digital Society
Die Vorteile der digitalen Technologien zu verbreiten und eine kritische Auseinandersetzung zu fördern, ist die Mission von Werner Illsinger seit er in den 80er Jahren die HTL für Nachrichtentechnik absolviert hat. Er hat einen der ersten Internet Provider in Österreich aufgebaut, hat Erfahrung im Vertrieb, Management und Geschäftsführung bei internationalen Konzernen,Referent und Vortragender bei nationalen und internationalen Veranstaltungen und Konferenzen, Mitglied im nationalen Beirat für Informationsgesellschaft des Bundeskanzleramts,sowie Präsident der DigitalSociety.
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